Koalitionskrise in Israel: Regierungssturz könnte 'ernste Folgen' für Netanyahu haben

Israel steckt in einer Koalitionskrise, da ultraorthodoxe Parteien drohen, die Regierung zu stürzen, was Netanyahu juristischen Konsequenzen aussetzen könnte. Der Konflikt dreht sich um Wehrpflichtbefreiungen und finanzielle Sanktionen.

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In Israel wird heute über die Auflösung der Knesset abgestimmt, während Koalitionspartner drohen, die Regierung von Premierminister Benjamin Netanyahu zu stürzen. Dies könnte den israelischen Führer den Schutz seines Amtes kosten, was 'ernste Folgen' haben könnte, da er bereits strafrechtlich verfolgt wird, berichtet der Israel-Korrespondent Ralph Dekkers.

Die Opposition hat einen Antrag zur Auflösung des Parlaments eingebracht, und ultraorthodoxe Parteien in Netanyahus Koalition erwägen, diesen zu unterstützen. Bei Annahme des Antrags würden Neuwahlen ausgelöst. Beobachter vermuten, dass diese Parteien den Antrag zunächst unterstützen könnten, um Netanyahu unter Druck zu setzen, später aber ihre Unterstützung zurückziehen.

Ein zentraler Streitpunkt ist die Wehrpflicht für ultraorthodoxe Juden, ein sensibles Thema in Israel. Die Regierung arbeitet an einem neuen Gesetz, um sie davon zu befreien, aber die aktuelle Version sieht finanzielle Sanktionen für Nichtbefolgung vor, was Widerstand hervorruft. Dekkers weist darauf hin, dass die ultraorthodoxen Parteien die Regierung darüber stürzen könnten.

Netanyahu steht auch wegen laufender Korruptionsverfahren unter Druck. Fällt die Regierung, könnte er juristischen Schutz verlieren, was seine Probleme verschärfen würde. Die Lage bleibt angespannt, während die Verhandlungen weitergehen.

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