Großangelegter Drogenfund: Portugal beschlagnahmt fortschrittliches Narco-U-Boot
In einer spektakulären Operation auf hoher See haben portugiesische Behörden ein semi-untergetauchtes 'Narco-U-Boot' mit einer Rekordmenge von neun Tonnen Kokain im Atlantischen Ozean abgefangen. Das Fahrzeug wurde etwa 400 Kilometer (230 Seemeilen) westlich der Azoren im Rahmen einer koordinierten Anti-Drogen-Operation beschlagnahmt, an der die portugiesische Justizpolizei, Marine und Luftwaffe beteiligt waren.
Ein Hightech-Schmuggelgefährt
Das abgefangene Fahrzeug war ein speziell konstruiertes Semi-Tauchboot, das knapp unter der Meeresoberfläche fährt, um Radarerfassung zu vermeiden. Laut einem Sprecher der portugiesischen Marine: 'Das Fahrzeug war speziell dafür ausgelegt, den Atlantik unbemerkt zu überqueren. Es war ein fortschrittliches Stück maritimer Schmuggeltechnologie.' Das Boot war vollständig mit 300 Ballen hochwertigen Kokains beladen, was einen der größten Einzelfunde in der portugiesischen Geschichte darstellt.
Gefährliche Bergungsoperation
Die Bergungsoperation erwies sich aufgrund rauer Wetterbedingungen als besonders herausfordernd. 'Die Wetterbedingungen machten das Entern extrem schwierig und gefährlich,' erklärte der Marinesprecher. 'Wir mussten schnell arbeiten, um die Schmuggelware zu sichern, bevor das Fahrzeug instabil wurde.' Trotz ihrer Bemühungen sank das fragile Semi-Tauchfahrzeug, bevor es in den Hafen geschleppt werden konnte, obwohl es den Behörden gelang, 265 der 300 Ballen zu bergen.
Internationale Zusammenarbeit und Festnahmen
Die Operation mit dem Codenamen 'Adamastor' umfasste internationale Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Drug Enforcement Administration (DEA), der britischen National Crime Agency und spanischen Behörden. Vier Besatzungsmitglieder – drei Kolumbianer und ein Venezolaner – wurden festgenommen und werden derzeit auf den Azoren verhört. Dies ist die dritte derartige Beschlagnahmung durch portugiesische Behörden innerhalb eines Jahres, was den zunehmenden Einsatz fortschrittlicher maritimer Schmuggelmethoden unterstreicht.
Portugals wachsende Rolle im europäischen Drogenhandel
Laut aktuellen Berichten der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht hat sich Portugal als ein immer wichtigerer Zugangspunkt für Kokain nach Europa herausgestellt. Obwohl Belgien, Spanien und die Niederlande die Hauptzugangspunkte bleiben, beschlagnahmte Portugal allein im Jahr 2023 22 Tonnen Kokain, verglichen mit 17 Tonnen im Jahr 2022. 'Dieser Fund zeigt sowohl das Ausmaß des Handelsproblems als auch die Effektivität unserer internationalen Zusammenarbeit,' sagte ein portugiesischer Strafverfolgungsbeamter, der anonym bleiben wollte.
Weitreichende Implikationen für die europäische Drogenpolitik
Der enorme Fund kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Europa Rekordniveaus des Kokainhandels erlebt. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht meldete 419 Tonnen Kokain, die 2023 in ganz Europa beschlagnahmt wurden – das siebte Jahr in Folge mit Rekordfunden. Die BBC-Untersuchung zu Kokainhandelsrouten zeigt, dass Ecuador ein wichtiger Transitpunkt geworden ist, wobei schätzungsweise 70 % des weltweiten Kokains nun über seine Häfen nach Europa fließen.
Portugiesische Behörden betonen, dass diese Operation einen bedeutenden Schlag gegen internationale Drogenhandelsnetzwerke darstellt. 'Jede Beschlagnahmung wie diese stört die Lieferkette und macht die europäischen Straßen sicherer,' sagte der Marinesprecher. Die Ermittlungen zum Handelsnetzwerk hinter dieser Sendung dauern an, wobei die Behörden in den kommenden Wochen weitere Festnahmen erwarten.
Nederlands
English
Deutsch
Français
Español
Português