Spanien legalisiert 500.000 Migranten in historischem Schritt

Spanien genehmigt ein historisches Programm zur Legalisierung von 500.000 irregulären Migranten, mit Schwerpunkt auf wirtschaftlichen Vorteilen und im Kontrast zur restriktiven europäischen Migrationspolitik.

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Spanien kündigt bahnbrechendes Regularisierungsprogramm an

Die linke Regierung Spaniens hat ein historisches Dekret verabschiedet, um etwa 500.000 irregulären Migranten einen legalen Aufenthaltsstatus zu gewähren. Es handelt sich um eines der größten Regularisierungsprogramme in Europa seit Jahrzehnten. Die am 27. Januar 2026 angekündigte Maßnahme sieht eine einjährige befristete Aufenthaltserlaubnis für Migranten vor, die nachweisen können, dass sie vor dem 31. Dezember 2025 in Spanien angekommen sind, dort mindestens fünf Monate gelebt haben und keine Vorstrafen haben.

Wirtschaftliche Notwendigkeit hinter der Entscheidung

Die spanische Regierung betont, dass dieser Schritt nicht nur humanitär, sondern auch wirtschaftlich notwendig ist. Bei geschätzten 840.000 irregulären Migranten im Land, von denen viele in Schlüsselsektoren wie Landwirtschaft und Tourismus arbeiten, soll die Regularisierung Arbeitskräfte in die formale Wirtschaft bringen. 'Migration war für 80 % des Wirtschaftswachstums Spaniens in den letzten sechs Jahren verantwortlich', sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez und verwies auf die demografische Realität einer alternden Bevölkerung, die Arbeitskräfte benötigt.

Migrationsministerin Elma Saiz Delgado nannte es einen 'historischen Tag' für das spanische Migrationssystem, das nun auf 'Menschenrechten, Integration und Zusammenleben' basieren solle, während es mit dem Wirtschaftswachstum vereinbar bleibe. Die Regierung erwartet, dass Anträge ab April 2026 bearbeitet werden, mit einem beschleunigten System für das erwartete Volumen.

Kontrast zur europäischen Migrationspolitik

Die spanische Entscheidung steht in scharfem Kontrast zur zunehmend restriktiven Migrationspolitik anderswo in Europa. Während Länder wie Italien und Frankreich Grenzkontrollen und Asylregeln verschärft haben, wählt Spanien einen inklusiveren Ansatz. Dies folgt auf Druck linker Verbündeter und einer Bürgerinitiative, die von mehr als 700.000 Menschen unterzeichnet wurde.

Das Programm stellt die erste Massenregularisierung seit 2005 dar, als eine ähnliche Initiative etwa 580.000 Migranten legalisierte. Jenem Programm wird allgemein zugeschrieben, die Steuereinnahmen erhöht und Arbeitsausbeutung reduziert zu haben – Ergebnisse, die die aktuelle Regierung zu wiederholen hofft.

Oppositionssorgen und Umsetzungsherausforderungen

Konservative und rechtsextreme Oppositionsparteien haben die Maßnahme kritisiert, wobei einige die Regierung beschuldigen, 'Illegalität zu belohnen' und möglicherweise weitere irreguläre Migration anzuregen. Kritiker sorgen sich auch um zusätzlichen Druck auf das bereits überlastete spanische Gesundheitssystem und den Wohnungsmarkt.

Migrations-Interessenvertretungen und die spanische katholische Kirche haben den Schritt jedoch als eine 'Tat sozialer Gerechtigkeit' begrüßt. Die Kirche wies darauf hin, dass viele irreguläre Migranten bereits zur spanischen Gesellschaft beitragen, aber grundlegenden Schutz vermissen.

Die Umsetzung könnte auf Herausforderungen stoßen, da frühere Regularisierungsprogramme Bearbeitungsverzögerungen hatten. Die Regierung verspricht, Anträge innerhalb von drei Monaten zu bearbeiten, aber historische Präzedenzfälle deuten auf längere Wartezeiten hin. Zudem könnten sich möglicherweise nicht alle berechtigten Migranten anmelden, aufgrund von Misstrauen in staatliche Prozesse oder Zurückhaltung, in das Steuersystem einzutreten.

Breitere Implikationen für die europäische Migrationspolitik

Die spanische Entscheidung fällt mit einem Rückgang der irregulären Einwanderung in der EU um 25 % im Jahr 2025 zusammen, laut EU-Statistiken. Der spanische Ansatz könnte breitere europäische Diskussionen über Migrationsmanagement beeinflussen, insbesondere da Länder mit Arbeitskräftemangel und demografischen Herausforderungen kämpfen.

Die befristeten Genehmigungen gewähren keine spanische Staatsbürgerschaft, kein Wahlrecht oder Zugang zu bestimmten Sozialleistungen, aber eine legale Arbeitserlaubnis und Zugang zur Gesundheitsversorgung. Dies stellt einen wichtigen Schritt zur Integration für Hunderttausende dar, die im Schatten Spaniens gelebt haben.

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