Shaolin-Abt Shi Yongxin zu 24 Jahren Haft verurteilt

Shi Yongxin, ehemaliger Shaolin-Abt, zu 24 Jahren Haft verurteilt wegen Veruntreuung von 19,4 Mio. USD. Lesen Sie die Urteilsdetails.

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Ehemaliger Abt des legendären Shaolin-Tempels in China wegen Veruntreuung und Bestechung zu Haft verurteilt

Shi Yongxin, der ehemalige Abt des ikonischen Shaolin-Tempels, wurde am 29. Mai 2026 von einem chinesischen Gericht zu 24 Jahren Haft verurteilt. Der 60-jährige buddhistische Mönch, weltweit als 'CEO-Mönch' bekannt, wurde der Veruntreuung von über 131 Millionen Yuan (ca. 19,4 Mio. USD) und der Annahme von Bestechungsgeldern in Höhe von 11,63 Millionen Yuan für schuldig befunden. Das Xinxiang Intermediate People's Court in der Provinz Henan verhängte zudem eine Geldstrafe von 3,5 Millionen Yuan (ca. 516.000 USD). Shi, bürgerlich Liu Yingcheng, gestand die Taten und zeigte Reue. Er wird kein Rechtsmittel einlegen.

Hintergrund: Aufstieg und Fall des 'CEO-Mönchs'

Shi Yongxin wurde im Alter von 16 Jahren Mönch und 1984 ordiniert. 1999 wurde er Abt des Shaolin-Tempels, den er über 25 Jahre lang führte. Unter seiner Leitung verwandelte sich der Tempel – ein UNESCO-Weltkulturerbe und Geburtsort des Chan-Buddhismus sowie des Shaolin-Kung-Fu – von einer finanziell angeschlagenen religiösen Stätte in ein globales Handelsimperium. Shi ließ über 700 Marken eintragen, gründete 18 Unternehmen und eröffnete Kulturzentren in über 50 Ländern. Seine Geschäftstätigkeit umfasste internationale Kung-Fu-Auftritte, Immobilien, Medizin und Bekleidung. Diese aggressive Kommerzialisierung brachte ihm den Spitznamen 'CEO-Mönch' ein und zog scharfe Kritik von Traditionalisten auf sich, die ihm vorwarfen, buddhistische Werte zu verraten. Die Kommerzialisierung buddhistischer Tempel in China ist ein wachsendes Problem für religiöse Konservative.

Shi war auch Vorsitzender der Buddhistischen Vereinigung der Provinz Henan und Delegierter des Nationalen Volkskongresses. Vorwürfe finanziellen Fehlverhaltens und Verstöße gegen die Klosterdisziplin verfolgten ihn jedoch jahrelang. 2017 wurden frühere Anschuldigungen wegen Veruntreuung und sexuellen Fehlverhaltens mangels Beweisen fallen gelassen. Im Juli 2025 gab der Tempel jedoch bekannt, dass Shi wegen Veruntreuung, Zweckentfremdung von Projektgeldern und 'unangemessenen Beziehungen' zu mehreren Frauen untersucht werde. Die Buddhistische Vereinigung Chinas entzog ihm umgehend die Ordinationsurkunde. Im November 2025 wurde er verhaftet und im März 2026 angeklagt.

Das Urteil: Details der Gerichtsentscheidung

Das Gericht stellte fest, dass Shi zwischen 2003 und 2025 Vermögenswerte des Tempels in Höhe von über 131 Millionen Yuan veruntreute. Von 2012 bis 2022 zweigte er 151 Millionen Yuan aus der Shaolin Charity and Welfare Foundation für den persönlichen Gebrauch ab. Seit 2006 nahm er Bestechungsgelder in Höhe von 11,63 Millionen Yuan an, um Einzelpersonen und Unternehmen Bauaufträge und Geschäftsvorteile zu verschaffen. Zudem zahlte er zwischen 1995 und 2022 über 5 Millionen Yuan Schmiergelder an Staatsbeamte. Das Urteil ist einer der schwersten Korruptionsfälle eines religiösen Führers in der modernen chinesischen Geschichte.

Globaler Ruhm des Shaolin-Tempels

Der Shaolin-Tempel am Fuße des Berges Song in der Provinz Henan wurde 495 n. Chr. erbaut. Er gilt als Geburtsort des Chan-Buddhismus und als Wiege des Shaolin-Kung-Fu, einer Kampfkunst, die unzählige Filme und Serien inspirierte. Der Film Der Shaolin-Tempel von 1982 mit Jet Li in seiner ersten Hauptrolle belebte den Tempel nach Jahrzehnten des Niedergangs wieder. Der Einfluss von Jet Li auf die Wiederbelebung des Shaolin-Tempels ist filmhistorisch gut dokumentiert.

Auswirkungen und Folgen

Der Fall Shi Yongxin hat Schockwellen durch die religiösen und wirtschaftlichen Kreise Chinas geschickt. Er veranlasste die Buddhistische Vereinigung Chinas zur Einrichtung eines ersten Aufsichtsgremiums für Tempelfinanzen und Mönchsverhalten. Beamte fordern eine klarere Trennung zwischen religiösen und kommerziellen Aktivitäten. Das Urteil gilt als Teil der Antikorruptionskampagne unter Präsident Xi Jinping, die nun auch religiöse Führer erfasst. Die Antikorruptionskampagne in chinesischen religiösen Einrichtungen wird sich nach diesem Fall wahrscheinlich verschärfen.

Für den Shaolin-Tempel markiert das Urteil das Ende einer Ära. Ein neuer Abt wurde ernannt, und es wird versucht, den traditionellen religiösen Fokus wiederherzustellen. Die kommerziellen Aktivitäten des Tempels laufen jedoch weiter. "Dieser Fall zeigt, dass niemand über dem Gesetz steht, nicht einmal eine verehrte religiöse Figur," sagte Rechtsanalyst Zhang Wei.

Häufig gestellte Fragen

Welche Verbrechen hat Shi Yongxin begangen?

Er wurde der Veruntreuung von über 131 Mio. Yuan und der Annahme von 11,63 Mio. Yuan Bestechungsgeldern für Bauaufträge und Geschäftsvorteile für schuldig befunden.

Warum wird Shi Yongxin 'CEO-Mönch' genannt?

Wegen der aggressiven Kommerzialisierung des Shaolin-Tempels mit über 700 Marken, 18 Unternehmen und weltweiten Kulturzentren.

Wofür ist der Shaolin-Tempel bekannt?

Als UNESCO-Weltkulturerbe, Geburtsort des Chan-Buddhismus und Wiege des Shaolin-Kung-Fu. Er zieht jährlich Millionen von Touristen und Kampfsportstudierenden an.

Wie lange war Shi Yongxin Abt?

Über 25 Jahre, von 1999 bis zu seiner Absetzung im Juli 2025.

Werden die kommerziellen Aktivitäten des Shaolin-Tempels fortgesetzt?

Ja, viele Geschäfte wie Kung-Fu-Schulen und Markenlizenzen laufen weiter, aber es gibt Forderungen nach mehr Aufsicht und Trennung von Religion und Kommerz.

Quellen

Dieser Artikel basiert auf Berichten von Xinhua, Channel News Asia, Sixth Tone, CNN und der Strait Times. Weitere Details bei Channel News Asia und Wikipedia.

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