Chicago wehrt sich gegen Trumps Militäreinsatz für Einwanderung

Chicago Bürgermeister Johnson lehnt Trumps Plan ab, Militär für Einwanderungskontrolle zu senden, nennt es undemokratisch und verweigert Polizeikooperation.

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Politische Konfrontation über Bundes-Einwanderungsoperation

Bürgermeister Brandon Johnson von Chicago hat eine feste Haltung gegen den Plan von Präsident Donald Trump eingenommen, Militärpersonal und Bundesagenten in seine Stadt zu entsenden. Die Operation, die Berichten zufolge nächste Woche beginnen soll, stellt die jüngste Eskalation in Trumps aggressiver Einwanderungsdurchsetzungskampagne gegen von Demokraten geführte Städte dar.

Widerstand gegen Bundesübergriff

Bürgermeister Johnson hat dem Chicago Police Department explizite Richtlinien erteilt, die jede Zusammenarbeit mit Bundesmilitärpatrouillen oder Verhaftungen verbieten. In einer stark formulierten Erklärung charakterisierte der Bürgermeister Trump als "die größte Bedrohung für die Demokratie in der US-Geschichte" und bezeichnete den Widerstand als notwendigen Schutz gegen Tyrannei.

Die neuen Richtlinien der Stadt schreiben vor, dass lokale Polizeibeamte keine Gesichtsbedeckungen wie Bundes-Einwanderungsbeamte tragen dürfen und ihre Identifikationsnummern deutlich anzeigen müssen. Diese Maßnahme scheint darauf ausgelegt zu sein, die Rechenschaftspflicht zu erhöhen und städtische Strafverfolgung von Bundesoperationen zu unterscheiden.

Trumps Kampagne gegen Sanctuary-Städte

Präsident Trump hat seinen Fokus auf Städte mit demokratischer Führung verstärkt und behauptet, dass sie unangemessen mit Kriminalität, Obdachlosigkeit und illegaler Einwanderung umgehen. "Chicago ist ein Desaster," sagte Trump letzte Woche. "Es gibt einen inkompetenten Bürgermeister. Und wir werden das wahrscheinlich reparieren."

Laut anonymen Regierungsquellen, die mit AP sprachen, könnte die Chicago-Operation bereits am Freitag starten und etwa dreißig Tage dauern. Im Gegensatz zu früheren Einsätzen in Washington und Los Angeles zielt diese Operation speziell auf undokumentierte Einwanderer ab und nicht auf allgemeine Kriminalitätsreduzierung.

Widersprüchliche Kriminalstatistiken

Bürgermeister Johnson widerlegte Trumps Behauptungen, indem er Daten des Chicago Police Department vorlegte, die eine signifikante Kriminalitätsreduzierung in den letzten zwei Jahren zeigen. Dieses Muster spiegelt ähnliche Streitigkeiten in Washington wider, wo lokale Behörden trotz Trumps Charakterisierung von "übermäßiger Kriminalität" rückläufige Kriminalitätsraten meldeten.

Die Konfrontation stellt das jüngste Kapitel in Trumps Einwanderungsdurchsetzungsstrategie für seine zweite Amtszeit dar, die Razzien in Sanctuary-Städten, Massenfestnahmen und umstrittenen Einsatz militärischer Mittel für innere Sicherheit umfasst hat.

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