INTERPOLs massive weltweite Operation führt zu Tausenden Festnahmen
In einer groß angelegten weltweiten Strafverfolgungsaktion hat INTERPOLs Operation Liberterra III zu 3.744 Festnahmen in 119 Ländern geführt, wobei 4.414 potenzielle Opfer von Menschenhandel geschützt und 12.992 irreguläre Migranten identifiziert wurden. Die 11-tägige Operation, die vom 10. bis 21. November 2025 durchgeführt wurde, umfasste mehr als 14.000 Polizeibeamte weltweit und gilt als eine der bedeutendsten Anti-Menschenhandels-Initiativen der letzten Jahre.
Evolvierende kriminelle Netzwerke und neue Muster
INTERPOL-Beamte stellten eine signifikante Verschiebung der Menschenhandelsmuster fest, wobei nun Südamerikaner und Asiaten nach Afrika gehandelt werden – eine Umkehrung früherer Trends, bei denen afrikanische Opfer typischerweise ins Ausland gehandelt wurden. 'Wir sehen, dass sich kriminelle Netzwerke schnell anpassen, neue Routen und digitale Plattformen nutzen, um gefährdete Bevölkerungsgruppen auszubeuten,' sagte ein INTERPOL-Sprecher. Die Operation deckte Menschenhandelspraktiken entlang gefährlicher Küstenrouten in Senegal, Guinea-Bissau, Marokko und Algerien sowie Landnetzwerke in Peru und Brasilien auf.
In West- und Zentralafrika retteten die Behörden mehr als 200 Opfer und zerschlugen mehrere Rekrutierungszentren. Opfer werden oft durch falsche Versprechen von Arbeitsplätzen im Ausland angeworben, wobei Händler Pyramidensystem-Modelle verwenden, die Opfer zwingen, Freunde und Familie zu rekrutieren. 'Diese Operationen zeigen, dass Menschenhandel eine globale Plage bleibt, aber internationale Zusammenarbeit einen echten Unterschied machen kann,' bemerkte ein hochrangiger Strafverfolgungsbeamter, der an der Operation beteiligt war.
Cybercrime-Bekämpfung in Afrika
Parallel dazu führte INTERPOLs Operation Sentinel, die vom 27. Oktober bis 27. November 2025 durchgeführt wurde, zu 574 Festnahmen und der Rückforderung von etwa 3 Millionen US-Dollar in 19 afrikanischen Ländern. Die Operation konzentrierte sich auf Business Email Compromise (BEC)-Betrug, digitale Erpressung und Ransomware-Angriffe, wobei mehr als 6.000 bösartige Links entfernt und sechs Ransomware-Varianten entschlüsselt wurden.
Zu den bedeutenden Erfolgen gehörte die Verhinderung geschätzter finanzieller Verluste von mehr als 21 Millionen US-Dollar. Im Senegal verhinderten die Behörden eine betrügerische Überweisung von 7,9 Millionen US-Dollar an ein Erdölunternehmen, während Ghana 30 Terabyte an Daten von einem Ransomware-Angriff wiederherstellte. Benin sperrte 4.318 betrügerische Social-Media-Konten als Teil der koordinierten Bemühungen.
INTERPOLs Rolle in der globalen Sicherheit
INTERPOL mit seinen 196 Mitgliedsstaaten fungiert als weltweit größte internationale Polizeiorganisation und erleichtert die globale polizeiliche Zusammenarbeit und Kriminalitätsbekämpfung. Mit Hauptsitz in Lyon, Frankreich, arbeitet die Organisation in vier Sprachen: Arabisch, Englisch, Französisch und Spanisch. Trotz jüngster Kontroversen über den möglichen Missbrauch seiner Systeme durch einige Mitgliedsstaaten hält INTERPOL an seinem Engagement für politische Neutralität bei der Erfüllung seines Mandats fest.
Die jüngsten Erfolge der Organisation demonstrieren ihren sich entwickelnden Ansatz zur Bekämpfung der transnationalen Kriminalität. 'Wir gehen von reaktiven Operationen zu kontinuierlicher, proaktiver Jagd auf kriminelle Netzwerke über,' erklärte ein INTERPOL-Cybercrime-Spezialist. Dieser Wandel ist besonders in Afrika deutlich, wo Operation Sentinel frühere Initiativen wie Operation Serengeti fortsetzt und so einen anhaltenden Druck auf Cybercrime-Operationen auf dem Kontinent aufbaut.
Da globale kriminelle Netzwerke zunehmend ausgeklügelter werden, war INTERPOLs Rolle bei der Koordinierung internationaler Strafverfolgungsmaßnahmen nie wichtiger. Die Fähigkeit der Organisation, Informationen zu teilen, gleichzeitige Operationen über mehrere Rechtsgebiete hinweg zu koordinieren und technische Expertise zu nutzen, bleibt im Kampf gegen transnationale Kriminalität in all ihren Formen unerlässlich.
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