Microsoft-Aktie stürzt trotz starker Zahlen um 11% ab

Die Microsoft-Aktie fiel trotz starker Quartalszahlen um bis zu 11%, der größte Kursverlust seit fast sechs Jahren. Grund sind Sorgen über nachlassendes Cloud-Wachstum und die enormen Kosten für die KI-Infrastruktur.

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Microsoft-Aktie stürzt 11% ab: KI-Kosten und Cloud-Sorgen belasten

In einer dramatischen Marktwende erlebte die Microsoft Corporation am Donnerstag ihren größten eintägigen Kursverlust seit fast sechs Jahren. Die Aktie fiel um bis zu 11% auf 429,24 US-Dollar. Dies stellt den signifikantesten Absturz des Tech-Giganten seit März 2020 dar – und das, obwohl das Unternehmen bessere Quartalszahlen als erwartet meldete, die die Erwartungen von Wall Street übertrafen.

Starke Zahlen, schwache Marktreaktion

Die Finanzergebnisse von Microsoft für das Quartal zeigten ein beeindruckendes Wachstum: Der Umsatz stieg um 17% auf 81,3 Milliarden US-Dollar, der Gewinn je Aktie lag bei 5,16 US-Dollar. Beide Zahlen übertrafen die Analystenerwartungen von 80,3 Milliarden US-Dollar Umsatz und 3,92 US-Dollar je Aktie. Der Nettogewinn des Unternehmens erhielt einen substanziellen Schub durch seine Investition in OpenAI, die 1,02 US-Dollar zum Gewinn je Aktie beitrug.

Die Anleger konzentrierten sich jedoch eher auf die zugrundeliegenden Sorgen als auf die Top-Line-Zahlen. 'Der Markt signalisiert, dass er sich um die Nachhaltigkeit des Cloud-Wachstums von Microsoft und die enormen Kapitalausgaben für die KI-Infrastruktur sorgt', sagte Finanzanalystin Sarah Chen von Yahoo Finance.

KI-Investitionen und Cloud-Wachstumssorgen

Der Cloud-Umsatz von Microsoft erreichte mit 51,5 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert und markierte damit das erste Mal, dass die Cloud-Sparte des Unternehmens die 50-Milliarden-Dollar-Marke überschritt. Dennoch zeigen die Wachstumszahlen Anzeichen einer Verlangsamung, wobei die Expansion von Azure im Vergleich zu vorherigen Quartalen nachlässt. Das Unternehmen meldete Kapitalausgaben in Höhe von 37,5 Milliarden US-Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber 22,6 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Zwei Drittel davon wurden für GPUs, CPUs und andere KI-Infrastruktur aufgewendet.

CEO Satya Nadella verteidigte die Unternehmensstrategie während der Ergebnispräsentation und wies darauf hin, dass Microsoft nun 15 Millionen Abonnements für M365 Copilot, sein Flaggschiff-KI-Tool für Office-Nutzer, verzeichnet. 'Wir sehen eine zunehmende Akzeptanz bei großen Unternehmenskunden, und unsere KI-Investitionen sind strategisch für das langfristige Wachstum in unserem gesamten Produktportfolio', sagte Nadella laut CRN.

Marktkontext und Zukunftsperspektive

Der Kurssturz stellt eine bedeutende Trendwende für Microsoft dar, das enorm von dem globalen KI-Wettlauf nach seiner frühen Partnerschaft mit OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, profitiert hatte. Diese Position trieb den Marktwert von Microsoft im Juli 2025 auf über 4 Billionen US-Dollar, doch die Aktien sind seitdem zurückgefallen, da Anleger kritischer gegenüber Umfang und Tempo der KI-Investitionen geworden sind.

Microsoft ist der erste der großen Cloud-Anbieter, der in dieser Saison Quartalszahlen vorlegt. Alphabet wird seine Zahlen am 4. Februar veröffentlichen, gefolgt von Amazon am 5. Februar. Die Marktreaktion deutet darauf hin, dass Anleger bei Technologieinvestitionen, insbesondere bei solchen, die enorme Kapitalausgaben für unsichere Renditen erfordern, selektiver werden.

CFO Amy Hood sprach die Bedenken hinsichtlich der noch ausstehenden Leistungsverpflichtungen des Unternehmens an, die sich auf insgesamt 625 Milliarden US-Dollar belaufen, wovon 45% auf OpenAI-Verpflichtungen entfallen. 'Die verbleibenden 350 Milliarden US-Dollar spiegeln ein diversifiziertes Produktportfolio neben unseren KI-Partnerschaften wider', bemerkte sie während der Ergebnispräsentation.

Die dramatische Verkaufswelle unterstreicht die Herausforderungen, denen selbst die erfolgreichsten Technologieunternehmen gegenüberstehen, während sie den Übergang zu KI-getriebenen Geschäftsmodellen bewältigen und gleichzeitig das Vertrauen der Anleger in ihre Wachstumspfade aufrechterhalten müssen.

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