Über 1.100 neue Meeresarten bei globalen Expeditionen entdeckt
Forscher haben im vergangenen Jahr im Rahmen des Nippon Foundation-Nekton Ocean Census, dem größten Programm zur Dokumentation des Meereslebens, 1.121 neue Meeresarten entdeckt. Die neue Meeresartenentdeckungen erstrecken sich von abgelegenen Standorten wie der Tiefsee vor der Antarktis bis zu vulkanischen Seebergen vor Japan und flachen Gewässern um die Komoren.
Wichtige Entdeckungen: Geisterhai und Glaswurm
Zu den bemerkenswertesten Funden gehört der Drakefisch, auch als 'Geisterhai' oder Chimaera bekannt. Dieser urzeitliche Verwandte von Haien und Rochen entstand vor etwa 400 Millionen Jahren – vor den Dinosauriern. Er wurde vor der Küste Australiens entdeckt. Ein weiterer auffälliger Fund ist Dalhousiella yabukii, ein Wurm vor Japan, der in einer transparenten 'Glaskuppel' lebt. Sein durchsichtiges Gehäuse macht innere Organe sichtbar.
Wettlauf gegen die Zeit zur Dokumentation des Meereslebens
'Wir kämpfen gegen die Zeit, um das Meeresleben zu verstehen und zu schützen', sagt Ocean-Census-Forscherin Michelle Taylor. Nach der Entdeckung eines neuen Organismus dauert es durchschnittlich 13 Jahre, bis er wissenschaftlich beschrieben wird. 'Viele Arten riskieren zu verschwinden, bevor sie dokumentiert werden.' Etwa 90 Prozent der Meeresorganismen sind der Wissenschaft unbekannt. 'Tausende Arten schmachteten in einem wissenschaftlichen Niemandsland, weil das Entdeckungstempo nicht Schritt halten konnte', fügte Taylor hinzu. 'Jetzt holen wir auf.'
Einzigartige Entdeckungen in flachen Gewässern
Neben Tiefseefunden gab es auch Entdeckungen in flacheren Umgebungen. In Osttimor wurde ein Wurm gefunden, dessen einzigartige Toxine auf mögliche Behandlungen gegen Alzheimer und Schizophrenie untersucht werden. In Europa wurde in einer Meereshöhle bei Marseille eine bunte Mittelmeergarnele in Tiefen von 15 bis 35 Metern entdeckt. Die Meilensteine der Ozeanerkundung 2025 unterstreichen die enorme Biodiversität, die noch katalogisiert werden muss.
Globale Bedeutung des Ocean Census
Der Nippon Foundation-Nekton Ocean Census zielt darauf ab, die Entdeckung und den Schutz des Meereslebens zu beschleunigen. Die Entdeckungen verdeutlichen die Dringlichkeit von Tiefsee-Schutzbemühungen, da der Klimawandel und menschliche Aktivitäten die marinen Ökosysteme bedrohen.
FAQ
Was ist der Nippon Foundation-Nekton Ocean Census?
Es ist das weltweit größte Programm zur Dokumentation des Meereslebens, das durch globale Expeditionen die Entdeckung und den Schutz von Meeresarten beschleunigt.
Wie viele neue Meeresarten wurden entdeckt?
1.121 neue Meeresarten im vergangenen Jahr.
Was ist ein Geisterhai?
Ein Geisterhai, auch Chimaera, ist ein urzeitlicher Verwandter von Haien und Rochen, der vor etwa 400 Millionen Jahren entstand.
Warum ist es dringend, neue Meeresarten zu entdecken?
Viele Arten riskieren Aussterben vor der Dokumentation; das Verständnis der Biodiversität ist entscheidend für Schutz und medizinische Durchbrüche.
Wo wurden die neuen Arten gefunden?
Weltweit, darunter Tiefsee vor der Antarktis, vulkanische Seeberge vor Japan, flache Gewässer der Komoren, Osttimor und eine Meereshöhle bei Marseille.
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