Sport-Gleichstellungsdebatte: Gender-Pay-Gap bleibt 2025 bestehen

Trotz Fortschritten in einigen Sportarten bestehen 2025 weiterhin erhebliche Gender-Pay-Gaps. Sportlerinnen verdienen in den meisten professionellen Sportarten deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen.

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Der anhaltende Kampf für gleiche Bezahlung im Sport

Die Debatte über gleiche Bezahlung zwischen männlichen und weiblichen Athleten tobt auch 2025 weiter, wobei erhebliche Gehaltsunterschiede trotz einiger Fortschritte in bestimmten Sportarten bestehen bleiben. Obwohl laut aktuellen Daten 90% der Sportarten bei großen Meisterschaften mittlerweile gleiche Preisgelder anbieten, unterscheidet sich die Realität für professionelle Sportlerinnen weiterhin erheblich von der ihrer männlichen Kollegen.

Eklatante finanzielle Unterschiede

Die Zahlen zeichnen ein düsteres Bild. Top-Fußballerinnen verdienen in der Regel nur 15-25% dessen, was männliche Spieler erhalten, während im Basketball WNBA-Spielerinnen nur einen Bruchteil der NBA-Gehälter verdienen. „Wenn man sich die Zahlen ansieht, wird klar, dass wir von Gleichberechtigung noch weit entfernt sind“, sagt Sportökonomin Dr. Sarah Johnson. „Caitlin Clarks WNBA-Einsteigergehalt von 77.000 US-Dollar im Vergleich zu Victor Wembanyamas NBA-Vertrag über 12,2 Millionen US-Dollar zeigt die enorme Kluft, die nach wie vor besteht.“

Laut einer Parity Now-Umfrage verdienen 58% der Sportlerinnen weniger als 25.000 US-Dollar pro Jahr – unterhalb des US-Medianeinkommens. Noch besorgniserregender ist, dass die Hälfte der Sportlerinnen angibt, nach Abzug der sportbezogenen Kosten kein Nettoeinkommen zu haben.

Fortschritte und Rückschläge

Tennis war eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte, da Grand-Slam-Turniere mittlerweile gleiche Preisgelder anbieten. Dies bleibt jedoch die Ausnahme und nicht die Regel. „Wir haben im Tennis Fortschritte erzielt, aber wir können uns nicht ausruhen, bis jede Sportart Gehaltsgleichheit erreicht hat“, sagt Tennischampion Naomi Osaka.

Die geschäftlichen Gründe für Investitionen in den Frauensport werden immer deutlicher. Deloitte prognostiziert, dass der globale Wert des Frauensports 2025 die 2-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten wird, mit Rekordbewertungen für Frauenteams. Die WNBA's New York Liberty wird jetzt auf 450 Millionen US-Dollar geschätzt, während Chelsea FC Women eine Bewertung von 326 Millionen US-Dollar erreichte.

Strukturelle Barrieren bestehen fort

Die Gehaltslücke resultiert aus jahrzehntelanger systemischer Unterinvestition in den Frauensport. Historische Verbote für Frauensport, eingeschränkte professionelle Karrierewege und unzureichende Schwangerschaftsvorsorge haben strukturelle Nachteile geschaffen, die bis heute fortbestehen. „Es geht nicht um Talent oder Marktnachfrage – es geht um jahrzehntelange bewusste Unterinvestition“, erklärt Sportanalystin Maria Rodriguez.

Medienberichterstattung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Die Frauen-WM 2023 zog weltweit 2 Milliarden Zuschauer an, was beweist, dass es ein enormes Publikumsinteresse gibt, wenn Frauensport angemessen berücksichtigt und gefördert wird.

Der Weg nach vorn

Experten betonen, dass die Erreichung echter Gleichberechtigung erfordert, strukturelle Ungleichheiten anzugehen, die über reine Gehaltsfragen hinausgehen. Dazu gehören gleiche Medienberichterstattung, Investitionen in die Grundlagenentwicklung und verbesserte Arbeitsbedingungen. „Wir brauchen gezielte Investitionen und einen gesellschaftlichen Wandel in der Wertschätzung des Frauensports“, argumentiert Gleichstellungsanwältin Lisa Chen.

Trotz der Herausforderungen gibt es Anzeichen für Fortschritte. Die Expansion von Frauensport-Cafés von einem auf elf Standorte in den USA in nur drei Jahren zeigt wachsendes kommerzielles Interesse. Die erste Partnerschaft der MLB mit einer professionellen Frauen-Sportliga durch Investitionen in die Athletes Unlimited Softball League stellt einen weiteren positiven Schritt dar.

Der Kampf für gleiche Bezahlung im Sport geht weiter, wobei Athleten, Befürworter und fortschrittliche Organisationen auf die systemischen Veränderungen drängen, die notwendig sind, um echte Geschlechtergleichheit in der Leichtathletik zu erreichen.

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