Ein Cyberangriff auf französische Supermärkte ließ Kühlsysteme auf bis zu 50°C überhitzen, sodass Hunderte Filialen frische und gefrorene Lebensmittel im Wert von Millionen Euro vernichten mussten. Der am 12. Oktober 2026 entdeckte Angriff nutzte veraltete Danfoss-Kühlsoftware aus und traf Ketten wie Intermarché, E.Leclerc, Netto und Coopérative U.
Was geschah bei dem Cyberangriff?
Der Angriff begann in der Nacht zum Sonntag und fiel erst auf, als Mitarbeiter am Montagmorgen die Filialen öffneten. Hacker manipulierten aus der Ferne die Abtaufunktion internetverbundener Kühlregler, wodurch die Geräte kontinuierlich weiterliefen und Temperaturen bis 50°C erreichten. Einige voll gefüllte Kühlschränke wurden über sechs Stunden lang erhitzt, berichteten französische Medien. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Cyberkriminalität, die französische Agentur ANSSI koordiniert mit europäischen Partnern. Der Vorfall unterstreicht die wachsende Verwundbarkeit der Cybersicherheit in der Lebensmittelkette.
Wie nutzten Hacker die Danfoss-Kühlsoftware aus?
Betroffene Filialen nutzten ältere Danfoss-Kühlgeräte, die sich nicht remote aktualisieren ließen. Zu den verwundbaren Systemen gehören die Controller Danfoss AK-SM 800A, deren Schwachstellen das Sicherheitsunternehmen Claroty zuvor offengelegt hatte. Für drei Danfoss-Controller ist seit dem 18. September ein Patch verfügbar, doch viele ältere Geräte liefen weiter mit veralteter Firmware. Danfoss erklärte, betroffene Geräte hätten veraltete Firmware verwendet, die nicht aktualisiert werden konnte. Dies spiegelt breitere Schwachstellen in industriellen Steuerungssystemen wider, die kritische Infrastruktur treffen.
Welche französischen Supermarktketten waren betroffen?
Etwa 400 der rund 15.000 französischen Supermärkte waren gestört. Intermarché und Netto meldeten Berichten zufolge rund 300 betroffene Filialen, Coopérative U bestätigte Störungen in weniger als 100 Standorten; auch E.Leclerc, Carrefour Market und Monoprix sollen Ziele gewesen sein.
| Kette | Betroffene Filialen (Schätzung) |
|---|---|
| Intermarché / Netto | ca. 300 |
| Coopérative U | weniger als 100 |
| E.Leclerc | Ziel (unbestätigt) |
| Carrefour Market / Monoprix | angeblich betroffen |
Finanzielle Verluste durch verdorbene Lebensmittel
Zwei Supermärkte im Elsass meldeten gemeinsame Verluste von 270.000 €, ein Filialleiter nannte 220.000 € Schaden. Landesweit dürften die Kosten in die Millionen gehen. Der CEO von Coopérative U nannte den Angriff 'äußerst schwerwiegend und beispiellos'. Der EU-Kommissar für Lebensmittel verurteilte den Vorfall als 'Bewaffnung der Nahrung'. Der Angriff wirft drängende Fragen zur Sicherheit des europäischen Einzelhandels auf.
Besteht ein Zusammenhang mit dem Cybervorfall bei Albert Heijn?
Separat meldete der niederländische Händler Ahold Delhaize einen Cybersicherheitsvorfall, der Filialen von Albert Heijn, Etos und Gall & Gall traf. Dieser Angriff hatte nichts mit Kühlung zu tun, störte aber elektronische Regaletiketten und verhinderte Online-Lieferungen. Ein Sprecher sagte zu Reuters, es gebe keinen Grund, einen Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen zu sehen. Dennoch unterstreichen die zeitgleichen Ereignisse die wachsenden grenzüberschreitenden Cyberbedrohungen im Einzelhandel.
Wie können Supermärkte ihre Kühlsysteme schützen?
- Firmware-Updates und Patches schnell einspielen.
- Operative Technologienetze von IT-Systemen trennen.
- Kühlregler auf ungewöhnliche Temperaturbefehle überwachen.
- Reaktionspläne für Lebensmittelverderb und Brandrisiken entwickeln.
FAQ
Was verursachte die Erwärmung auf 50°C?
Hacker nutzten veraltete Danfoss-Kühlsoftware, um ein kontinuierliches Abtauen auszulösen, wodurch die Geräte überhitzten.
Welche Ketten waren betroffen?
Intermarché, Netto, Coopérative U, E.Leclerc, Carrefour Market und Monoprix, mit rund 400 gestörten Filialen.
Wie hoch war der Schaden?
Einzelne Filialen verloren Hunderttausende Euro; landesweit werden Verluste in Millionenhöhe geschätzt.
Ist der Vorfall bei Albert Heijn verbunden?
Laut Ahold Delhaize gibt es keinen bestätigten Zusammenhang.
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