Internationales Komitee setzt Richtlinien für autonome Waffen

Ein UN-Komitee hat ethische Richtlinien für autonome Waffen festgelegt, die menschliche Kontrolle und Rechtskonformität fordern. Obwohl 78 Länder den Rahmen unterstützen, bestehen Differenzen zwischen Großmächten. Kritiker fordern strengere Verbote, während militärische KI-Entwicklung weltweit Fahrt aufnimmt.

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Weltweiter Konsens über tödliche KI-Systeme

Nach jahrelanger Debatte hat ein UN-Komitee Richtlinien für autonome Waffensysteme (AWS) beschlossen. Der Rahmen schafft kritische Sicherheitsvorkehrungen für den Einsatz tödlicher Militär-KI, ohne ein vollständiges Verbot zu verhängen. Dieser Durchbruch kommt, während Verteidigungsministerien weltweit die Entwicklung von Systemen beschleunigen, die selbständig Ziele auswählen können.

Kernprinzipien des neuen Rahmens

Die Richtlinien schreiben drei Anforderungen vor: sinnvolle menschliche Kontrolle über Angriffsentscheidungen, strikte Einhaltung des Kriegsvölkerrechts und umfassende Testprotokolle. Entscheidend ist das Verbot von Systemen, die wahllos Zivilisten angreifen oder keinen Notausschalter haben.

"Es geht nicht darum, Innovation zu stoppen", erläutert Komiteevorsitzende Dr. Lena Petrov. "Sondern um Verantwortung, wenn Maschinen Leben-oder-Tod-Entscheidungen treffen. Wir haben klare Grenzen gezogen, aber defensive Anwendungen bleiben möglich."

Anhaltende Differenzen zwischen Großmächten

Während 78 Länder den Rahmen unterstützen, traten Differenzen auf. Die USA plädierten für Flexibilität bei Anti-Drohnen-Systemen, China betonte präventive Verbote. Russland enthielt sich der Stimme mit Verweis auf "Sicherheitsinteressen".

Human Rights Watch kritisierte die Vereinbarung als unzureichend: "Ohne verbindliche Verbote normalisieren wir Killerroboter." Mehrere NGOs setzen sich über die Kampagne „Stop Killer Robots“ weiter für Verbote ein.

Technologisches Wettrüsten beschleunigt sich

Aktuelle Konflikte zeigten AWS-Fähigkeiten: Israels Iron Dome fängt Raketen autonom ab, türkische Kargu-Drohnen führten tödliche Angriffe in Libyen durch. Das US-Schiff Sea Hunter patrouillierte autonom im Pazifik.

Militärexperten verweisen auf beunruhigende Entwicklungen: Russlands nuklearer Unterwasserdrohne Poseidon und experimenteller KI-Zielerfassung in der Ukraine. "Die Richtlinien schaffen wichtige Normen", sagt SIPRI-Forscher Thomas Weber, "aber die Durchsetzung bleibt die Herausforderung."

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