Investition vor Amtsantritt führt zu Korruptionsvorwürfen
Nur vier Tage vor der Amtseinführung von Präsident Donald Trump im Januar 2026 wurde ein umstrittener Investitionsvertrag über 500 Millionen US-Dollar unterzeichnet, der sich zu einem großen politischen Skandal entwickelt hat. Scheich Tahnoon bin Zayed Al Nahyan, der nationale Sicherheitsberater der Vereinigten Arabischen Emirate, der oft als "Spionnenscheich" bezeichnet wird, erwarb über eines seiner Investitionsvehikel eine 49%-Beteiligung an der Kryptofirma der Trump-Familie, World Liberty Financial.
Der Deal, erstmals gemeldet von The Wall Street Journal, wurde von Eric Trump im Namen von World Liberty Financial unterzeichnet. Die Transaktion leitete 187 Millionen US-Dollar an verschiedene Trump-Familienfonds und 31 Millionen US-Dollar an mit Steve Witkoff verbundene Unternehmen weiter, der bereits von Trump zum Gesandten für den Nahen Osten ernannt worden war.
Der 'Spionnenscheich' und seine KI-Ambitionen
Scheich Tahnoon ist kein gewöhnlicher Investor. Als Bruder des VAE-Präsidenten Mohammed bin Zayed Al Nahyan und Verwalter des 1,3 Billionen US-Dollar schweren Staatsfonds des Landes hat er enormen Einfluss. Laut Wikipedia ist Tahnoon Vorsitzender von G42, einem Unternehmen für künstliche Intelligenz, das zuvor wegen Verbindungen zu sanktionierten chinesischen Unternehmen wie Huawei in der Kritik stand. Während der Biden-Regierung blockierten die USA den Export von KI-Hardware an G42 aufgrund nationaler Sicherheitsbedenken.
'Das ist Korruption, ganz einfach,' erklärte Senatorin Elizabeth Warren in einer scharfen Erklärung. 'Die Trump-Regierung muss ihre Entscheidung, sensible KI-Chips an die VAE zu verkaufen, rückgängig machen.'
Die KI-Chip-Verbindung
Was diese Investition besonders kontrovers macht, ist das, was darauf folgte. Nur zwei Monate nach Tahnoons Besuch im Weißen Haus nach der Amtseinführung genehmigte die Trump-Regierung den Export von 500.000 fortschrittlichen KI-Chips pro Jahr in die VAE. Auffällig war, dass etwa ein Fünftel dieser Chips – etwa 100.000 Einheiten – für Tahnoons Unternehmen G42 bestimmt war.
Diese Genehmigung erfolgte trotz früherer Bedenken der Regierung bezüglich der Verbindungen von G42 zu chinesischen Technologieunternehmen. Wie CNBC berichtete, hat der Zeitpunkt ernsthafte Fragen aufgeworfen, ob die Investition politische Entscheidungen beeinflusst hat.
World Liberty Financial und der USD1 Stablecoin
World Liberty Financial, die von Trump unterstützte Kryptowährungsfirma, startete ihren USD1 Stablecoin im März 2025. Laut Finanzberichten ist der an den Dollar gekoppelte Token auf eine Marktkapitalisierung von 5 Milliarden US-Dollar gewachsen und gehört damit zu den fünf größten Stablecoins. Das Unternehmen hat eine Bundes-Trustbank-Lizenz beantragt, um seine Aktivitäten unter direkte amerikanische Aufsicht zu stellen.
Das Weiße Haus hat sich gegen Korruptionsvorwürfe gewehrt. 'Präsident Trump handelt nur im Interesse des amerikanischen Volkes,' erklärte ein Sprecher und betonte, dass Trumps Vermögenswerte in einem Trust liegen, der von seinen Kindern verwaltet wird. Ethikexperten weisen jedoch darauf hin, dass diese Regelung den unabhängigen Treuhänder vermissen lässt, der typischerweise für Blind Trusts erforderlich ist.
Kongressuntersuchung intensiviert sich
Senatorin Warren fordert Kongressanhörungen und ruft zu Aussagen von Regierungsbeamten der Trump-Administration auf, darunter Steve Witkoff und Handelsminister Howard Lutnick, darüber, ob sie 'die amerikanische nationale Sicherheit verraten haben', um die Kryptofirma des Präsidenten zu begünstigen. Sie hat den Kongress aufgefordert, 'Rückgrat zu zeigen', um das, was sie 'Trumps Krypto-Korruption' nennt, anzugehen.
Die Kontroverse unterstreicht anhaltende Bedenken hinsichtlich ausländischen Einflusses in der amerikanischen Politik und der Schnittstelle von Kryptowährung, nationaler Sicherheit und geschäftlichen Interessen von Präsidenten. Während die Beziehung zwischen den VAE und Trump unter intensiver Beobachtung steht, entwickelt sich diese Geschichte weiter, da mehr Details über das komplexe Netz aus Investitionen und politischen Entscheidungen ans Licht kommen.
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