Große europäische Logistik-Übernahme: InPost wird privatisiert
Ein von dem Logistikriesen FedEx und der Private-Equity-Firma Advent International geführtes Konsortium hat sich auf die Übernahme des europäischen Paketautomaten-Betreibers InPost S.A. in einer historischen Transaktion im Wert von 7,8 Milliarden Euro (9,2 Milliarden US-Dollar) geeinigt, die am 9. Februar 2026 angekündigt wurde. Das vollständig bar zu zahlende Angebot von 15,60 Euro pro Aktie stellt eine erhebliche Prämie von 50 % gegenüber dem ungestörten Aktienkurs von InPost Anfang Januar 2026 dar.
Strategische Konsolidierung im europäischen Logistiksektor
Die Übernahme markiert einen der größten Private-Equity-Deals im europäischen Logistiksektor und stellt eine strategische Wette auf den wachsenden Markt für Out-of-Home-Lieferungen dar. Gemäß der Deal-Struktur werden Advent und FedEx jeweils 37 % von InPost besitzen, während bestehende Aktionäre, darunter das Investmentvehikel A&R von InPost-CEO Rafał Brzoska, 16 % behalten und die tschechische Investmentfirma PPF 10 % halten wird. 'Diese Transaktion kombiniert die globale Logistikexpertise von FedEx mit der innovativen Last-Mile-Infrastruktur von InPost,' sagte ein FedEx-Sprecher in einer offiziellen Erklärung.
InPost, das mehr als 40.000 automatisierte Paketautomaten in neun europäischen Ländern betreibt, ist zu einem entscheidenden Akteur bei der Bewältigung der Herausforderungen der letzten Meile geworden. Das Netzwerk automatisierter Paketstationen (APMs) bietet nachhaltige Alternativen zur traditionellen Heimzustellung, wobei Paketschrank-Lieferungen in der Eurozone 2025 einen bemerkenswerten Anstieg von 54 % verzeichneten.
Wachstumspfad und Marktposition
InPost hat ein beeindruckendes Wachstum gezeigt, mit 1,4 Milliarden Paketen, die 2025 in Europa bearbeitet wurden – ein Anstieg von 25 % im Jahresvergleich. Die strategischen Übernahmen des Unternehmens, darunter Yodel im Vereinigten Königreich und Sending in Spanien, haben die britischen Volumina nahezu verdreifacht auf 262,1 Millionen Pakete. 'Unser automatisiertes Schrankennetzwerk repräsentiert die Zukunft nachhaltiger, effizienter Lieferlösungen,' bemerkte InPost-CEO Rafał Brzoska.
Das Unternehmen ging 2021 an der Amsterdamer Börse an die Börse und sammelte bei seinem Börsengang 2,8 Milliarden Euro ein. Seitdem hat InPost aggressiv in Westeuropa expandiert, mit besonderer Stärke in Polen, wo es eine EBITDA-Marge von 47,9 % aufrechterhält. Das Unternehmen erreichte Anfang 2025 den Meilenstein von 50.000 automatisierten Paketstationen und setzt die Erweiterung seiner Präsenz in wichtigen Märkten wie Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Benelux und Großbritannien fort.
Zukünftige Integration und Expansionspläne
Das Konsortium beabsichtigt, die Wachstumsstrategie von InPost als führender europäischer E-Commerce-Lösungsanbieter zu unterstützen, insbesondere bei der Erweiterung seines automatisierten Paketschrankennetzwerks in Westeuropa. Nach der Transaktion wird InPost weiterhin unter seiner aktuellen Marke und unter der Führung von CEO Rafał Brzoska mit Hauptsitz in Polen operieren.
Die Transaktion wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 abgeschlossen, vorbehaltlich der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden. Der Deal hat bereits Unterstützung von Aktionären erhalten, die 48 % der ausstehenden Aktien repräsentieren. Branchenanalysten sehen diese Übernahme als einen strategischen Zug von FedEx, um direkten Zugang zum europäischen Paketschrankennetzwerk zu erhalten, wodurch das Unternehmen besser auf dem wachsenden Markt für automatisierte Zustellung konkurrieren kann.
Quellen
Reuters: Advent-FedEx-Konsortium kauft InPost
RTE: Advent-FedEx-Konsortium kauft InPost
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