EZB hält Leitzins zum fünften Mal in Folge bei 2%
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat beschlossen, ihre wichtigsten Leitzinsen zum fünften Mal in Folge unverändert zu lassen. Die Einlagefazilität bleibt bei 2,00%, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15% und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,40%. Diese am 5. Februar 2026 bekanntgegebene Entscheidung fällt mit einer Abkühlung der Inflation im Euroraum auf 1,7% im Januar zusammen – erstmals seit Monaten unterhalb des EZB-Ziels von 2%.
Inflationstrends und wirtschaftlicher Kontext
Die jüngsten Inflationszahlen zeigen eine deutliche Abkühlung gegenüber den 2% im Dezember, wobei die Energiepreise um 4,1% im Jahresvergleich gesunken sind. Die Kerninflation, die volatile Nahrungsmittel- und Energiepreise ausschließt, fiel ebenfalls auf 2,2%. 'Der Euroraum hat Preisstabilität erreicht, wobei die Inflation voraussichtlich um das EZB-Ziel von 2% bleiben wird,' erklärte EZB-Direktoriumsmitglied Álvaro Santos Pereira kürzlich in einem Interview mit dem portugiesischen Sender RTP. 'Die Geldpolitik hat ihre Arbeit getan, um die Wirtschaft zu unterstützen, und es gibt keinen Grund, die Zinsen zu ändern.'
Die Entscheidung der EZB steht im Einklang mit ihrem datenabhängigen Ansatz und spiegelt das Vertrauen wider, dass frühere geldpolitische Straffungen die Inflation erfolgreich gezügelt haben. Laut aktualisierten Projektionen erwartet die Zentralbank, dass die Inflation 2026 durchschnittlich 1,9% und 2027 1,8% betragen wird, bevor sie 2028 auf das 2%-Ziel zurückkehrt.
Globales geldpolitisches Umfeld
Der stabile Kurs der EZB erfolgt in einem komplexen globalen geldpolitischen Klima. In den Vereinigten Staaten hielt die Federal Reserve (Fed) die Zinsen kürzlich stabil im Bereich von 3,5-3,75%, während sie beispiellosen politischen Druck von der Trump-Administration erlebte. Fed-Chef Jerome Powell hat die Unabhängigkeit der Zentralbank hartnäckig verteidigt und nannte eine Untersuchung des Justizministeriums zu seinem Umgang mit Renovierungen des Fed-Hauptquartiers einen 'Vorwand', um die Geldpolitik zu beeinflussen.
'Geldpolitik sollte auf wirtschaftlichen Fakten basieren, nicht auf politischem Druck,' betonte Powell in jüngsten Stellungnahmen. Die Differenz zwischen der EZB- und der Fed-Politik schafft Herausforderungen für Kapitalströme und Wechselkurse, wobei der Euro im vergangenen Jahr um etwa 14% gegenüber dem Dollar an Wert gewonnen hat.
Wirtschaftswachstum und regionale Unterschiede
Während die EZB die Zinsen stabil hält, hat sie ihre Wachstumsaussichten für die Wirtschaft des Euroraums nach oben revidiert. Die Zentralbank projiziert nun ein Wirtschaftswachstum von 1,4% im Jahr 2025, 1,2% im Jahr 2026 und 1,4% im Jahr 2027, angetrieben durch eine stärkere Binnennachfrage. Es bestehen jedoch weiterhin erhebliche regionale Unterschiede innerhalb des Euroraums.
Frankreich, eine der größten Volkswirtschaften des Blocks, verzeichnete im Januar eine Inflation von nur 0,4% – was Bedenken über möglichen deflationären Druck aufkommen lässt. Die Slowakei verzeichnete unterdessen mit 4,2% die höchste Inflation. Diese Divergenz erschwert den 'one-size-fits-all'-Ansatz der EZB-Geldpolitik für die 20 Länder umfassende Währungsunion.
Auswirkungen auf Verbraucher und Märkte
Für europäische Verbraucher und Unternehmen bedeutet die stabile Politik der EZB anhaltende Stabilität bei den Kreditkosten. Hypothekenzinsen und Unternehmenskredite werden voraussichtlich auf dem aktuellen Niveau bleiben, was Planungssicherheit für die Finanzplanung bietet. Sparer werden jedoch weiterhin relativ niedrige Renditen auf Einlagen erleben, da Banken ihre Sparzinsen voraussichtlich nicht signifikant erhöhen werden, solange die EZB ihren aktuellen Kurs beibehält.
Die Finanzmärkte haben die Entscheidung der EZB weitgehend eingepreist, wobei Analysten der Deutschen Bank vorhersagen, dass der Leitzins 2026 bei 2% bleiben wird. Der nächste mögliche Schritt wird als eine mögliche Zinserhöhung Mitte 2027 angesehen, angetrieben durch fiskalische Lockerungen und angespannte Arbeitsmärkte.
Wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde in jüngsten Kommunikationen anmerkte, bleibt die Zentralbank wachsam gegenüber Abwärtsrisiken für die Inflation, insbesondere der Auswirkung der Euro-Aufwertung auf Importpreise. Der stärkere Euro macht Importe günstiger, was zusätzlichen deflationären Druck erzeugt, der die Inflation noch weiter unter die aktuellen Projektionen drücken könnte.
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