Trump machtlos: Iran diktiert Agenda in Nahostkrise

Analysten: Trump hat Kontrolle verloren – Iran diktiert Tempo in Atomgesprächen, greift Kuwait und Bahrain an, USA reagiert nur noch. Auch Ukraine und Taiwan betroffen.

Trump machtlos: Iran diktiert Agenda in Nahostkrise
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Das Scheitern eines möglichen Friedensabkommens zwischen den USA und Iran in den letzten Wochen zeigt, dass Präsident Donald Trump die Kontrolle über die diplomatische Agenda verloren hat, so Strategieanalysten. Patrick Bolder, Analyst am The Hague Centre for Strategic Studies (HCSS), argumentiert, dass Trump zunehmend machtlos ist, während Iran Tempo und Bedingungen der Verhandlungen diktiert.

Wie ist der aktuelle Stand der US-Iran-Verhandlungen?

Die US-Iran-Verhandlungen begannen im April 2025 unter omanischer Vermittlung, stockten jedoch wiederholt. Nachdem eine von Trump gesetzte 60-Tage-Frist ohne Abkommen verstrichen war, griff Israel im Juni 2025 groß angelegte iranische Nuklearanlagen an, woraufhin Iran die Gespräche aussetzte. Ein vorübergehender Waffenstillstand wurde am 7. April 2026 vereinbart, aber Ende Mai 2026 brach Iran alle Kontakte zu den USA ab. Am 3. Juni 2026 griff Iran Kuwait und Bahrain an, was US-Vergeltungsschläge auslöste und den fragilen Waffenstillstand gefährdete.

Laut Bolder zeigt die Situation, dass Trump 'im Sumpf steckt' und die Kontrolle verloren hat. 'Er setzt die Agenda nicht mehr – Iran tut das', sagte Bolder zu BNR. Er verwies auf Trumps wütendes Telefonat mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, in dem Trump Netanjahu angeblich 'f***ing crazy' nannte wegen israelischer Angriffe auf den Libanon. Iran hatte jeden möglichen Friedensdeal mit einer Waffenruhe im Libanon verknüpft und zwang Trump, im Namen Irans zu intervenieren. Die Verhandlungen über das US-Iran-Atomabkommen bleiben in der Schwebe.

Warum verliert Trump die Kontrolle über die Außenpolitik?

Naher Osten: Iran und Israel

Trumps Unfähigkeit, einen Deal mit Iran zu sichern, ist das sichtbarste Zeichen seines schwindenden Einflusses. Trotz wiederholter Behauptungen, ein Abkommen stehe kurz bevor, widersprach Iran ihm bei jeder Gelegenheit. Die Angriffe vom 3. Juni auf Kuwait und Bahrain – US-Verbündete – forderten die US-Abschreckung direkt heraus. Die USA schlugen zurück, aber Bolder merkt an: 'Niemand profitiert davon, alles wieder eskalieren zu lassen. Die Kosten für Amerika sind enorm, und sie haben ihre Waffenbestände erheblich erschöpft.'

Der angespannte Austausch mit Netanjahu unterstreicht Trumps reduzierte Hebelwirkung. Laut US-Beamten sagte Trump zu Netanjahu: 'Du wärst im Gefängnis ohne mich. Ich rette deinen Arsch. Alle hassen dich jetzt.' Trump bestätigte das Gespräch später im Podcast Pod Force One und sagte, er sei 'ein bisschen verärgert' gewesen und habe Netanjahu gesagt: 'Wir müssen damit aufhören.' Die Episode verdeutlicht, wie Trumps Herausforderungen in der Nahostpolitik ihn in eine reaktive Haltung gezwungen haben.

Ukraine: Europa füllt die Lücke

Trumps Versprechen, den Russland-Ukraine-Krieg in 24 Stunden zu beenden, hat sich nicht erfüllt. Stattdessen haben die USA die Waffen- und Geheimdienstehilfe für Ukraine reduziert. Bolder argumentiert jedoch, dass Ukraine nicht mehr so stark auf Washington angewiesen ist: 'Ukraine braucht Amerika nicht mehr so sehr.' Europäische Partner sind eingesprungen, und Ukraine besteht darauf, dass die EU bei künftigen Verhandlungen einen Platz am Tisch haben muss. Die US-Militärhilfe für Ukraine ist drastisch gesunken – der NDAA 2025 enthält nur 400 Millionen Dollar für die Ukraine Security Assistance Initiative, gegenüber 14 Milliarden Dollar im Jahr 2024.

