Minnesota startet eigene Untersuchung zu tödlichem ICE-Vorfall

Minnesota leitet eigene Untersuchung eines tödlichen Schussvorfalls durch einen ICE-Agenten ein, stellt die bundesstaatliche Zuständigkeit infrage und löst politische Spannungen und landesweite Proteste aus.

minnesota-untersuchung-ice-vorfall
Image for Minnesota startet eigene Untersuchung zu tödlichem ICE-Vorfall

Unabhängige Untersuchung stellt sich Bundesbehörden entgegen

Die Behörden in Minnesota haben eine eigene Untersuchung des tödlichen Schussvorfalls eingeleitet, bei dem ein ICE-Agent die 37-jährige Renee Nicole Good in Minneapolis erschoss. Dies führt zu einer direkten Konfrontation mit der Trump-Regierung über Zuständigkeit und Transparenz. Staatsanwältin Mary Moriarty von Hennepin County kündigte die Untersuchung auf Staatsebene an, nachdem Bundesbehörden lokalen Ermittlern den Zugang zu Beweismaterial verweigert hatten.

Neue Aufnahmen führen zu Kontroversen

Neu veröffentlichte Handyvideos von ICE-Agent Jonathan Ross zeigen die Momente vor dem Schussvorfall am 7. Januar. In dem 47 Sekunden langen Video ist Good zu hören, wie sie zum Agenten sagt: 'Es ist okay, Mann, ich bin nicht sauer auf dich.' Das Video, zuerst von der konservativen Nachrichtenseite Alpha News veröffentlicht und später von Vizepräsident JD Vance geteilt, zeigt, wie Ross sich um Goods kastanienbraunen Honda SUV bewegt, bevor das Fahrzeug nach vorne fährt und Schüsse fallen.

Vizepräsident Vance verteidigte die Handlungen des Agenten und postete auf X, dass das Video 'beweist, dass der Agent in Gefahr war und in Selbstverteidigung handelte.' Moriarty äußerte jedoch Bedenken über die exklusive Untersuchung des FBI und sagte: 'Wir befürchten, dass wir vom FBI nicht genügend Beweise erhalten, um eine Entscheidung über eine Strafverfolgung treffen zu können.'

Politische Auseinandersetzung über Zuständigkeit

Die Trump-Regierung beharrt darauf, dass Bundesbehörden die ausschließliche Zuständigkeit für den Fall haben, wobei Präsident Trump erklärt, der Agent habe in Selbstverteidigung gehandelt. Diese Position wird von Beamten in Minnesota, einschließlich Bürgermeister Jacob Frey von Minneapolis, bestritten, der die FBI-Übernahme der Untersuchung kritisierte.

Moriartys Büro hat eine spezielle Website eingerichtet, auf der die Öffentlichkeit Videos, Dokumente und Aussagen zum Schussvorfall einreichen kann. 'Wir brauchen eine gründliche und transparente Untersuchung,' betonte Moriarty in einer Pressemitteilung und unterstrich damit die wachsende Kluft zwischen staatlichen und bundesstaatlichen Behörden.

Hintergrund: Erweiterte Rolle der ICE

Der Schussvorfall ereignet sich vor dem Hintergrund einer erheblichen Ausweitung der ICE unter der Trump-Regierung. Laut CBC News hat sich das ICE-Budget auf fast 29 Milliarden Dollar im Jahr 2025 fast verdreifacht, wobei die Behörde eine aggressive Abschiebepolitik verfolgt, die auf eine Million Abschiebungen pro Jahr abzielt. Die Behörde wurde 2003 nach den Anschlägen vom 11. September gegründet und steht zunehmend wegen ihrer Taktiken in der Kritik, darunter Agenten, die Masken tragen und unbeschriftete Fahrzeuge benutzen.

Reaktion der Gemeinschaft und landesweite Proteste

Goods Tod hat zu weit verbreiteter Empörung geführt, wobei Tausende Menschen eine Mahnwache in Minneapolis besuchten und landesweit Hunderte von Protesten geplant sind. Die 37-jährige Mutter von drei Kindern wurde von ihrer Frau als engagierte Christin beschrieben, die Nachbarn half, als sie getötet wurde. 'Wir hatten Trillerpfeifen. Sie hatten Gewehre,' erzählte Rebecca Good Reportern und hob damit das Machtungleichgewicht bei der Konfrontation hervor.

Der Vorfall folgt einem Muster zunehmender ICE-Aktivitäten in US-Städten, bei denen die Behörde Massenfestnahmen durchführt und zunehmend Forderungen von Aktivisten nach Reformen oder Abschaffung erhält. Die Untersuchung in Minnesota stellt eine bedeutende Herausforderung für die Bundesautorität dar und könnte einen Präzedenzfall dafür schaffen, wie lokale Gerichtsbarkeiten auf ICE-Aktionen in ihren Gemeinden reagieren.

Das könnte ihnen auch gefallen