NASA sieht sich Kritik wegen rein männlicher Artemis-III-Besatzung ausgesetzt
Die NASA steht nach der Ankündigung einer rein männlichen Besatzung für die Artemis-III-Mission unter heftiger Kritik. Der kritische Testflug, der für 2027 geplant ist, bereitet die erste bemannte Mondlandung seit über 50 Jahren vor. Die Entscheidung stieß bei Astronauten, Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit auf scharfe Ablehnung, da Frauen 40 % des aktiven Astronautenkorps der NASA ausmachen.
Die am 9. Juni 2026 bekannt gegebene Besatzung umfasst Kommandant Randy Bresnik (NASA), Pilot Luca Parmitano (ESA) und Missionsspezialisten Frank Rubio und Andre Douglas (beide NASA). Ersatzpilot ist Bob Hines. Alle vier Hauptbesatzungsmitglieder sind Männer – die erste rein männliche NASA-Besatzung für eine große Mission seit 2021.
Warum die Auswahl der Artemis-III-Besatzung wichtig ist
Das Artemis-Programm ist nach der griechischen Göttin Artemis benannt, der Zwillingsschwester von Apollo – ein symbolischer Name, der eine neue Ära der Integration in der Raumfahrt signalisieren sollte. Die NASA hatte zuvor versprochen, im Rahmen des Artemis-Programms die erste Frau und die erste Person of Color auf den Mond zu bringen. Kritiker argumentieren, dass die rein männliche Artemis-III-Besatzung dieser Vision widerspricht.
Emily Calandrelli nannte die Entscheidung auf Instagram „enttäuschend“: „Artemis ist die Zwillingsschwester von Apollo. Machen wir diesen Fehler nicht noch einmal.“ Die Ziele des Artemis-Programms haben stets Vielfalt betont, was diese Entscheidung für viele Beobachter besonders irritierend macht.
NASA-Administrator Jared Isaacman verteidigt die Entscheidung
NASA-Administrator Jared Isaacman, selbst ein kommerzieller Astronaut, reagierte auf die Kritik auf X (ehemals Twitter). Er erklärte, die Besatzungsauswahl basiere ausschließlich auf Fachwissen, Missionsanforderungen und Verfügbarkeit – nicht auf Geschlecht oder Politik. „Niemand sollte hier etwas dahinter suchen“, schrieb Isaacman. „Wir wählen die besten Astronauten aus, um unsere Ziele zu erreichen.“ Isaacman betonte, dass mehrere Astronautinnen bereits für ISS-Missionen eingeteilt oder für spätere Artemis-Flüge vorgesehen seien.
Wer sind die Artemis-III-Astronauten?
- Randy Bresnik (Kommandant): NASA-Astronaut, ehemaliger Oberst des US Marine Corps, ehemaliger ISS-Kommandant mit über 149 Tagen im All.
- Luca Parmitano (Pilot): ESA-Astronaut, italienischer Testpilot, ehemaliger ISS-Kommandant – der erste Europäer, der für eine Artemis-Mission eingeteilt wurde.
- Frank Rubio (Missionsspezialist): US-Armee-Hubschrauberpilot, Flugarzt, hält den Rekord für den längsten Einzelflug eines US-Astronauten (371 Tage).
- Andre Douglas (Missionsspezialist): Neuester NASA-Astronaut, ehemaliger Kommandant der Küstenwache, Ingenieur und Robotikspezialist, der seinen ersten Raumflug unternimmt.
Was Artemis III tatsächlich tun wird
Trotz seines Namens wird Artemis III nicht auf dem Mond landen. Stattdessen handelt es sich um einen komplexen Testflug im niedrigen Erdorbit, der Rendezvous- und Docking-Manöver zwischen Orion und kommerziellen Mondlandefahrzeugen von SpaceX (Starship) und Blue Origin (Blue Moon) erproben soll. Die Mission umfasst drei separate Raketenstarts – der komplexeste bemannte Raumflugtest seit Apollo.
Die Besatzung wird etwa zwei Wochen im Orbit verbringen, um Raumfahrzeugsysteme, Strahlenschutz und Besatzungsoperationen zu testen. Ein erfolgreicher Flug würde den Weg für Artemis IV im Jahr 2028 ebnen, das die erste bemannte Mondlandung seit 54 Jahren anstrebt. Die Artemis-IV-Mondlandemission wird voraussichtlich eine vielfältigere Besatzung umfassen, möglicherweise mit der ersten Frau auf dem Mond.
Reaktionen aus der Raumfahrtgemeinschaft
Sian Proctor, die 2021 als erste afroamerikanische Pilotin eines Raumschiffs mit Isaacman auf Inspiration4 flog, zeigte sich hoffnungsvoll: „Glückwünsche an die Besatzung von Artemis III. Euer Erfolg wird den Weg für die rein weibliche Besatzung von Artemis IV ebnen!“
Alexandra Doten bezeichnete die rein männliche Besatzung angesichts des vielfältigen Astronautenpools der NASA als „wahnsinnig“. Von 37 aktiven NASA-Astronauten sind 15 Frauen – etwa 40 %. Seit SpaceX 2021 begann, Astronauten zur ISS zu bringen, sind rein männliche Besatzungen selten geworden. Die Vielfalt im Astronautenkorps der NASA ist ein Grund zum Stolz für die Agentur, was diese Auswahl zu einer bemerkenswerten Abweichung macht.
FAQ: Kontroverse um die Artemis-III-Besatzung
Warum ist die Artemis-III-Besatzung rein männlich?
Aufgrund von Fachwissen und Verfügbarkeit. Mehrere Astronautinnen sind für ISS oder spätere Artemis-Missionen vorgesehen.
Wie viele Frauen gibt es im Astronautenkorps der NASA?
15 von 37 Astronauten sind Frauen (40 %). Die jüngste Astronautenklasse (2021) war zu über 50 % weiblich.
Werden Frauen an zukünftigen Artemis-Missionen teilnehmen?
Ja, für Artemis IV und folgende Missionen, einschließlich der ersten bemannten Mondlandung.
Wann wird Artemis III starten?
2027, abhängig von der Bereitschaft der SLS-Rakete, des Orion-Raumfahrzeugs und der kommerziellen Mondlandefahrzeuge.
Was ist der Unterschied zwischen Artemis III und Artemis IV?
Artemis III ist ein Testflug im niedrigen Erdorbit, Artemis IV die erste Mondlandung seit 1972.
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