Israel-Wahl: Westjordanland zu, Gaza kaum Thema

Israel schließt zur Wahl am Dienstag die Westjordanland-Grenzen; das Leid in Gaza bleibt im Wahlkampf kaum Thema. Fast 75.000 Tote, eine Million Vertriebene.

Israel-Wahl: Westjordanland zu, Gaza kaum Thema
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Ausgabe: DE

Israels Militär bestätigte, dass am Dienstag, 27. Oktober, alle Landübergänge im Westjordanland geschlossen werden, während das Land erstmals seit den Hamas-Angriffen vom 7. Oktober 2023 wählt. Die Sicherheitssperren im Westjordanland hindern palästinensische Arbeiter daran, nach Israel, in Siedlungen, Industriezonen und ins Jordantal zu gelangen. Die IDF nennt die Maßnahmen üblich für Wahlen, doch sie folgen einem Checkpoint-Angriff bei Hebron am Freitag, bei dem palästinensische Bewaffnete zwei israelische Soldaten töteten. Premier Benjamin Netanyahu ordnete eine Operation „in einem seit 1967 nicht gesehenen Ausmaß“ an. Truppen riegelten Hebron ab, zerstörten Häuser und Geschäfte und vertrieben laut Verteidigungsminister Israel Katz rund 2.000 Menschen. Bürgermeister Youssef al-Jaabari sagte der BBC, die Razzia sei von den Wahlen getrieben. Vor Oktober 2023 hatten über 100.000 Palästinenser Arbeitsgenehmigungen; nur ein Bruchteil wurde wiederhergestellt.

Warum Israel am Wahltag Westjordanland-Grenzen schließt

Fast eine Million Menschen in Gaza sind vertrieben, etwa 75.000 getötet, Lebensmittelpreise haben sich verdreifacht, weil Lieferungen stocken und Hilfe schwindet. Dennoch spielt die humanitäre Krise in Gaza im Wahlkampf kaum eine Rolle. The Guardian berichtete, Palästinenser in al-Mawasi nennten ihr Leid Wahlkampfmaterial. Ein Vertriebener sagte: Wir kämpfen ums Überleben und verfolgen die Wahl kaum. Wer zusieht, tut es aus Angst, nicht aus Hoffnung. Netanyahus Rechtsaußen-Koalition und Gadi Eisenkots oppositionelle Jashar-Partei konzentrieren sich auf die Zerstörung der Hamas und Donald Trumps Friedensplan; einen klaren Plan für Gazas Zukunft haben beide nicht.

Gaza-Leid im Wahlkampf 2026 kaum präsent

Eisenkot, ehemaliger IDF-Stabschef, versprach am 15. Oktober an der Gaza-Grenze, binnen 18 Monaten als Premier werde die Hamas Gaza nicht mehr regieren und ihr militärischer Flügel zerstört sein – durch Trumps Rahmen oder Militäraktion. Er warf Netanyahu Strategielosigkeit vor: Solange Netanyahu an der Macht bleibt, bleibt die Hamas an der Macht. Netanyahus Israel-Wahl 2026 setzt auf nationale Sicherheit und das Ende der Hamas-Herrschaft. Wie Zivilisten geschützt oder Gaza wiederaufgebaut würde, sagen beide nicht.

Was Eisenkot und Netanyahu zur Hamas versprechen

Die Schließungen treffen Zehntausende Palästinenser mit gültigen Genehmigungen und verschärfen die Wirtschaft im Westjordanland. In Hebron vertrieb die Operation rund 2.000 Menschen; der Bürgermeister nannte die Stadt ein Katastrophengebiet. Die Siedlungen im Westjordanland sind zunehmend auf eingeschränkte palästinensische Arbeitskraft angewiesen, während das Sicherheitsestablishment Sperren als Schutz vor Anschlägen verteidigt. Menschenrechtsgruppen warnen, Wahltagssperren und der Gaza-Krieg könnten Spannungen in den besetzten Gebieten weiter anheizen.

Auswirkungen auf Palästinenser und regionale Sicherheit

Umfragen deuten auf ein knappes Rennen zwischen Netanyahus Block und Eisenkots Opposition hin; arabische Parteien könnten entscheidend werden. Palästinenser in Gaza und im Westjordanland erwarten kaum Veränderung. Die Frage der Hamas-Herrschaft in Gaza dürfte Koalitionsgespräche prägen, die humanitäre Katastrophe aber kaum oben auf die Agenda kommen.

Ausblick nach Dienstag

FAQ

Warum schließt Israel am Wahltag die Westjordanland-Übergänge?

Das Militär nennt es eine übliche Sicherheitsmaßnahme bei Wahlen, verschärft nach dem Checkpoint-Angriff bei Hebron am 24. Oktober 2026, bei dem zwei Soldaten starben.

Wie viele Palästinenser sind betroffen?

Vor dem 7. Oktober 2023 hatten über 100.000 Palästinenser israelische Arbeitsgenehmigungen; nur ein Bruchteil wurde wiederhergestellt, und während der Schließung sind alle ausgesperrt.

Warum fehlt Gaza weitgehend im Wahlkampf?

Beide Hauptkandidaten setzen auf Hamas-Zerstörung und Sicherheit, ohne klaren Plan für Gazas Zukunft; Palästinenser nennen ihr Leid Wahlkampfmaterial.

Was sagten Eisenkot und Netanyahu zum Ende der Hamas-Herrschaft?

Eisenkot versprach, die Hamas regiere binnen 18 Monaten nicht mehr in Gaza; Netanyahu gelobte ebenfalls das Ende der Hamas-Herrschaft, ohne Details zum Schutz von Zivilisten.

Wann ist die Israel-Wahl 2026?

Israel wählt am Dienstag, 27. Oktober 2026 – die erste nationale Wahl seit den Angriffen vom 7. Oktober 2023.

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