Hexenjagd in Jharkhand: Mutter und Baby lebendig verbrannt

Eine Mutter und ihr 2 Monate altes Baby wurden am 17. Februar 2026 in Jharkhand, Indien, lebendig verbrannt, nachdem sie der Hexerei beschuldigt wurden. Vier Verdächtige festgenommen, die Untersuchung dauert an.

hexenjagd-jharkhand-mutter-baby-2026
Facebook X LinkedIn Bluesky WhatsApp

Was ist Hexenverfolgung in Indien?

Hexenverfolgung, auch Hexenjagd genannt, bezieht sich auf die brutale Praxis, Personen der Hexerei zu bezichtigen und sie Lynchjustiz, Folter oder Hinrichtung auszusetzen. In einem schockierenden Vorfall diese Woche in Indien wurden eine 32-jährige Mutter namens Jyoti Sinku und ihr zwei Monate altes Baby im Bezirk West Singhbhum in Jharkhand lebendig verbrannt, nachdem sie der Hexerei beschuldigt wurden. Die Stammesgewalt im ländlichen Indien unterstreicht das anhaltende Problem abergläubischer Überzeugungen, die in abgelegenen Gemeinschaften zu tödlichen Konsequenzen führen.

Details der Hexenverfolgung in Jharkhand

Der tragische Vorfall ereignete sich am 17. Februar 2026 in Kalaiya, einem abgelegenen Stammesdorf in Jharkhands Bezirk West Singhbhum. Laut Polizeiberichten und Augenzeugen versammelten sich etwa ein Dutzend Menschen vor dem Haus der Familie und beschuldigten Jyoti Sinku, für den Tod eines Verwandten verantwortlich zu sein, der an einer langwierigen Krankheit gestorben war.

Der Angriff und die unmittelbaren Folgen

Als Jyoti ihr zweimonatiges Baby im Arm hielt, übergoss die Menge Mutter und Kind mit Kerosin oder Benzin und zündete sie an. Ihr Ehemann, Kolhan Sinku, versuchte einzugreifen und bat die Angreifer, die Angelegenheit vor dem Dorfrat zu klären. "Ich flehte sie an, dies im Dorfrat zu regeln, aber sie hörten nicht zu," sagte Kolhan später der Polizei aus seinem Krankenhausbett, wo er wegen schwerer Verbrennungen behandelt wird. Beide starben am Tatort. Die Polizei hat vier Verdächtige festgenommen: Rasika Birua, Jena Birua, Sona Birua und Delka Sinku.

Kontext: Hexengewalt in Indien

Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Laut dem National Crime Records Bureau (NCRB) wurden zwischen 2000 und 2016 über 2.500 Menschen in Hexenjagden getötet, meist Frauen. 2022 allein wurden 85 Frauen wegen Hexenvorwürfen getötet. Jharkhand verzeichnet die meisten Hexenmorde in Indien, mit 593 getöteten Frauen zwischen 2001 und 2021. Die Gewalt gegen Frauen in Indien nimmt in Hexenfällen besonders brutale Formen an.

Warum Hexenvorwürfe bestehen bleiben

Mehrere Faktoren tragen dazu bei: begrenzter Zugang zu Gesundheitsversorgung, wirtschaftliche Schwächen, Bildungsdefizite und Eigentumsstreitigkeiten. Die meisten Opfer gehören marginalisierten Gemeinschaften; 97% stammen aus Dalit- oder rückständigen Kasten, und 73% haben nie eine Schule besucht.

Rechtsrahmen und Vollzugsprobleme

Sechs indische Bundesstaaten haben Gesetze gegen Hexenvorwürfe, aber die Durchsetzung ist unzureichend. Eine Umfrage des Nirantar Trust zeigte, dass 85% der Dorfvorsteher die Gesetze nicht kennen.

Polizeireaktion und Untersuchung

In diesem Fall hat die Polizei Mordanklagen erhoben und ein Sonderermittlungsteam gebildet. Kolhan Sinku behauptet, dass die Polizeistation zunächst verschlossen war, was die Polizei bestreitet. Die Untersuchung läuft weiter.

Auswirkungen und breitere Implikationen

Dieser Vorfall verdeutlicht kritische Probleme im ländlichen Indien: begrenzte Gesundheitsversorgung, Bildungslücken, schwacher Rechtsschutz und soziale Marginalisierung. Über 75.000 Frauen werden als "Daayans" (Hexen) Gewalt ausgesetzt. Die ländliche Entwicklungsherausforderungen in Indien sind in solchen Fällen offensichtlich. Menschenrechtsorganisationen fordern umfassende Interventionen wie Bildungskampagnen, verbesserte Gesundheitsversorgung und stärkere Strafverfolgung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was geschah bei der Hexenverfolgung in Jharkhand?

Eine 32-jährige Mutter und ihr zweimonatiges Baby wurden am 17. Februar 2026 in Kalaiya, Jharkhand, lebendig verbrannt, nachdem sie von einem Mob der Hexerei beschuldigt wurden.

Wie häufig sind Hexentötungen in Indien?

Über 2.500 Menschen wurden zwischen 2000-2016 getötet, mit 85 Frauen 2022 allein. Jharkhand hat die meisten Fälle.

Wer sind die typischen Opfer von Hexenvorwürfen?

Meist Frauen (97%), aus marginalisierten Gemeinschaften, mit begrenzter Bildung (73% ohne Schulbesuch).

Welche rechtlichen Schutzmaßnahmen gibt es?

Sechs Bundesstaaten haben Gesetze, aber die Durchsetzung ist unzureichend; 85% der Dorfvorsteher kennen sie nicht.

Was wird getan, um solche Vorfälle zu verhindern?

Vier Verdächtige wurden festgenommen. Breitere Lösungen erfordern Bildung, Gesundheitsversorgung und stärkere Strafverfolgung.

Quellen

BBC News: Details der Hexenverfolgung in Jharkhand
The Hindu: Mutter und Kind bei Hexenangriff getötet
Frontline: Hexenjagd-Statistiken in Indien
Wikipedia: Hexenjagden in Indien

Verwandt

indien-volkszaehlung-2023
Politik

Indien führt nach Jahren wieder eine nationale Volkszählung durch

Indien kündigt eine verzögerte nationale Volkszählung an, die im nächsten Jahr beginnt und eine 16-jährige Lücke...

koenigstiger-assam-tiger-konflikt
Natur

Mob tötet Königstiger in Assam, Indien

Ein Königstiger wurde von einem Mob in Assam, Indien, getötet, nachdem er Dorfbewohner bedroht hatte. Die Behörden...