Taiwan: Xi Jinping gibt den Ton an

In Asien sieht Bolder das gleiche Muster. Während eines Telefonats im Februar 2026 forderte der chinesische Präsident Xi Jinping Trump zu 'äußerster Vorsicht' bei Waffenverkäufen an Taiwan auf. Trump stimmte angeblich zu, Waffenlieferungen zurückzuhalten – ein Bruch mit jahrzehntelanger US-Politik. 'Frühere Präsidenten betrachteten Waffenverkäufe an Taiwan als nicht verhandelbar. Trump bricht dieses Tabu', so Bolder. 'Es ist ein Zeichen von Schwäche. Es ist nicht mehr Trump, der die Agenda setzt – es ist Xi.' Die US-China-Taiwan-Spannungen 2026 spiegeln eine breitere Verschiebung der Machtdynamik wider.

Auswirkungen: Eine 'lahme Ente' Amerika?

Bolder kommt zu dem Schluss, dass die Vereinigten Staaten weltweit 'lahm' geworden sind. Auf drei Kontinenten – Naher Osten, Europa und Asien – reagiert Trump nur auf Ereignisse, statt sie zu gestalten. Der US-Militäraufbau im Nahen Osten mit 50.000 Soldaten hat sich nicht in diplomatische Hebelwirkung umgesetzt. Irans Angriffe auf Kuwait und Bahrain, kombiniert mit seinen Fortschritten bei der Nuklearanreicherung, deuten darauf hin, dass Teheran glaubt, ungestraft handeln zu können.

Die Situation hat globale Auswirkungen. Die Straße von Hormus bleibt teilweise blockiert, was die Ölmärkte bedroht. Europäische Verbündete verfolgen zunehmend unabhängige Verteidigungsstrategien. Und China positioniert sich als rivalisierender Machtvermittler. Wie Bolder es formulierte: 'Trump ist machtlos. Er setzt die Agenda nicht mehr – Iran, China und sogar seine eigenen Verbündeten tun das.'

Häufig gestellte Fragen

Was führte zum Scheitern der US-Iran-Verhandlungen?

Die Gespräche scheiterten, nachdem Israel im Juni 2025 iranische Nuklearanlagen angriff, nachdem Trumps 60-Tage-Frist verstrichen war. Iran setzte die Gespräche aus, und trotz eines kurzen Waffenstillstands im April 2026 vereitelten weitere Angriffe auf Kuwait und Bahrain im Juni 2026 den Fortschritt.

Hat Trump Netanjahu wirklich 'verrückt' genannt?

Mehrere Quellen, darunter Axios und ABC News, berichteten, Trump habe gegenüber Netanjahu in einem Telefonat Ende Mai 2026 ausfallende Sprache verwendet und ihn 'f***ing crazy' genannt wegen israelischer Angriffe auf den Libanon. Trump bestätigte das Gespräch, sagte aber, er sei nicht wütend, nur 'verärgert'.

Wie hat sich die US-Politik gegenüber Taiwan unter Trump verändert?

Trump stimmte angeblich zu, Waffenverkäufe an Taiwan einzustellen, nach einem Telefonat mit Xi Jinping im Februar 2026 – eine deutliche Abkehr von früheren US-Administrationen, die solche Verkäufe als nicht verhandelbar betrachteten.

Reduzieren die USA ihre Unterstützung für die Ukraine?

Ja. Die US-Militärhilfe für Ukraine ist stark gesunken, von 14 Milliarden Dollar im Jahr 2024 auf 400 Millionen Dollar im NDAA 2025. Europäische Verbündete haben ihre Unterstützung erhöht, und die Ukraine verlässt sich zunehmend auf europäische Verteidigungspartnerschaften.

Welche Risiken bestehen für eine weitere Eskalation mit Iran?

Analysten warnen, dass anhaltende Angriffe auf US-Verbündete am Golf einen breiteren regionalen Krieg auslösen könnten. Die USA haben 50.000 Soldaten in der Region, und beide Seiten haben Waffenbestände erschöpft. Ein umfassender Konflikt hätte schwerwiegende wirtschaftliche Folgen, einschließlich Unterbrechungen der Öllieferungen durch die Straße von Hormus.

Quellen

  • BNR Nieuwsradio: 'Trump ist machtlos, er bestimmt die Agenda nicht, sondern Iran' (3. Juni 2026)
  • ABC News: 'Trump cursed at Netanyahu in call over Lebanon escalation' (Mai 2026)
  • Wikipedia: 2025–2026 Iran–United States negotiations
  • The Guardian: 'Xi Jinping warns Trump to be prudent on Taiwan arms sales' (Februar 2026)
  • Atlantic Council: 'What's in the new US defense bill for Ukraine' (Dezember 2025)

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