Australien: 99 Mio. Strafe für Kinder-Social-Media-Verbot

Australien verdoppelt Strafe auf 99 Mio. AUD für Verstöße gegen Social-Media-Verbot für Minderjährige. eSafety erhält mehr Befugnisse. Studien: 85% umgehen Verbot.

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Ausgabe: DE

Australien verschärft Social-Media-Verbot für Kinder

Australien hat die maximale Geldstrafe für Tech-Unternehmen, die gegen das weltweit erste Social-Media-Verbot für Kinder unter 16 verstoßen, auf 99 Mio. AUD (ca. 60 Mio. Euro) verdoppelt. Der Schritt erfolgt sechs Monate nach Inkrafttreten am 10. Dezember 2025, da die Durchsetzung weitgehend wirkungslos blieb. Die eSafety-Kommissarin erhält erweiterte Befugnisse, um Compliance-Nachweise von Plattformen wie Instagram, Facebook, YouTube, Snapchat und TikTok zu verlangen. Ermittlungen gegen diese fünf Plattformen laufen bereits.

Warum Australien das Verbot verschärft

Premierminister Albanese kritisierte Big Tech für unzureichende Umsetzung. Eine im British Medical Journal veröffentlichte Studie ergab, dass 85 % der 12- bis 15-Jährigen drei Monate nach dem Verbot noch soziale Medien nutzten. Kinder umgehen es durch Alterslügen oder Elternkonten. Die weltweite Bewegung für strengere Social-Media-Regulierung gewinnt an Dynamik.

Wie die neuen Strafen und Befugnisse funktionieren

Verdoppelte Höchststrafe

Die Strafe stieg von 49,5 Mio. auf 99 Mio. AUD für Plattformen wie Facebook, Instagram, Reddit, Snapchat, TikTok, X, Twitch, Kick und YouTube.

Stärkere eSafety-Befugnisse

Die Kommissarin kann nun Beweise für Altersverifikation und Maßnahmen zur Durchsetzung des Verbots verlangen.

Ermittlungen

Laufende Untersuchungen gegen Meta, Google, Snapchat und TikTok.

Begrenzte Wirksamkeit nach sechs Monaten

85 % der Jugendlichen nutzen weiterhin soziale Medien, wie Studien zeigen. Die Molly Rose Foundation forderte robustere Altersverifikation. Die Herausforderungen der Altersverifikationstechnologie bleiben zentral.

Globale Auswirkungen

Großbritannien kündigte ein ähnliches Verbot bis Frühjahr 2027 an. Auch Kanada, Frankreich, Deutschland, Spanien und andere ziehen nach. Die EU unterstützt koordinierte Maßnahmen. Das geplante britische Social-Media-Verbot für Kinder greift auf australische Erfahrungen zurück.

Rechtliche Anfechtungen

Reddit und Bürgerrechtsgruppen klagen gegen das Verbot unter Berufung auf Meinungsfreiheit und Datenschutzbedenken. Meta verweist auf investierte Mittel, räumt aber ein, dass kein System narrensicher sei.

FAQ: Australiens Social-Media-Verbot für Kinder

Was ist das Verbot?

Das Gesetz verbietet Kindern unter 16 Konten auf zehn großen Plattformen seit 10.12.2025.

Wie hoch ist die Strafe?

Bis zu 99 Mio. AUD für Unternehmen, die keine angemessenen Maßnahmen ergreifen.

War das Verbot wirksam?

Nein: 85 % der 12- bis 15-Jährigen nutzen weiterhin soziale Medien.

Welche Länder folgen?

Großbritannien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Spanien u.a.

Welche Befugnisse hat die eSafety-Kommissarin?

Sie kann Compliance-Nachweise verlangen und Untersuchungen einleiten.

Quellen

BBC News, CNBC, Reuters, NYT, Al Jazeera, BMJ, Molly Rose Foundation. Siehe Links im Text.

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