Spanien Wohnungskrise: Sánchez droht Neuwahl

Spaniens Parlament lehnt am 2. Oktober 2026 zwei Wohnungsdekrete ab. Für Premier Sánchez steigen die Chancen auf Neuwahlen. Was das für Mieter bedeutet.

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Ausgabe: DE

Spaniens Wohnungskrise ist zu einer politischen Krise geworden: Am 2. Oktober 2026 lehnte das Parlament zwei Regierungsdekrete ab, die explodierende Mieten bremsen und Mieter schützen sollten. Der Kongress der Abgeordneten stimmte gegen das Wohnungspaket von Ministerpräsident Pedro Sánchez. Seine Minderheitskoalition steht vor dem möglichen Aus – Neuwahlen rücken näher.

Was geschah bei der Abstimmung?

Die beiden Ende August vom Ministerrat gebilligten Dekrete scheiterten, weil die katalanische Separatistenpartei Junts zusammen mit der konservativen PP und der rechtsextremen Vox mit Nein stimmte. Sánchez' Sozialisten (PSOE) und ihre linken Verbündeten hatten zu wenige Stimmen. Vor dem Gebäude protestierten Demonstranten gegen Zwangsräumungen. Die Ablehnung ist ein schwerer Schlag für eine Regierung, die die spanische Mietkrise zur Priorität erklärt hat. Wohnungsministerin Isabel Rodríguez bot an, die Texte als reguläres Gesetz einzubringen – Junts lehnte ab.

Was war im „Maricarmen-Dekret"?

Das Paket wurde nach der 87-jährigen María del Carmen Abascal benannt, die am 23. September aus ihrer Retiro-Wohnung zwangsgeräumt wurde, in der sie über 70 Jahre gelebt hatte. Ihre Miete war von rund 500 auf 2.650 Euro gestiegen – später auf 1.650 Euro gesenkt –, nachdem ein Investmentfonds das Gebäude gekauft hatte.

Die abgelehnten Dekrete umfassten: Zwangsräumungsverbot für schutzbedürftige Mieter bis 2030; zweijähriger Mietstopp für bestehende Verträge; strengere Regeln für Kurzzeitmieten; Kaufverbot für „Geierfonds" bis 2028; automatische Vertragsverlängerung. Gesundheitsministerin Mónica García sagte, das Paket hätte über fünf Millionen Menschen geholfen.

Warum stimmte Junts dagegen?

Junts argumentierte, die Maßnahmen verkleinerten das Angebot und verschärften die Krise. „Die Wohnungssuche in Spanien wird von Tag zu Tag schwieriger", sagte ein Sprecher. „Wir schulden den Menschen Sicherheit, nicht Unsicherheit." Die Partei fordert mehr Schutz für Kleinvermieter und sieht Kataloniens Zuständigkeit für Wohnungspolitik verletzt. Auch das Timing ist brisant: Separatistenführer Carles Puigdemont könnte nächste Woche nach Spanien zurückkehren und bei Neuwahlen kandidieren. Die Episode befeuert die Debatte über katalanische Separatistenpolitik.

Junts gegen die Regierung

ThemaRegierungJunts
ZwangsräumungenVerbot bis 2030Schutz für Kleinvermieter
MietenStopp und VerlängerungWarnt vor weniger Angebot
KurzzeitmietenStrengere RegelnRespekt für Katalonien

Wie reagierte die Opposition?

PP-Abgeordneter Juan Bravo sagte: „Wohnraum wird nicht durch Dekrete billiger, sondern durch mehr Bauen. Es wird nicht einfach und nicht schnell." Sánchez warnte: „Die Geschichte wird Sie früher richten, als Sie denken."

Was passiert als Nächstes?

Medien berichten, Sánchez prüfe Neuwahlen; der 29. November gilt als möglicher Termin. Sein Büro bestätigte nichts, eine Entscheidung wird an diesem Wochenende erwartet. Eigentlich war die Wahl erst 2027 angesetzt. Für die Linke ist das Timing günstig, steht die Wohnungskrise doch oben auf der Agenda. Die Rechte fordert weiterhin Sánchez' Rücktritt. Analysten sehen Parallelen zu gescheiterten europäischen Minderheitsregierungen.

Wie schlimm ist die Wohnungskrise?

Laut dem spanischen Jugendrat haben sich die Mieten in zehn Jahren verdoppelt. Rund 75 % der 16- bis 34-Jährigen leben noch bei ihren Eltern, das Durchschnittsalter beim Auszug liegt bei 30 Jahren – vier über dem EU-Schnitt. In Madrid und Barcelona frisst die Miete über 40 % des Haushaltseinkommens; Zwangsräumungen stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 18 %. Die Mietergewerkschaft Sindicato de Inquilinos hält ein Zeltlager an der Puerta del Sol.

Häufig gestellte Fragen

Warum lehnte das Parlament die Dekrete ab?

Junts, PP und Vox stimmten dagegen. Junts begründete dies mit sinkendem Angebot und Belastungen für Kleinvermieter.

Was war das Maricarmen-Dekret?

Ein Wohnungspaket, benannt nach der 87-jährigen Maricarmen Abascal, deren Räumung landesweite Proteste auslöste.

Wird Sánchez Neuwahlen ansetzen?

Medien halten sie für wahrscheinlich, möglicherweise am 29. November 2026; bestätigt ist nichts.

Wie stark sind die Mieten gestiegen?

Sie haben sich in einem Jahrzehnt etwa verdoppelt.

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