Israel rekrutiert aus Diaspora wegen Soldatenmangels

Israel begegnet Militärpersonalmangel durch Diaspora-Rekrutierung und mögliche Massenmobilisierung von Reservisten während Gaza-Offensivvorbereitungen und Inlandsprotesten.

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Israelische Armee vor kritischem Personalmangel

Die israelische Armee (IDF) steht vor einem schweren Personalmangel, der Pläne zur Rekrutierung junger Juden aus Diasporagemeinden, hauptsächlich in den USA und Frankreich, auslöst. Armeesender Galei Tzahal berichtet, dass dieser beispiellose Schritt mit Vorbereitungen für eine Großoffensive auf Gaza-Stadt zusammenfällt.

Reservistenmobilisierungsvorschlag

Militärführung erwägt die Einberufung von 80.000-100.000 Reservisten trotz wirtschaftlicher Bedenken. Ex-General Giora Eiland weist darauf hin, dass jeder Reservist Israel täglich etwa 400€ kostet - eine untragbare finanzielle Belastung bei langen Operationen.

Politisch-militärische Spannungen eskalieren

Verteidigungsminister Israel Katz lehnte die Belagerungsstrategie von IDF-Chef Eyal Zamir für Gaza ab und forderte Vollkraft-Einsätze. Diese Meinungsverschiedenheit spiegelt wachsende Risse im Sicherheitsapparat wider. Gleichzeitig nehmen Massenproteste in Tel Aviv zu, bei denen Geiselfamilien der Regierung Untätigkeit vorwerfen.

Reservistenerschöpfung nimmt zu

Chatham-House-Analyst Yossi Mekelberg enthüllt, dass die Reservistenbeteiligung seit Konfliktbeginn von 100% auf 50% sank. "Nach über 400 Diensttagen untergraben Erschöpfung und moralische Zweifel die Bereitschaft", so Mekelberg.

Haredi-Befreiung beendet

Die Krise verschärft sich nach dem Juni-2024-Urteil des Obersten Gerichts, das jahrzehntelange militärische Befreiungen ultraorthodoxer Haredim beendete. Obwohl die Wehrpflicht für Haredi-Männer im Juli 2025 begann, bleibt ihre Integration begrenzt und trägt zu aktuellen Engpässen bei.

Umfang der Diaspora-Rekrutierung

Die anfängliche Diaspora-Rekrutierung zielt auf nur 700 Soldaten jährlich - einen Bruchteil der 60.000+ befreiten Haredi-Männer. Militärexperten bezweifeln, ob dies Verluste in Israels längstem Dauerkonflikt (22 Monate) kompensieren kann.

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