Belgische Behörden warnen vor KI-generiertem Betrug mit König
Die belgische Staatsanwaltschaft hat eine dringende Warnung vor fortschrittlichen Betrugsmaschen herausgegeben, bei denen künstliche Intelligenz (KI) verwendet wird, um Deepfake-Videos von König Philippe zu erstellen. Laut der belgischen Staatsanwaltschaft und dem Zentrum für Cybersicherheit Belgien (CCB) geben sich Betrüger seit Anfang 2025 als der belgische Monarch, sein Kabinettschef Vincent Houssiau und Generalmajor Stéphane Dutron aus.
Wie der Betrug funktioniert
Die Betrüger kontaktierten ihre Opfer zunächst über WhatsApp, E-Mail oder Telefonanrufe und behaupteten, finanzielle Unterstützung für die angebliche Befreiung belgischer Journalisten zu benötigen, die angeblich in Syrien entführt worden seien. 'Die Verdächtigen baten in einer ersten Phase um finanzielle Unterstützung für die sogenannte Befreiung belgischer Journalisten, die in Syrien entführt worden sein sollen,' erläuterte die Staatsanwaltschaft.
Während die meisten Opfer den Betrug durchschauten, hat mindestens eine Person Geld an die Betrüger überwiesen. Nach einer kurzen Ruhephase flammten die Betrugspraktiken Anfang 2026 mit einem beunruhigenden neuen Element wieder auf: Die Opfer werden nun zu Videogesprächen eingeladen, bei denen es scheinbar König Philippe ist.
Die KI-Deepfake-Dimension
'Ein auffälliges neues Element ist, dass die Opfer zu einem Videogespräch eingeladen werden, um sie davon zu überzeugen, dass es sich tatsächlich um den König handelt,' stellten die Behörden fest. 'Die Bilder in diesem Videogespräch wurden möglicherweise durch künstliche Intelligenz generiert.'
Dies stellt eine signifikante Eskalation in den Taktiken des Online-Betrugs dar. Laut Forschung von Forbes finden Deepfake-Angriffe nun alle fünf Minuten statt und machen 40 % der biometrischen Betrugsfälle aus, bei denen Kriminelle KI-generierte gefälschte Videos und Stimmklone verwenden, um Millionen zu stehlen.
Zusätzliche Betrugstaktiken
Zusätzlich zu den Deepfake-Videogesprächen versenden die Betrüger auch gefälschte Einladungen zu nicht existierenden Galadinnern, die angeblich von der König-Baudouin-Stiftung im Februar und April 2026 organisiert werden. Unternehmen werden gebeten, diese Phantomveranstaltungen zu sponsern, wobei die Betrüger fortschrittliche Techniken einsetzen, um die Kommunikation legitim aussehen zu lassen, als käme sie vom Königlichen Palast.
Die Zielgruppe hat sich von ausländischen Würdenträgern und belgischen Familien vor allem auf belgische Unternehmensführer verlagert, die möglicherweise Verbindungen zum oder Respekt vor dem Königshaus haben. Der Experian's 2026 Future of Fraud Forecast identifiziert den Missbrauch von Deepfakes als eine der fünf größten Betrugsgefahren für das kommende Jahr und stellt fest, dass Verbraucher allein im Jahr 2024 mehr als 12,5 Milliarden US-Dollar durch Betrug verloren haben.
Ermittlungen und Prävention
Die Bundesstaatsanwaltschaft führt mit spezialisierten Polizeidiensten Ermittlungen durch, obwohl die Identität der Täter unbekannt bleibt. Die Behörden betonen, dass weder der König noch eine legitime königliche Institution jemals direkt Einzelpersonen kontaktieren würde, um Geld zu erbitten.
Sicherheitsexperten empfehlen verschiedene Schutzmaßnahmen: Überprüfen Sie verdächtige Anfragen immer über separate, etablierte Kanäle; seien Sie wachsam bei unaufgeforderten Kommunikationsversuchen von vermeintlichen öffentlichen Persönlichkeiten; und achten Sie auf charakteristische Anzeichen von Deepfakes wie unnatürliches Blinzeln, nicht übereinstimmende Lippenbewegungen oder roboterhafte Audiotöne.
Da KI-Technologie zugänglicher wird, werden solche fortschrittlichen Identitätsbetrugspraktiken voraussichtlich zunehmen, was öffentliches Bewusstsein und technologische Gegenmaßnahmen im Kampf gegen digitalen Betrug immer entscheidender macht.
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