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Erin Patterson Pilzmorde: Lebenslange Haft gefordert

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft ohne Bewährung für Erin Patterson im berüchtigten Pilzmord-Fall von 2023. Berufungsgericht entscheidet später.

Erin Patterson Pilzmorde: Lebenslange Haft gefordert
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Ausgabe: DE

Australische Staatsanwälte haben offiziell gefordert, dass Erin Patterson, die in den berüchtigten Erin Patterson Pilzmorden verurteilt wurde, niemals aus dem Gefängnis entlassen wird. Die 51-Jährige wurde im September 2025 zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungsdauer von 33 Jahren verurteilt, doch die Staatsanwaltschaft von Victoria argumentiert nun vor dem Berufungsgericht, dass sie hinter Gittern sterben sollte.

Hintergrund: Die Beef-Wellington-Vergiftung

Der Fall dreht sich um ein Familienessen in Leongatha, Victoria, am 29. Juli 2023. Patterson servierte Beef Wellington, das mit hochgiftigen Knollenblätterpilzen (Amanita phalloides) versetzt war, an vier Verwandte ihres früheren Ehemannes. Don Patterson, Gail Patterson und Heather Wilkinson starben innerhalb weniger Tage; Ian Wilkinson überlebte nach sieben Wochen im Krankenhaus, davon die meiste Zeit im künstlichen Koma. Pattersons Ex-Mann war ebenfalls eingeladen gewesen, sagte aber in letzter Minute ab. Die Leongatha Pilzmorde wurden schnell zu einem der am meisten beachteten Strafprozesse Australiens.

Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft ohne Bewährung

Bei der Berufungsverhandlung am 20. August 2026 argumentierte der Direktor der Staatsanwaltschaft, Brendan Kissane KC, dass die Mindestverbüßungsdauer von 33 Jahren unzureichend sei. 'Das ist eine weitreichende Position', sagte Kissane, 'aber die Art des Verbrechens erfordert es.' Er bezeichnete Pattersons Taten als 'rücksichtsloses Verhalten' und 'wirklich entsetzlich'. Der Kronanwalt Jeremy McWilliams argumentierte separat, es gebe 'keine Beweise' dafür, dass Patterson ein unschuldiges Interesse am Sammeln wilder Pilze gehabt habe.

Wie selten ist lebenslange Haft ohne Bewährung in Australien?

Lebenslange Haftstrafen ohne jegliche Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung sind in Australien äußerst selten. Im Gegensatz zum US-System der lebenslangen Haft ohne Bewährung setzen australische Gerichte normalerweise selbst bei schwersten Morden eine Mindestverbüßungsdauer fest. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft würde, falls ihm stattgegeben wird, Patterson zu einer winzigen Gruppe von Gefangenen ohne Aussicht auf Entlassung machen.

Verteidigung und Pattersons Berufung

Patterson hat durchgängig behauptet, dass die Knollenblätterpilze versehentlich in das Essen gelangt seien. Ihr Anwalt Richard Edney argumentierte bei derselben Verhandlung, dass die Verurteilung aufgehoben werden sollte, und bezeichnete das Urteil als 'makellos'. Edney äußerte auch Bedenken hinsichtlich Pattersons Haftbedingungen im Dame Phyllis Frost Centre in Melbourne.

Pattersons Haftbedingungen

Aufgrund ihrer Bekanntheit wird Patterson in der Hochsicherheitsabteilung Gordon festgehalten. Ihr Anwaltsteam sagt, sie verbringe 22 Stunden pro Tag in einer 4 mal 2 Meter großen Zelle, was ihrer Argumentation nach einer Einzelhaft gemäß den UN-'Mandela-Regeln' gleichkomme. Die Staatsanwaltschaft bestreitet dies und weist darauf hin, dass sie Zugang zu einer Bibliothek, einem Erholungszentrum, einem Hof und Videoanrufen mit der Familie habe.

Auswirkungen und weiteres Vorgehen

Die drei Richter des Berufungsgerichts haben ihre Entscheidung sowohl in Pattersons Berufung gegen die Verurteilung als auch in der Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Strafmaß zurückgestellt, ohne einen Termin bekannt zu geben. Rechtsexperten sagen, das Ergebnis könnte einen Präzedenzfall für Australische Berufungen bei Mordstrafen mit extremer Grausamkeit schaffen. Wenn das Gericht der Staatsanwaltschaft folgt, würde Patterson eine der wenigen Personen in Victoria werden, die eine lebenslange Haftstrafe ohne Aussicht auf Entlassung verbüßen.

FAQ

Was hat Erin Patterson getan?

Erin Patterson servierte im Juli 2023 vier Verwandten ihres Ex-Mannes ein Beef Wellington, das Knollenblätterpilze enthielt, und tötete dabei drei von ihnen.

Wie lange wurde Erin Patterson verurteilt?

Sie wurde im September 2025 zu lebenslanger Haft mit einer Mindestverbüßungsdauer von 33 Jahren verurteilt.

Warum legt die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil Berufung ein?

Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass die Mindestverbüßungsdauer von 33 Jahren zu milde sei und dass Patterson lebenslang ohne Chance auf Bewährung in Haft bleiben solle.

Hat Erin Patterson sich schuldig bekannt?

Nein, sie plädierte auf nicht schuldig und behauptete, die giftigen Pilze seien versehentlich in das Essen gelangt.

Wann wird die Berufungsentscheidung bekannt gegeben?

Die drei Richter haben ihre Entscheidung zurückgestellt, und es wurde kein Termin festgelegt.

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