Lebenslange Haft für geplanten Attentatsversuch auf Trump

Ryan Routh wurde zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt, weil er 2024 versuchte, Donald Trump auf einem Golfplatz zu ermorden. Ein Secret-Service-Agent verhinderte den Anschlag, indem er auf Routh schoss, der 12 Stunden mit einem Gewehr gewartet hatte.

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Lebenslange Haftstrafe für versuchten Anschlag auf Trump 2024

Ein Bundesrichter hat Ryan Wesley Routh zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung verurteilt. Der 59-Jährige wurde für seinen sorgfältig geplanten Versuch schuldig gesprochen, den ehemaligen Präsidenten Donald Trump im Jahr 2024 auf einem Golfplatz in Florida zu ermorden. Routh wurde in allen fünf Anklagepunkten für schuldig befunden, darunter versuchter Mord an einem bedeutenden Präsidentschaftskandidaten und Angriff auf einen Bundesbeamten.

Der gescheiterte Anschlag am Trump International Golf Club

Am 15. September 2024, nur zwei Monate vor den Präsidentschaftswahlen, hatte sich Routh im Gebüsch nahe dem Zaun des Trump International Golf Clubs in West Palm Beach positioniert. Bewaffnet mit einem Norinco SKS-Gewehr mit Zielfernrohr hatte er fast 12 Stunden auf seine Gelegenheit gewartet. 'Dies war ein Mordversuch an Donald Trump, aber es tut mir so leid, dass ich versagt habe,' schrieb Routh in einem handgeschriebenen Geständnisbrief, der später von Ermittlern gefunden wurde.

Ein Secret-Service-Agent, Robert Fercano, erspähte Routh aus dessen versteckter Schützenposition und schoss auf ihn, wodurch ein möglicherweise tödlicher Angriff verhindert wurde. Routh floh, wurde aber kurz darauf von der Polizei festgenommen. 'Der Verdächtige plante akribisch, einen ehemaligen Präsidenten zu ermorden und zeigte absolut keine Reue für seine Taten,' sagte Staatsanwältin Maria Rodriguez während der Verurteilung.

Monatelange Vorbereitung und Selbstverteidigung

Beweise im Prozess zeigten, dass Routh Monate mit den Vorbereitungen für den Angriff verbracht hatte. Die Staatsanwaltschaft beschrieb, wie er Trumps Golfgewohnheiten studierte, seine Ausrüstung sorgfältig auswählte und seine Position wählte, um seine Erfolgschancen zu maximieren. Trotz seiner detaillierten Planung verteidigte sich Routh während des größten Teils des Prozesses selbst – eine Entscheidung, die nach Ansicht von Rechtsexperten wahrscheinlich seiner Verteidigung geschadet hat.

Die Bundesrichterin Aileen M. Cannon, die den Fall leitete, bezeichnete Routh als 'einen bösartigen Mann', während sie die Strafverfolgungsbehörden für ihr schnelles Handeln lobte. 'Die Secret-Service-Agenten, die an diesem Tag Dienst hatten, verhinderten, was eine nationale Tragödie hätte werden können,' erklärte sie bei der Urteilsverkündung am 4. Februar 2026.

Sicherheitsherausforderungen bei präsidialen Golfplätzen

Der Vorfall unterstrich die anhaltenden Sicherheitsherausforderungen auf Golfplätzen, die von Präsidenten und Ex-Präsidenten besucht werden. Laut Sicherheitsexperten bergen Golfplätze einzigartige Schwachstellen, da sie oft öffentlich zugänglich sind und von Stadtstraßen umgeben sind, die nicht leicht abgeriegelt werden können. Der Secret Service verfolgt einen dreiteiligen Sicherheitsansatz für solche Orte, doch unangekündigte Besuche schaffen zusätzliche Komplikationen.

Dies war nicht der erste Mordversuch gegen Trump. Laut Wikipedia-Daten gab es seit 2016 mehrere Vorfälle, darunter einen ernsthaften Versuch während einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania im Jahr 2024, der zwei Todesopfer forderte und bei dem Trump durch eine Kugel verletzt wurde, die sein rechtes Ohr traf.

Zusätzliche Anklagen und Verurteilung

Zusätzlich zur lebenslangen Haftstrafe für versuchten Mord erhielt Routh weitere sieben Jahre (84 Monate) für illegalen Waffenbesitz und Angriff auf einen Bundesbeamten während seiner Festnahme. Die kombinierte Strafe stellt sicher, dass er den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen wird.

Der Fall umfasste eine umfangreiche Untersuchung des FBI mit Unterstützung mehrerer Strafverfolgungsbehörden. Laut der Erklärung des Justizministeriums folgte Rouths Verurteilung auf einen zweiwöchigen Prozess im September 2025, in dem er in allen Punkten für schuldig befunden wurde.

Rouths Verteidigung plant, gegen das Urteil Berufung einzulegen, mit dem Argument, er habe niemals Böses im Sinn gehabt und es hätte ihm nicht erlaubt werden dürfen, sich selbst zu verteidigen. Rechtsexperten gehen jedoch davon aus, dass die überwältigende Beweislage gegen ihn eine erfolgreiche Berufung unwahrscheinlich macht.

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