CBDC-Konflikt: mBridge und Project Agorá trennen Zahlungen

Chinas mBridge (55,5 Mrd. USD, 95% Yuan) vs. BIZ-Projekt Agorá. Wie die CBDC-Spaltung Unternehmen beeinflusst und die globale Finanzwelt spaltet – Analyse.

cbdc-mbridge-agora-konflikt
Facebook X LinkedIn Bluesky WhatsApp
de flag en flag es flag fr flag nl flag pt flag

Die Vision eines einheitlichen globalen digitalen Währungssystems ist zerbrochen. Zwei konkurrierende CBDC-Infrastrukturen – Chinas mBridge und das westliche Project Agorá – vertiefen 2026 die geopolitischen Spaltungen im globalen Finanzwesen und zwingen Unternehmen, mit steigender Komplexität umzugehen.

mBridge: Der östliche Block

mBridge verarbeitete seit 2022 über 55,5 Mrd. USD, 95 % in digitalem Yuan. Die Plattform erreichte Mitte 2024 MVP-Status mit den Zentralbanken Chinas, Hongkongs, Thailands, der VAE und Saudi-Arabiens. Saudi-Arabien ermöglicht Yuan-basierte Ölgeschäfte – eine direkte Herausforderung für das Petrodollar-System. Die mBridge-MVP-Plattform nutzt ein eigenes Ledger; über 4.000 Transaktionen wurden bis Nov. 2025 abgewickelt. Die BIZ zog sich im Okt. 2024 zurück.

Project Agorá: Die westliche Antwort

Die BIZ startete 2025 Project Agorá mit sieben G7-Zentralbanken und über 40 Finanzinstituten wie JPMorgan, Citi und SWIFT. Seit 2026 in der Testphase, zielt Agorá auf die Tokenisierung von Großhandelszahlungen und atomare Abwicklung ab. Anders als mBridge bleibt es ein Prototyp, signalisiert aber die westliche Absicht, die Dollar-Hegemonie zu bewahren. Die CBDC-Projekte des BIS Innovation Hub haben sich somit in zwei konkurrierende Stränge aufgespalten.

Geopolitische Auswirkungen: Dollar-Hegemonie unter Druck

mBridge wuchs exponentiell (2.500-fach seit 2022). Yuan-Ölgeschäfte bedrohen das Petrodollar-System; Saudi-Arabien könnte einen Dominoeffekt auslösen. Allerdings hat mBridge Grenzen: BIZ-Rückzug, undurchsichtige Governance und Sanktionsbedenken. Agorá profitiert von SWIFT, fehlen aber Schwellenländer. Die Herausforderungen bei CBDC-Grenzüberschreitenden ZahlungenFragmentierung der globalen Zahlungsinfrastruktur