Chinesische Militärumstrukturierung erhöht regionale Spannungen
Die großangelegten Säuberungen von Top-Militärs durch den chinesischen Präsidenten Xi Jinping haben laut Analysten ein 'gefährliches Vakuum' auf den höchsten Ebenen der Volksbefreiungsarmee (PLA) geschaffen, was das Risiko von Fehlkalkulationen rund um Taiwan erhöht. Die Entlassung von General Zhang Youxia und General Liu Zhenli im Januar markierte die ersten derart hochrangigen Entlassungen seit 1971 und zeigt Xis zunehmenden Griff auf militärische Angelegenheiten.
Machtkonzentration schafft Entscheidungsvakuum
Die Zentrale Militärkommission, Chinas höchstes militärisches Kommando, wurde von sieben Mitgliedern auf nur noch zwei reduziert – Xi selbst und Politkommissar Zhang Shengmin. 'Dies ist keine nationale Armee mehr, es ist der bewaffnete Arm der Kommunistischen Partei und letztlich ein Instrument von Xis persönlicher Autorität,' warnt Joe Keary, Senior Analyst beim Australian Strategic Policy Institute. Der Abgang erfahrener Kommandeure wie Zhang Youxia, der Kampferfahrung aus dem Vietnamkrieg hatte, lässt Xi von dem umgeben, was Kritiker 'Ja-Sager' nennen, die möglicherweise zögern, seine Entscheidungen in Frage zu stellen.
Taiwan-Zeitplan und militärische Einsatzbereitschaft
US-Beamte glauben, dass Xi die Armee angewiesen hat, bis 2027 bereit zu sein, Taiwan einzunehmen, obwohl Analysten darüber debattieren, ob dies eine feste Frist ist. Der Pentagon-Bericht vom Dezember stellte fest, dass Xis Säuberungskampagne zwar kurzfristig die operative Effektivität stören kann, langfristig aber zu größerer Effizienz führen könnte. Der Bericht vermied es jedoch auffälligerweise, das größte Risiko zu diskutieren: die stetige Erosion erfahrener Berater, die Xi während einer militärischen Krise unterstützen könnten.
Chinas militärische Fähigkeiten wachsen trotz der internen Unruhen weiter. Die chinesische Marine übertrifft die US-Flotte jetzt an Größe, und das Pentagon schätzt, dass China bis 2035 neun Flugzeugträger haben wird, verglichen mit Amerikas elf. Chinas nukleares Arsenal wird voraussichtlich bis 2030 mindestens 1000 Sprengköpfe umfassen – das Doppelte des Bestands von 2023.
Regionale Brennpunkte und Fehlkalkulationsrisiken
Die Spannungen in der Taiwanstraße haben erheblich zugenommen, wobei China Live-Fire-Übungen abhält und die USA ihre Patrouillen in der Region verstärken. 'Von unterwürfigen Beratern umgebene Führer sind anfälliger für Fehlkalkulationen,' bemerkt Keary und zieht Parallelen zu Wladimir Putins verheerender Invasion der Ukraine. 'Sie können Kosten unterschätzen, militärische Effektivität überschätzen oder die Entschlossenheit von Gegnern falsch einschätzen.'
Die Situation schafft, was Militärstrategen 'Kriseninstabilität' nennen – bei der sich beide Seiten unter Druck gesetzt fühlen können, bei erhöhten Spannungen als erste zu handeln. Mit weniger erfahrenen Stimmen im Raum, die nüchterne Einschätzungen geben könnten, wächst das Risiko einer unbeabsichtigten Eskalation.
Breitere Implikationen für regionale Sicherheit
Die Säuberungen erstrecken sich über das Militär hinaus auf den breiteren Apparat der Kommunistischen Partei. Allein im Jahr 2025 untersuchten chinesische Behörden mehr als eine Million Menschen wegen Korruption und politischer Abweichungen – ein Anstieg von 60 % gegenüber zwei Jahren zuvor. Dies schafft, was einige Analysten ein 'Klima der Angst' nennen, in dem sich Beamte in persönliche Netzwerke zurückziehen, anstatt ehrlichen Rat zu geben.
Während Xi seine Macht konsolidiert, stehen westliche Politiker vor einer schwierigen Balance: Wie kann man potenzielle Aggression abschrecken, während man Handlungen vermeidet, die genau den Konflikt auslösen könnten, den sie verhindern wollen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Xis zentralisierte Kontrolle Chinas strategische Position stärkt oder Schwachstellen schafft, die zu gefährlichen Fehlkalkulationen in einer der volatilsten Regionen der Welt führen könnten.
Quellen
Lowy Institute Analyse über militärische Säuberungen, The Globe and Mail Bericht über Zhang Youxias Entfernung, New York Times über Taiwanstraße-Spannungen, Stanford Analyse von Chinas Taiwan-Strategie
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