Junge und Vater kehren nach Minnesota zurück nach Gerichtsbeschluss
Der fünfjährige Liam Conejo Ramos und sein Vater Adrian Conejo Arias wurden aus einem ICE-Haftzentrum in Dilley, Texas, entlassen, nachdem ein Gerichtsbeschluss die Einwanderungsdurchsetzung der Trump-Regierung scharf kritisierte. Der Vater und der Sohn, ursprünglich aus Ecuador, wurden am 20. Januar 2026 in einem Vorort von Minneapolis festgenommen und nach Texas verlegt, bevor sie freigelassen wurden.
Bundesrichter Fred Biery übte scharfe Kritik an den Handlungen der Regierung und stellte fest, dass der Fall aus 'schlecht durchdachter und inkompetent ausgeführter Regierungsjagd auf tägliche Abschiebequoten' hervorgegangen sei, die Kinder traumatisiere. Die Anordnung des Richters folgte auf weit verbreitete öffentliche Empörung über Bilder, die Liam mit einer Hasenmütze und einem Spider-Man-Rucksack zeigten, umgeben von Einwanderungsbeamten.
Umstrittene Festnahme führt zu nationaler Debatte
Der Fall ist zu einem Brennpunkt in der anhaltenden Debatte über die Einwanderungsdurchsetzung in den Vereinigten Staaten geworden. Nach Angaben von Nachbarn und Schulpersonal sollen Einwanderungsbeamte den Kleinkind als 'Köder' benutzt haben, um seine Mutter aus dem Haus zu locken. Das Ministerium für Innere Sicherheit hat diese Behauptungen bestritten und erklärt, der Vater habe das Kind zurückgelassen, als er zu fliehen versuchte.
Der Abgeordnete Joaquin Castro aus Texas begleitete die Familie persönlich zurück nach Minnesota und dokumentierte ihre Freilassung in den sozialen Medien. In einem herzlichen Brief an Liam schrieb Castro: 'Du hast die Welt bewegt. Deine Familie, deine Schule und viele Unbekannte haben für dich gebetet und alles angeboten, was sie tun konnten, um dich wieder nach Hause zu bringen.'
ICE unter der Lupe
Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund wachsender Kontroversen um die Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE), die 2003 nach den Anschlägen vom 11. September gegründet wurde. Unter Präsident Trump hat die Behörde eine erhebliche Expansion erfahren, wobei ihr Budget nach Angaben von Wikipedia bis 2025 auf etwa 9,13 Milliarden US-Dollar angewachsen ist.
Die Abteilung für Vollstreckung und Abschiebung (ERO) von ICE, die für die Festnahme und Abschiebung von undokumentierten Einwanderern verantwortlich ist, hat insbesondere für ihre Taktiken Kritik geerntet. Die Behörde hat mehr als 21.800 Mitarbeiter und operiert über mehr als 400 Büros weltweit.
Landesweite Proteste gehen weiter
Die Freilassung erfolgt inmitten anhaltender landesweiter Anti-ICE-Proteste in den Vereinigten Staaten. Am 30. Januar 2026 fanden in Minneapolis und anderen Städten Massendemonstrationen statt, bei denen Demonstranten 'ICE Out' skandierten und zu einem 'Nationalen Streik' aufriefen, wie CNN-Berichte zeigen.
Die Proteste wurden durch tödliche Schießereien angeheizt, bei denen Anfang Januar zwei US-Bürger durch Bundes-Einwanderungsbeamte in Minneapolis getötet wurden. Alex Pretti, eine Intensivpflege-Krankenschwester, und Renee Good, Mutter von drei Kindern, wurden beide bei Auseinandersetzungen mit ICE-Agenten getötet.
Umfragen zeigen eine wachsende öffentliche Besorgnis über die Taktiken der Einwanderungsdurchsetzung, wobei 61% der Wähler der Meinung sind, dass ICE-Taktiken 'zu weit gegangen sind', wie ABC News berichtet.
Zukunft der Familie ungewiss
Die Familie Conejo Ramos hat ein laufendes Asylverfahren und fürchtet die Rückkehr nach Ecuador. Ihre erste Anhörung ist für Ende Februar geplant. Castro betonte in seinem Social-Media-Beitrag: 'Lass dir von niemandem sagen, dass dies nicht dein Zuhause ist. Amerika wurde die mächtigste und wohlhabendste Nation der Welt dank Einwanderer, nicht trotz ihnen.'
Der Fall unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen den Prioritäten der Einwanderungsdurchsetzung und humanitären Bedenken, insbesondere im Hinblick auf die Behandlung von Kindern im Einwanderungssystem.
Nederlands
English
Deutsch
Français
Español
Português