Tödlicher Brand in Schweizer Skiort wahrscheinlich durch Champagner-Feuerwerk

Ein tödlicher Brand in einem Schweizer Skiort wurde wahrscheinlich durch Funkenregen an Champagnerflaschen verursacht. Ein einziger Ausgang verschlimmerte die Tragödie, bei der etwa 40 Tote und 115 Verletzte zu beklagen sind.

brand-schweizer-skiort-champagner
Image for Tödlicher Brand in Schweizer Skiort wahrscheinlich durch Champagner-Feuerwerk

Tödlicher Brand verwüstet Neujahrsfeier in Schweizer Skiort

Ein verheerender Brand, bei dem etwa 40 Menschen ums Leben kamen und 115 verletzt wurden, wurde in einer beliebten Bar in einem Schweizer Skiort wahrscheinlich durch sogenannte 'Eisfontänen' – Funkenregen an Champagnerflaschen – verursacht. Dies geht aus neuen Beweisen und Augenzeugenberichten hervor. Der Brand brach gegen 01:30 Uhr am 1. Januar 2026 in der Bar 'Le Constellation' in Crans-Montana aus, einem bekannten Alpenresort im Kanton Wallis, Schweiz.

Wie das Feuer entstand

Der französische Fernsehsender BFMTV veröffentlichte zwei Fotos, auf denen Menschen zu sehen sind, die Champagnerflaschen mit brennenden Fontänen in die Höhe halten. Auf einem Bild ist deutlich zu erkennen, wie die Decke Feuer fängt. Das Feuer breitete sich mit erschreckender Geschwindigkeit aus, was darauf hindeutet, dass in der Decke hoch entflammbare Materialien vorhanden waren. 'Der beginnende Brand verwandelte sich praktisch sofort in eine Feuersbrunst,' berichten lokale Quellen.

Ein einziger Ausgang erwies sich als tödlich

Der Kellerstandort hatte nur eine Treppe zum Erdgeschoss, was zu einem fatalen Engpass führte, als etwa 300 Feiernde gleichzeitig zu entkommen versuchten. Stefan, ein niederländischer Bewohner von Crans-Montana und Stammgast der Bar, bestätigte das gefährliche Design: 'Wenn man dreihundert Menschen über eine Treppe evakuieren muss, ist das sehr schwierig. Man weiß nicht, wie es passiert ist, wie die Menschen reagiert haben. Es gab natürlich Panik.'

Edmond Cocquyt aus Gent, Belgien, der gegenüber dem Café wohnte, beschrieb die grauenhafte Szene: 'Ich sah die Leichen auf der Straße liegen. Das war vor meiner Tür und dort sah ich die weißen Laken der toten Menschen und die Aluminiumdecken von Menschen mit Verbrennungen. Es war völliges Chaos.' Er fügte hinzu: 'Das Schlimmste war das Schreien. Das Schreien junger Mädchen vor Schmerz in dem Moment, als sie auf Tragen gehoben wurden. Dieses Schreien ging durch Mark und Bein. Und es hielt an und hielt an, stundenlang.'

Medizinische Krise und internationale Reaktion

Das Ausmaß der Verletzungen hat die lokalen medizinischen Einrichtungen überfordert. Im Universitätskrankenhaus Lausanne haben 13 Opfer Verbrennungen auf mehr als 60% ihrer Körperoberfläche. Die drei niederländischen Verbrennungszentren – in Beverwijk, Rotterdam und Groningen – haben angeboten, sechs Patienten aus der Schweiz aufzunehmen. 'Weil es so viele Opfer gibt, ist es sehr schnell so, dass die Kapazitäten für die medizinische Versorgung überfordert sind,' sagte Eelke Bosma vom Brandwondencentrum Groningen. 'Also haben wir gestern ermittelt, wie viele Patienten wir übernehmen können, ohne die akute Kapazität für die niederländische Versorgung zu gefährden.'

Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte an, dass französische Krankenhäiser verletzte Opfer aufnehmen werden. Mindestens sechs Franzosen wurden verletzt und acht weitere werden noch vermisst. Die Identifizierung der Opfer gestaltet sich schwierig, da viele vollständig verbrannt sind, was DNA- und Zahnuntersuchungen erfordert.

Sicherheitsfragen und Ermittlungen

Die Tragödie hat ernsthafte Fragen zu den Brandschutzvorschriften in Schweizer Vergnügungsstätten aufgeworfen. Cocquyt wies auf das scheinbare Versagen der Regulierung hin: 'Die Schweiz stellt hohe Anforderungen an alles. Dass sie so etwas zugelassen haben, ist ziemlich bizarr. In Belgien muss ein Keller-Café immer zwei Ausgänge haben. Wahrscheinlich ist das in der Schweiz auch so, aber da ist etwas schiefgelaufen.'

Ermittler prüfen, ob die Bar die Brandschutzvorschriften bezüglich Deckenmaterialien, Innenisolierung und Notausgängen eingehalten hat. Die Praxis, Champagner mit Feuerwerk zu servieren, scheint in teuren Schweizer Lokalen relativ üblich zu sein. 'Die Schweiz ist unglaublich teuer. Wenn man also eine Flasche Champagner für 200-300 Euro kauft, bekommt man etwas Feuerwerk dazu,' erklärte Cocquyt. 'Und anscheinend hat das den Brand verursacht.'

Historischer Kontext und Auswirkungen auf die Gemeinschaft

Crans-Montana ist ein prestigeträchtiges Skigebiet, das 2017 durch die Fusion mehrerer Gemeinden entstand und für die Austragung von Weltcup-Skirennen und dem Omega European Masters-Golfturnier bekannt ist. Der Brand stellt eine der schlimmsten Friedenskatastrophen in der jüngeren Geschichte der Schweiz dar.

Die Tragödie zieht Parallelen zu anderen Nachtclubbänden weltweit, darunter der Cafébrand in Volendam im Jahr 2001, bei dem 14 Menschen ums Leben kamen. Die Schweizer Behörden haben fünf Tage nationale Trauer angeordnet, mit Flaggen auf halbmast im ganzen Land, während die Untersuchung darüber, was genau im 'Le Constellation' schiefging, andauert.

Das könnte ihnen auch gefallen