Indien jagt Elefanten, der in 9 Tagen 20 Menschen tötete

Indische Behörden jagen einen ausgerissenen Elefanten, der in 9 Tagen 20 Menschen in Jharkhand tötete. Der Vorfall unterstreicht eskalierende Mensch-Elefant-Konflikte, die durch Lebensraumverlust verursacht werden.

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Massive Suche nach tödlichem Elefanten in Jharkhand

Indische Behörden haben eine beispiellose Jagd auf einen ausgerissenen männlichen Elefanten gestartet, der in nur neun Tagen mindestens 20 Menschen im östlichen Bundesstaat Jharkhand getötet hat. Die tödliche Angriffsserie, die zwischen dem 1. und 9. Januar in den Waldgebieten Chaibasa und Kolhan im Distrikt West Singhbhum stattfand, markiert eine beunruhigende Eskalation der Mensch-Elefant-Konflikte, die die Region seit Jahren heimsuchen.

Beispielloses Muster der Gewalt

Was diesen Fall besonders alarmierend macht, ist, dass es das erste Mal ist, dass eine so anhaltende Serie von Todesfällen mit einem einzelnen männlichen Elefanten in der Region in Verbindung gebracht wird. 'Es ist das erste Mal, dass eine solche Todesreihe mit einem männlichen Elefanten in Verbindung gebracht wird,' sagte ein Wildhüter der BBC. Das gesamte Gebiet bleibt in hoher Alarmbereitschaft, um weiteren Verlust von Menschenleben oder Zerstörung von Eigentum zu verhindern.

Die meisten Opfer wurden nachts angegriffen, während sie ihre Reisernte bewachten oder im Freien schliefen. Zu den tragischen Fällen gehörten der 62-jährige Urdub Bahoda, der getötet wurde, während er über sein Feld wachte, und der 42-jährige Vishnu Sundi, der zertrampelt wurde, während er draußen schlief. Vielleicht am herzzerreißendsten war das Schicksal der Familie Bahoda – Vater Kundra und seine beiden Kinder (6 und 8 Jahre) wurden erdrückt, während seine Frau Pundi mit ihrer verletzten zweijährigen Tochter gerade noch entkommen konnte.

Suche nach einem 'jungen und schnellen' Täter

Wildhüter beschreiben den Elefanten als jung, wendbar und vor allem nachts aktiv, was die Ortung extrem schwierig macht. Mehr als 100 Wildhüter sind in einer massiven Suchaktion eingesetzt, um das Tier zu lokalisieren, einzufangen und in die Wildnis zurückzubringen. Die Behörden nutzen traditionelle Trommelwarnungen, um die Bewohner zu warnen, und haben den Menschen geraten, nachts drinnen zu bleiben.

Experten vermuten, dass der Elefant möglicherweise 'Musth' erlebt – einen periodischen Zustand bei männlichen Elefanten, der durch erhöhte Aggression aufgrund erhöhter Testosteronspiegel während der Paarungszeit gekennzeichnet ist. 'Männliche Elefanten haben dann einen erhöhten Testosteronspiegel, was sie aggressiver macht. Nach 15 bis 20 Tagen verschwindet das wieder,' erklärten Wildtierexperten.

Ursachen: Lebensraumverlust und Fragmentierung

Diese Tragödie unterstreicht den wachsenden Mensch-Elefant-Konflikt in Indien, verursacht durch schrumpfende Waldlebensräume und zunehmende menschliche Invasion. Laut einer aktuellen Studie nahm die Waldbedeckung in Jharkhand zwischen 2000 und 2023 um 6 % ab, während die bebauten Gebiete um 39,34 % zunahmen. Dies fragmentiert Elefantenkorridore und zwingt die Tiere zu engerem Kontakt mit menschlichen Siedlungen.

Der Indische Elefant (Elephas maximus indicus), der auf der Roten Liste der IUCN als 'Stark gefährdet' eingestuft ist, steht vor zahlreichen Bedrohungen, darunter Lebensraumverlust, Wilderei und Mensch-Wildtier-Konflikte. Allein zwischen 2012 und 2020 starben nach offiziellen Angaben mindestens 65 Menschen bei Mensch-Elefant-Konflikten in Jharkhand.

Entschädigung und Naturschutz-Herausforderungen

Die Regierung von Jharkhand hat finanzielle Entschädigungen für die Familien der Opfer angekündigt, aber dies tut wenig gegen die zugrunde liegende ökologische Krise. Der Elephant-Human Conflict Report des Bundesstaates vom März 2025 unterstreicht den dringenden Bedarf an umfassenden Naturschutzstrategien, einschließlich Wiederaufforstung, Einrichtung geschützter Korridore und gemeindebasierter Minderungsansätze.

Während die Suche weitergeht, leben die Bewohner in Angst, Zugverbindungen sind unterbrochen und Wildtierbeamte stehen vor der schwierigen Aufgabe, menschliche Sicherheit mit Elefantenschutz in Einklang zu bringen. Dieser Vorfall dient als schmerzhafte Erinnerung an die komplexen Herausforderungen für das indische Wildtiermanagement, da sich die menschliche Bevölkerung in traditionelle Tierlebensräume ausdehnt.

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