Internationale Polizeizusammenarbeit erzielt historische Ergebnisse
INTERPOL, die weltweit größte internationale Polizeiorganisation mit 196 Mitgliedsstaaten, hat beispiellose Erfolge in ihren 2024-Operationen gegen grenzüberschreitende Kriminalität gemeldet. Die Organisation mit Hauptsitz in Lyon, Frankreich, hat gezeigt, dass koordinierte internationale Polizeiaktionen greifbare Ergebnisse im Kampf gegen immer ausgefeiltere kriminelle Netzwerke, die grenzüberschreitend operieren, erzielen können.
Rekordverdächtige Finanzkriminalitätsoperation
Operation HAECHI V, eine fünfmonatige weltweite Aktion gegen Finanzkriminalität mit Beteiligung von 40 Ländern, führte zu mehr als 5.500 Festnahmen und Beschlagnahmungen von über 400 Millionen US-Dollar. Diese Operation verdoppelte fast die Anzahl der gelösten Fälle (8.309) und verdreifachte die Anzahl der gesperrten virtuellen Vermögenskonten (1.023) im Vergleich zu 2023. 'Das Ausmaß dieser Operation zeigt, was möglich ist, wenn Strafverfolgungsbehörden weltweit gegen grenzenlose Cyberkriminalität zusammenarbeiten,' sagte ein INTERPOL-Sprecher.
Die Operation konzentrierte sich auf sieben Arten von Cyberkriminalität, darunter Voice Phishing, Romance Scams und Anlagebetrug. Eine bedeutende Leistung war die Zerschlagung eines koreanischen Voice-Phishing-Syndikats, das für Verluste in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar bei über 1.900 Opfern verantwortlich war. INTERPOL gab auch eine Purple-Notice-Warnung zu einem neuen Kryptowährungsbetrug mit Stablecoins heraus.
Afrikanische Cyberkriminalitätsaktion
In einer separaten, aber ebenso wichtigen Operation führte INTERPOLs Operation Sentinel in 19 afrikanischen Ländern zu 574 Festnahmen und der Rückgewinnung von etwa 3 Millionen US-Dollar an illegalen Geldern. Die monatelange Operation richtete sich gegen Business Email Compromise (BEC), Ransomware, digitale Erpressung und Online-Betrug.
'Diese Operation unterstreicht die wachsende Kapazität afrikanischer Strafverfolgungsbehörden, grenzüberschreitende Cyberkriminalität durch koordinierte internationale Bemühungen zu bekämpfen,' bemerkte ein Cybersicherheitsexperte, der an der Operation beteiligt war. Wichtige Erfolge umfassten das Abschalten von über 6.000 bösartigen Links, die Entschlüsselung von sechs Ransomware-Varianten und die Untersuchung von Fällen mit geschätzten Verlusten von über 21 Millionen US-Dollar.
INTERPOLs sich entwickelnde Rolle in der globalen Sicherheit
1923 als Internationale Kriminalpolizeiliche Kommission gegründet, hat sich INTERPOL im letzten Jahrhundert erheblich weiterentwickelt. Heute konzentriert sich die Organisation mit einem jährlichen Budget von 142 Millionen Euro und etwa 1.000 Mitarbeitern aus über 100 Ländern auf drei Schlüsselbereiche der grenzüberschreitenden Kriminalität: Terrorismus, Cyberkriminalität und organisierte Kriminalität.
Die Organisation operiert über sieben regionale Büros weltweit und Nationale Zentralbüros in allen Mitgliedsstaaten. Entgegen der landläufigen Meinung ist INTERPOL selbst keine Strafverfolgungsbehörde, sondern erleichtert die Zusammenarbeit zwischen nationalen Polizeibehörden durch kriminelle Datenbanken, Kriminalitätsinformationszentren und Kommunikationsnetzwerke.
Balance zwischen Zusammenarbeit und Menschenrechten
INTERPOL steht vor anhaltenden Herausforderungen bei der Balance zwischen ihrer Mission, globale polizeiliche Zusammenarbeit zu erleichtern, und der Wahrung der Menschenrechte. Die Systeme der Organisation, insbesondere Rote Notizen und Diffusionen, wurden wegen möglichen Missbrauchs durch autoritäre Regime zur grenzüberschreitenden Unterdrückung von Dissidenten und politischen Gegnern kritisiert.
Das INTERPOL Repository of Practice 2024 behandelt diese Bedenken durch aktualisierte Richtlinien zur Auslegung der Artikel 2 und 3 der INTERPOL-Satzung, die erfordern, dass Operationen innerhalb der Menschenrechtsprinzipien stattfinden und politische Aktivitäten verbieten. 'Während die Richtlinien bei der Bewertung von Anträgen auf polizeiliche Zusammenarbeit helfen, steht INTERPOL vor erheblichen Herausforderungen, darunter Rückstände, begrenzte Ressourcen und politischer Druck ihrer 196 Mitgliedsstaaten,' so Menschenrechtsbeobachter.
Ausblick
Da kriminelle Netzwerke immer ausgefeilter und grenzenloser werden, wird INTERPOLs Rolle bei der Erleichterung internationaler polizeilicher Zusammenarbeit immer kritischer. Die Erfolge der Organisation im Jahr 2024 zeigen, dass koordinierte Aktionen substantielle Ergebnisse erzielen können, aber es bleiben anhaltende Herausforderungen, um sicherzustellen, dass solche Zusammenarbeit grundlegende Menschenrechte respektiert und innerhalb angemessener rechtlicher Rahmenbedingungen operiert.
Da sich Cyberkriminalität und Finanzkriminalität weiterhin schnell entwickeln, werden INTERPOLs technische Fähigkeiten, einschließlich ihres I-GRIP-Systems zur Verfolgung illegaler Geldströme, entscheidend sein, um den Schwung von 2024 aufrechtzuerhalten. Die Fähigkeit der Organisation, sich an neue kriminelle Methoden anzupassen und gleichzeitig ihre politische Neutralität zu wahren, wird ihre Wirksamkeit in den kommenden Jahren bestimmen.
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