Ein 'bemerkenswerter Anstieg' der Nahrungsmittelunsicherheit erfasst die USA: 10 % der Haushalte berichten, nicht genug zu essen zu haben – mehr als doppelt so viele wie auf dem Höhepunkt der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020, so eine neue Studie der New Yorker Federal Reserve Bank. Die Ergebnisse, basierend auf der Umfrage zu Verbrauchererwartungen, zeigen, dass amerikanische Haushalte zunehmend Mahlzeiten auslassen, Ersparnisse aufbrauchen und sich an Tafeln wenden, während die Lebenshaltungskostenkrise sich verschärft.
Die am 27. Mai 2026 veröffentlichte Forschung der New Yorker Fed vergleicht Daten von Mai/Juni 2020 mit Oktober 2025 und Februar 2026 und dokumentiert eine starke Verschlechterung der Ernährungssicherheit. Die Belastung fällt überproportional auf Haushalte mit niedrigem Einkommen, mit kleinen Kindern und mit geringerem Bildungsniveau.
Was treibt den Anstieg der US-Lebensmittelunsicherheit?
Der Anstieg ist eng mit einer 'K-förmigen Wirtschaftserholung' verbunden, bei der Wohlhabende von steigenden Aktien und Immobilien profitieren, während einkommensschwächere Familien unter anhaltender Inflation leiden. Nach USDA waren 2024 13,7 % der US-Haushalte (18,3 Mio.) von Ernährungsunsicherheit betroffen, gegenüber 10,5 % im Jahr 2020.
Zu den wichtigsten Treibern gehören:
- Anhaltende Inflation: Grundlegende Güter wie Wohnen und Lebensmittel sind teurer geworden.
- Strengere SNAP-Berechtigung: Das 'One Big Beautiful Bill' kürzte 186 Mrd. Dollar und erweiterte Arbeitsanforderungen auf bis 65-Jährige und Eltern mit Kindern ab 14.
- Ablauf der Pandemiehilfen: Notprogramme wie höhere Arbeitslosenunterstützung sind ausgelaufen.
- Steigende Benzinpreise: Durchschnittlich 4,46 $ pro Gallone belasten besonders einkommensschwache Haushalte.
Ähnlich wie die steigenden Lebenshaltungskosten in Europa stehen die amerikanischen Haushalte vor einem kumulativen Effekt dieser Belastungen.
NY Fed-Umfrage: Wichtige Statistiken zur Nahrungsmittelknappheit
Die Umfrage zu Verbrauchererwartungen liefert deutliche Vergleiche:
| Maßnahme | Juni 2020 | Februar 2026 |
|---|---|---|
| Haushalte mit unzureichenden Lebensmitteln | 4,0 % | 10,0 % |
| Erhalt von Lebensmittelspenden | 10,6 % | 15,8 % |
| SNAP-Empfänger | 10,6 % | 17,9 % |
| Nutzung von Ersparnissen für Ausgaben | 21,8 % | 36,8 % |
| Haushalte mit Kindern, die Mahlzeiten auslassen | N/A | Deutlicher Anstieg |
'Wir sehen einen bemerkenswerten Anstieg der Nahrungsmittelunsicherheit, insbesondere bei Haushalten mit niedrigem Einkommen und mit kleinen Kindern,' schreiben die Forscher. 'Diese Haushalte sind zudem pessimistischer hinsichtlich ihrer finanziellen Zukunft.'
Verbraucherstimmung erreicht Rekordtief
Die Ergebnisse helfen zu erklären, warum die Verbraucherstimmung auf ein Rekordtief gefallen ist. Der Index der University of Michigan fiel im Mai 2026 auf 44,8. 57 % der Verbraucher nennen hohe Preise als Hauptgrund. Die Inflationserwartungen steigen auf 4,8 % (1 Jahr) und 3,9 % (langfristig).
Experten der US-amerikanischen Wirtschaftsungleichheitstrends weisen darauf hin, dass die Diskrepanz zwischen starkem BIP-Wachstum (4,4 % im 3. Quartal 2025) und sich verschlechternder finanzieller Gesundheit der Haushalte ein Kennzeichen der K-förmigen Wirtschaft ist.
Auswirkungen auf gefährdete Bevölkerungsgruppen
Die Umfrage zeigt, dass Nahrungsmittelunsicherheit ungleich verteilt ist. Haushalte mit kleinen Kindern sind besonders hart betroffen, viele Kinder lassen Mahlzeiten aus. Lebensmittelbanken verzeichnen steigende Nachfrage. Dr. Gizem Kosar, Mitautorin der Studie, bemerkte: 'Der Anstieg spiegelt die echte Not wider, die Familien täglich erfahren.'
Die Situation erinnert an die globale Nahrungsmittelkrise von 2022, wobei die Treiber in den USA stärker mit Innenpolitik und Inflation zusammenhängen.
Politische Implikationen und Ausblick
Die Ergebnisse kommen, während das soziale Sicherheitsnetz debattiert wird. Die erweiterten SNAP-Arbeitsanforderungen werden kritisiert. SNAP-Betrug ist selten. Nahrungsmittelunsicherheit wird zum Wahlkampfthema. Befürworter fordern mehr Hilfen, aber die Aussichten sind unsicher.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Nahrungsmittelunsicherheit?
Begrenzter oder unsicherer Zugang zu Nahrung aufgrund fehlender Mittel.
Wie viele Amerikaner sind 2026 betroffen?
10 % der Haushalte laut NY Fed; USDA 2024: 13,7 % der Haushalte (18,3 Mio. Menschen, darunter 7,3 Mio. Kinder).
Was ist die K-förmige Wirtschaft?
Erholung mit gegensätzlichen Entwicklungen für Reiche und Arme.
Wie haben sich SNAP-Leistungen geändert?
Arbeitsanforderungen gelten nun bis 65 Jahre und für Eltern mit Kindern ab 14; Ausnahmen für Veteranen und Obdachlose gestrichen.
Warum steigt Ernährungsunsicherheit bei Wirtschaftswachstum?
K-förmige Erholung: Wachstum kommt nur Wohlhabenden zugute; Inflation und Kürzungen belasten andere.
Quellen
- New York Fed – Nahrungsmittelunsicherheit und Verbraucherpessimismus
- CNN – NY Fed: Nahrungsmittelunsicherheit steigt stark
- CNBC – Nahrungsmittelunsicherheit verschlechtert sich
- Reuters – NY Fed: „Bemerkenswerter Anstieg“
- USDA – Wichtige Statistiken zur Ernährungssicherheit
- USA Today – Neue SNAP-Arbeitsanforderungen
Follow Discussion