Disney-Vorstand wählt wahrscheinlich Park-Veteran als neuen CEO

Der Disney-Vorstand will den Vergnügungsparkchef Josh D'Amaro als neuen CEO nach Bob Iger. Der 54-jährige Veteran leitet Disneys profitabelste Sparte und könnte nächste Woche ernannt werden.

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Disney-Vorstand könnte Vergnügungspark-Veteran als neuen CEO wählen

Der Vorstand der Walt Disney Company bereitet sich darauf vor, über Josh D'Amaro, den Vorsitzenden von Disney Experiences, als Nachfolger des legendären CEO Bob Iger abzustimmen. Laut Quellen von Bloomberg wird sich der Vorstand nächste Woche treffen, um D'Amaros Ernennung zu besprechen, ein entscheidender Moment in der Führungsübergabe des Entertainment-Konzerns.

Der Favorit tritt hervor

Josh D'Amaro (54) ist der klare Favorit im Rennen um die Disney-CEO-Nachfolge geworden. Als Leiter von Disneys Vergnügungsparks, Resorts und Kreuzfahrtschiffen seit 2020 führt D'Amaro die profitabelste Sparte des Unternehmens. 'Die Experiences-Sparte war Disneys finanzieller Motor, mit einem operativen Ergebnis von allein 2,5 Milliarden US-Dollar im letzten Quartal,' bemerkte Branchenanalyst Michael Nathanson. 'D'Amaros Sparte erwirtschaftet etwa ein Drittel mehr Gewinn als Disneys TV-, Film-, Streaming- und Sportunternehmen zusammen.'

D'Amaros fast drei Jahrzehnte bei Disney geben ihm einen wichtigen Vorteil. Er trat 1998 ein und bekleidete verschiedene Führungspositionen, darunter Präsident des Walt Disney World Resort und des Disneyland Park. Seine tiefe Vertrautheit mit Disneys Kultur und Betrieb steht im Kontrast zu anderen Kandidaten wie Dana Walden, Mitvorsitzende von Disney Entertainment, die über die Fox-Übernahme 2019 zum Unternehmen kam.

Finanzielle Leistung treibt Entscheidung an

Die Präferenz des Vorstands für D'Amaro spiegelt die finanzielle Dominanz von Disneys Vergnügungsparkgeschäft wider. Laut aktuellen Gewinnberichten erzielte Disney Experiences einen Rekordumsatz von 9,086 Milliarden US-Dollar im Q3 2025, ein Anstieg von 8 % im Jahresvergleich. Inländische Parks führten das Wachstum mit einem Sprung von 22 % im operativen Ergebnis an.

'Die Vergnügungsparksparte war der konsistente Lichtblick in Disneys Portfolio,' erklärte Medienberaterin Sarah Johnson. 'Während Streamingdienste wie Disney+ mit der Profitabilität kämpfen, liefern die Parks stabile Renditen, selbst während wirtschaftlicher Unsicherheit.'

Herausforderungen für den potenziellen CEO

Sollte er ernannt werden, wird sich D'Amaro erheblichen Herausforderungen gegenübersehen. Disneys Streaminggeschäft verliert weiterhin Geld trotz jüngster Preiserhöhungen, und das Unternehmen sieht sich zunehmender Konkurrenz im Vergnügungsparksektor durch Universals Epic Universe ausgesetzt, das nächstes Jahr in Orlando eröffnet. Darüber hinaus stellen Verbraucherproteste gegen steigende Parkpreise und sich ändernde Besuchermuster anhaltende Sorgen dar.

Die offizielle Stellungnahme von Disney beharrt darauf, dass 'noch keine Entscheidung über einen neuen Vorsitzenden getroffen wurde, und wenn eine Entscheidung getroffen wird, wird diese bekannt gegeben.' Das Unternehmen plant, später in dieser Woche Quartalszahlen zu veröffentlichen, was zusätzlichen Kontext für die Nachfolgeentscheidung liefern könnte.

Nachfolgezeitplan und Vermächtnis

Bob Igers Vertrag läuft bis zum 31. Dezember 2026, wobei der Vorstand seinen Nachfolger voraussichtlich Anfang 2026 bekanntgeben wird. Iger (74) kehrte 2022 in die CEO-Rolle zurück nach der kurzen und turbulenten Amtszeit von Bob Chapek. Der verlängerte Zeitplan ermöglicht einen reibungsloseren Übergang, so Vorstandsvorsitzender James Gorman, ehemaliger Morgan Stanley-CEO.

'Diese Nachfolge ist seit Jahren in Vorbereitung,' bemerkte Corporate-Governance-Experte David Larcker. 'Disney hat aus der Chapek-Erfahrung gelernt, dass eine übereilte CEO-Übergabe verheerend sein kann. Sie nehmen sich Zeit, um es richtig zu machen.'

D'Amaro leitet derzeit Disneys ehrgeizigste Expansionspläne seit Jahrzehnten, darunter neue Themenbereiche in Disneyland Paris, Magic Kingdom und Hollywood Studios, plus einen neuen Park in Abu Dhabi. Seine 60-Milliarden-Dollar-Erweiterung von Resorts und Kreuzfahrtflotte stellt das größte Kapitalinvestitionsprogramm in der Geschichte des Unternehmens dar.