Was sind Globale Digitale Steuergespräche?
Globale Digitale Steuergespräche sind internationale Verhandlungen zur Reform der Besteuerung multinationaler Konzerne, besonders digitaler Giganten, über Grenzen hinweg. Geführt von der OECD mit über 140 Ländern adressieren sie die Herausforderung, digitale Unternehmen ohne physische Präsenz zu besteuern. Die OECD BEPS-Initiative ist seit 2013 führend, mit kritischen Wendepunkten 2025-2026.
Der Zwei-Säulen-Rahmen erklärt
Die OECD-Lösung basiert auf einem Zwei-Säulen-Ansatz für ein gerechteres internationales Steuersystem. Säule Einseit Besteuerungsrechte an Marktjurisdiktionen mit Nutzern, unabhängig von physischer Präsenz, und betrifft große Unternehmen mit Umsätzen über 20 Mrd. Euro. Säule Zwei etabliert eine globale Mindestkörperschaftsteuer von 15 % für multinationale Unternehmen mit Umsätzen über 750 Mio. Euro, um Steuerbasisaushöhlung zu verhindern.
Aktueller Implementierungsstatus (2026)
Laut PwCs Länderverfolger für Säule Zwei haben über 30 Länder Gesetze für die globale Mindeststeuer erlassen, 60 weitere sind in fortgeschrittenen Stadien. Die EU hat die Mindeststeuerrichtlinie angenommen, mit Frist 31. Dezember 2026. Die USA bleiben nach Rückzug 2025 unsicher.
Wichtige Herausforderungen und Kontroversen
Einseitige Digitale Dienstleistungssteuern
Länder wie Frankreich und das UK haben einseitige DSTs von 2-7 % eingeführt, was zu Handelsspannungen führte, besonders mit den USA. Der OECD-Rahmen zielt auf Ersetzung ab, aber Übergangsperioden sind umstritten.
Perspektiven von Entwicklungsländern vs. Industrieländern
Entwicklungsländer sind stärker auf Körperschaftsteuern angewiesen und von Gewinnverlagerungen betroffen. Die internationale Steuerreform muss Markt- und Ansässigkeitsländerinteressen abwägen.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Markteinfluss
Der Rahmen betrifft multinationale Konzerne, besonders Technologie- und Pharmaunternehmen. Laut Tax Foundation-Forschung könnte die Mindeststeuer globale Einnahmen um 150 Mrd. USD jährlich erhöhen, mit Compliance-Kosten von 65-85 Mrd. USD in den ersten drei Jahren.
Sektorspezifische Effekte
Digitale Plattformen sind von Säule Eins betroffen, traditionelle Branchen von Säule Zwei, obwohl viele bereits über 15 % Steuersätze haben.
Expertenperspektiven zur Implementierung
Experten betonen die notwendige Koordination. Dr. Sarah Chen vom Tax Justice Network nennt es 'die ambitionierteste Steuerkooperation in einem Jahrhundert'. Wirtschaftsführer sorgen sich um Compliance-Komplexität über 140+ Jurisdiktionen.
Zukunftsaussichten und Zeitplan
2026 ist Schlüssel für EU-Implementierung, mit laufenden Verhandlungen für Säule Eins. Die OECD entwickelt Leitlinien, und Überwachung erfolgt durch Peer-Review.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Zwei-Säulen-Lösung der OECD?
Säule Eins verteilt Besteuerungsrechte um, Säule Zwei setzt 15 % Mindeststeuer, um digitale Steuerherausforderungen und Gewinnverlagerung anzugehen.
Welche Unternehmen sind von der globalen Mindeststeuer betroffen?
Multinationale mit Umsätzen über 750 Mio. Euro, etwa 7.000-8.000 der größten Konzerne.
Wie verhalten sich Digitale Dienstleistungssteuern zum OECD-Rahmen?
DSTs sind einseitige Maßnahmen; der OECD-Rahmen zielt auf Ersetzung durch multilateralen Ansatz, mit Rückzug bei Inkrafttreten.
Was passiert, wenn Länder die Regeln nicht umsetzen?
Defensive Maßnahmen wie die UTPR erlauben anderen Ländern, Aufschlagsteuern anzuwenden, was Anreize für Übernahme schafft.
Wann werden die Regeln vollständig in Kraft treten?
EU-Frist ist 31. Dezember 2026, andere Jurisdiktionen streben 2026-2027 an, mit möglicher schrittweiser Einführung.
Quellen
OECD-Pressemitteilungen (2025), PwC Länderverfolger für Säule Zwei, Tax Foundation-Analyse, BDO Globale Implementierungs-Updates, OECD BEPS-Projektdokumentation, Europäische Union Mindeststeuerrichtlinie, Nationale Regierungsimplementierungspläne.
Nederlands
English
Deutsch
Français
Español
Português