69 Tote nach Kentern von Migrantenboot vor Mauretanien

69 Migranten tot, Dutzende vermisst nach Kentern eines Bootes vor Mauretanien während gefährlicher Atlantiküberfahrt zu den Kanarischen Inseln.
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Maritime Katastrophe fordert Dutzende Todesopfer

Mindestens 69 Menschen sind ums Leben gekommen und Dutzende werden vermisst, nachdem ein Migrantenboot vor der Küste Mauretaniens gekentert ist. Das Schiff, das 160 Passagiere including senegalesische und gambische Staatsbürger beförderte, geriet in eine Katastrophe, als Passagiere Küstenlichter sahen und auf eine Seite stürmten, was das überladene Boot zum Kentern brachte.

Details der Katastrophe

Die verhängnisvolle Reise begann letzte Woche von Gambia aus, wobei Migranten versuchten, die Kanarischen Inseln zu erreichen, ein spanisches Territorium, das zum Haupttor nach Europa für westafrikanische Migranten geworden ist. Laut mauretanischen Küstenwachebeamten, die mit AP sprachen, wurden bisher nur 17 Überlebende gerettet, während die Suche nach vermissten Passagieren weitergeht.

Gefährlichste Migrationsroute der Welt

Die atlantische Migrationsroute von Westafrika zu den Kanarischen Inseln hat die düstere Auszeichnung erhalten, einer der gefährlichsten Migrationswege weltweit zu sein. Migranten unternehmen diese gefährliche Reise typischerweise in fragilen Holzfischkähnen, die nicht für die starken Atlantikströmungen geeignet sind. Trotz der bekannten Gefahren versuchen Hunderte westafrikanischer Migranten jährlich diese Überfahrt, angetrieben von wirtschaftlicher Verzweiflung und der Hoffnung auf bessere Möglichkeiten in Europa.

Historischer Kontext und regionale Herausforderungen

Diese Tragödie stellt das jüngste in einer Reihe ähnlicher Vorfälle entlang dieser Route dar. Im letzten Jahr ereignete sich eine vergleichbare Katastrophe vor der mauretanischen Küste, die zahlreiche Todesopfer forderte. Schätzungen von Caminando Fronteras, einer spanischen NGO, die Migrationsmuster überwacht, zufolge könnten im letzten Jahr allein über 10.000 Menschen auf dieser Route ums Leben gekommen sein.

Die Europäische Union und Mauretanien haben kürzlich eine Vereinbarung über 210 Millionen Euro geschlossen, um die Migration durch das afrikanische Land zu entmutigen. Menschenrechtsorganisationen haben jedoch mauretanische Behörden beschuldigt, Migranten und Asylsuchende während Küstenpatrouillen misshandelt zu haben, was Bedenken hinsichtlich der humanitären Auswirkungen verstärkter Grenzkontrollen aufwirft.

Expertenanalyse: Die Migrationskrise

Die Afrika-Korrespondentin Saskia Houttuin stellt fest, dass selbst unter relativ ruhigen Sommerbedingungen auf dieser Route regelmäßig Unfälle passieren. Häufige Faktoren sind überladene Schiffe, unzureichende Kraftstoffvorräte, die zu tagelangem Treiben auf See führen, und Schiffe, die nie geborgen werden. Während erhöhte maritime Patrouillen in diesem Jahr angeblich die Ankünfte auf den Kanarischen Inseln reduziert haben, warnen Kritiker, dass diese Maßnahmen Migranten zwingen könnten, noch gefährlichere alternative Routen zu nehmen.

Mei Zhang
Mei Zhang

Mei Zhang ist eine preisgekrönte Umweltjournalistin aus China, die für ihre wegweisende Berichterstattung über Nachhaltigkeit bekannt ist. Ihre Arbeit beleuchtet kritische ökologische Herausforderungen und Lösungen.

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