Großbrand in Darmstädter Forschungszentrum beschädigt Teilchenbeschleuniger

Ein Großbrand im deutschen GSI Helmholtzzentrum beschädigte einen Teilchenbeschleuniger und verzögert das 3,3-Milliarden-Euro-FAIR-Projekt. Es gab keine Verletzten, aber die Forschungsverzögerungen sind erheblich.

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Brand in Darmstädter Forschungszentrum stört bahnbrechende Physikforschung

Ein Großbrand brach am frühen Donnerstagmorgen im renommierten GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt, Deutschland, aus und verursachte erhebliche Schäden an einer der wichtigsten Teilchenbeschleunigeranlagen Europas. Der Brand, der am 5. Februar 2026 gegen 06:30 Uhr begann, verursachte dichte Rauchwolken, die kilometerweit sichtbar waren, und hat zu einer unbestimmten Verschiebung entscheidender Forschungsprojekte geführt.

Einsatz und Schadensbewertung

Mehr als 100 Feuerwehrleute aus verschiedenen Regionen reagierten auf den Brand in der Industriehalle des Forschungskomplexes in Darmstadt-Wixhausen. Obwohl keine Verletzten gemeldet wurden, verursachte das Feuer erhebliche Schäden an der Stromversorgung der bestehenden UNILAC-Linearbeschleunigeranlage. Feuerwehrbeamte erwarteten, dass die Löscharbeiten bis spät in den Abend andauern würden, während sie versuchten, das Feuer vollständig zu löschen und das Ausmaß der Schäden zu bewerten.

Hessens Minister für Wissenschaft und Forschung, Timon Gremmels, bezeichnete den Vorfall in einer Erklärung gegenüber Reportern als 'einen schwarzen Tag für die wissenschaftliche Gemeinschaft in Hessen'. 'Dies ist ein ernster Rückschlag für die Grundlagenforschung in Deutschland und international,' fügte Gremmels hinzu und betonte die Bedeutung des Zentrums für die globale wissenschaftliche Gemeinschaft.

Auswirkungen auf das FAIR-Teilchenbeschleunigerprojekt

Der Brand hat die für Dezember geplante Testphase des neuen 3,3 Milliarden Euro teuren FAIR-Teilchenbeschleunigers (Facility for Antiproton and Ion Research), der am selben Standort im Bau ist, auf unbestimmte Zeit verschoben. Das FAIR-Projekt, das Ende 2027 mit Experimenten beginnen und Ende 2028 vollständig betriebsbereit sein sollte, stellt eines der größten Forschungsinfrastrukturprojekte Europas dar.

Laut der offiziellen GSI-Website wird FAIR Wissenschaftlern weltweit beispiellose Möglichkeiten bieten, die Struktur der Materie und die Entwicklung des Universums zu erforschen. Der 1,1 Kilometer lange Beschleunigerring war dafür ausgelegt, intensive Strahlen von Antiprotonen und Ionen für bahnbrechende Forschung in Kernphysik, Astrophysik und Materialwissenschaften zu erzeugen.

Wissenschaftliches Erbe des Forschungszentrums

Das GSI Helmholtzzentrum, gegründet 1969, steht seit mehr als einem halben Jahrhundert an der Spitze der Schwerionenforschung. Die Einrichtung hat sechs chemische Elemente entdeckt: Bohrium (1981), Meitnerium (1982), Hassium (1984), Darmstadtium (1994), Roentgenium (1994) und Copernicium (1996). Zwei dieser Elemente – Darmstadtium und Hassium – sind nach der Stadt Darmstadt und dem Bundesland Hessen benannt, in dem sich das Forschungszentrum befindet.

Das Zentrum beschäftigt etwa 1.500 Mitarbeiter und empfängt jährlich Hunderte internationale Wissenschaftler, die grundlegende Fragen zur Zusammensetzung des Universums erforschen. Ihre Arbeit umfasst die Untersuchung superschwerer Elemente, die nicht natürlich vorkommen, und die Erforschung von Bedingungen, die denen Mikrosekunden nach dem Urknall ähneln.

Sicherheitsmaßnahmen und Untersuchung

Die Behörden rieten Anwohnern zunächst, Fenster und Türen geschlossen zu halten, da möglicherweise schädliche Stoffe freigesetzt wurden. Spätere Luftqualitätsmessungen ergaben jedoch keine gefährlichen Materialien in der Umgebung. Die Feuerwehr bestätigte, dass die neue FAIR-Baustelle nicht direkt vom Brand betroffen war.

Die Ursache des Brandes wird noch untersucht, obwohl vorläufige Berichte darauf hindeuten, dass er möglicherweise durch einen Kurzschluss in der Hochspannungsversorgung während der Vorbereitungen zum Hochfahren der Anlage entstanden ist. Forschungsdirektor Dr. Thomas Nilsson erklärte: 'Wir arbeiten eng mit den Ermittlern zusammen, um genau zu bestimmen, was passiert ist und wie wir solche Vorfälle in Zukunft verhindern können.'

Der Vorfall unterstreicht die Anfälligkeit großer wissenschaftlicher Infrastrukturen und wirft Fragen zu Sicherheitsprotokollen in Forschungseinrichtungen auf, die komplexe elektrische Systeme und experimentelle Ausrüstung betreiben.

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