Hamas kündigt Auflösung der Gaza-Verwaltung an
In einer politischen Wende kündigte die Hamas am 6. Juli 2026 die Auflösung ihres Notstandsausschusses an, der den Gazastreifen seit fast zwei Jahrzehnten verwaltet. Dies ebnet den Weg für eine technokratische Übergangsbehörde, das Nationalkomitee für die Verwaltung Gazas (NCAG), unter dem von den USA vermittelten Gaza-Friedensplan. Hamas-Sprecher Hazem Qassem erklärte, der Schritt ziele darauf ab, Vorwände für israelische Militäroperationen zu beseitigen. Die Ankündigung erwähnte jedoch keine Entwaffnung, sodass das Kernproblem für eine dauerhafte Waffenruhe ungelöst bleibt.
Hintergrund: Zwei Jahrzehnte Hamas-Herrschaft im Gazastreifen
Die 1987 gegründete Hamas übernahm 2007 die Kontrolle im Gazastreifen und regierte das Gebiet getrennt von der Palästinensischen Autonomiebehörde. Der Gaza-Friedensplan von 2025, von US-Präsident Donald Trump am 29. September 2025 angekündigt, sah eine Waffenruhe, Geisel-Freilassungen, Entmilitarisierung und eine Übergangsregierung vor. Die erste Phase trat am 10. Oktober 2025 in Kraft, doch die zweite Phase – einschließlich Entwaffnung der Hamas und vollständiger israelischer Abzug – ist ins Stocken geraten.
Was die Auflösung für die Verwaltung Gazas bedeutet
Das Nationalkomitee für die Verwaltung Gazas (NCAG)
Das NCAG ist ein technokratisches Übergangsgremium, das durch die UN-Resolution 2803 (2025) eingerichtet wurde. Es besteht aus 15 unabhängigen palästinensischen Technokraten unter Vorsitz von Ali Shaath. Das NCAG soll öffentliche Dienstleistungen erbringen, den Wiederaufbau überwachen und die Rechtsstaatlichkeit herstellen. Seit seiner Gründung im Januar 2026 hat das NCAG jedoch seinen Sitz in Kairo und konnte wegen israelischer Einwände nicht nach Gaza einreisen. Die Auflösung der Hamas-Verwaltung soll die Übernahme erleichtern, die praktische Umsetzung bleibt ungewiss.
Hamas behält militärischen und politischen Einfluss
Die Hamas hat ihren zivilen Verwaltungsapparat aufgelöst, aber ihr militärischer Flügel, die al-Qassam-Brigaden, bleibt intakt. Die Entwaffnungsforderung an die Hamas bleibt der zentrale Streitpunkt. Israels Premier Benjamin Netanyahu besteht auf Entwaffnung als Voraussetzung für die nächste Phase, während die Hamas Abrüstung als Kapitulation ansieht und auf ihrem Widerstandsrecht beharrt.
Israels expandierende Kontrolle und der blockierte Waffenstillstand
Seit Inkrafttreten der Waffenruhe hat Israel seine militärische Kontrolle über Gaza deutlich ausgeweitet. Im Mai 2026 wies Netanyahu die Armee an, etwa 70 Prozent des Gazastreifens zu besetzen, weit über die Bedingungen des Waffenstillstands hinaus. Die israelische Besetzung Gazas 2026 erschwert den Friedensprozess, und die Hamas nennt die anhaltende Aggression als Grund, ihre Waffen zu behalten.
Internationale Reaktionen und nächste Schritte
Der US-amerikanische Friedensrat würdigte die Ankündigung, betonte aber, die Bewertung erfolge „auf der Grundlage von Taten, nicht von Versprechen“. Katar, die Türkei und Ägypten drängen auf Fortschritte, doch die zweite Phase des Waffenstillstands bleibt blockiert. Jared Kushner erklärte, dass der Wiederaufbau Gazas erst nach der Entwaffnung der Hamas beginnen könne. Korrespondent Lennard Swolfs merkte an: „Es scheint ein strategischer Schritt der Hamas, um den Ball ins Lager Israels zu spielen. Aber konkrete Ergebnisse sind fraglich, da die technokratische Verwaltung nicht in Gaza ist und die Hamas keine Entwaffnung erwähnt.“
FAQ: Verständnis der Entscheidung der Hamas
Was kündigte die Hamas am 6. Juli 2026 an?
Die Auflösung ihres Notstandsausschusses, der den Gazastreifen seit 2007 verwaltet, und die Bereitschaft zur Machtübergabe an das technokratische NCAG.
Bedeutet dies, dass die Hamas abrüstet?
Nein. Die Ankündigung erwähnte keine Entwaffnung. Die Hamas behält ihre militärischen Kräfte.
Was ist das NCAG?
Das Nationalkomitee für die Verwaltung Gazas, ein technokratisches Übergangsgremium unter UN-Resolution 2803, das die zivilen Angelegenheiten in Gaza verwalten soll.
Warum ist der Waffenstillstand blockiert?
Die zweite Phase des US-vermittelten Friedensplans, die Entwaffnung der Hamas und vollständigen israelischen Abzug vorsieht, ist aufgrund von Uneinigkeit über die Abrüstung und Israels expandierender Militärkontrolle blockiert.
Was ändert sich für die Bewohner Gazas?
Kurzfristig wenig. Israel setzt Militäroperationen fort, die humanitäre Hilfe bleibt unzureichend, und die Hamas ist militärisch weiter präsent. Das NCAG kann seine Aufgaben noch nicht wahrnehmen.
Quellen
Dieser Artikel basiert auf Berichten von NOS, Reuters, Al Jazeera, CNN, The National sowie den Wikipedia-Einträgen zu Hamas und dem Nationalkomitee für die Verwaltung Gazas.
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