Iran behält 30 von 33 Raketenbasen an der Straße von Hormus: NYT

NYT: Iran behält 30 von 33 Raketenbasen an der Straße von Hormus, 70% des Raketenarsenals intakt – widerspricht Trumps Behauptungen. US-Munitionsknappheit als Ursache.

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Was die Geheimdienste über Irans Raketenfähigkeiten enthüllen

Laut einem Bericht der New York Times unter Berufung auf US-Militärgeheimdienst hat Iran den Zugang zu den meisten seiner Raketenbasen entlang der strategisch wichtigen Straße von Hormus behalten. 30 von 33 Basen seien einsatzbereit, etwa 70 Prozent der mobilen Abschussrampen und des Raketenbestands aus der Vorkriegszeit seien erhalten, und etwa 90 Prozent der unterirdischen Lager- und Starteinrichtungen seien zugänglich. Dies widerspricht öffentlichen Behauptungen von Präsident Donald Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth, Irans Militär sei 'vernichtet' und 'keine Bedrohung mehr'.

Der Iran-Krieg 2026 Waffenstillstand hält seit dem 7. April prekär, doch Iran hat weiterhin US-Streitkräfte und Handelsschiffe belästigt. Seit dem Waffenstillstand hat Iran neunmal auf Handelsschiffe geschossen, zwei Containerschiffe beschlagnahmt und über zehnmal US-Streitkräfte angegriffen, so Generalstabschef Dan Caine.

Wichtige Erkenntnisse aus dem Geheimdienstbericht

  • 30 von 33 Raketenbasen entlang der Straße von Hormus sind betriebsbereit
  • ~70% der mobilen Abschussrampen und des Raketenbestands sind intakt
  • ~90% der unterirdischen Lager und Starteinrichtungen sind zugänglich
  • Iran kann weiterhin US-Kriegsschiffe und Öltanker bedrohen

Warum die USA Irans Raketenbasen nicht neutralisieren konnten

US-Militärbeamte teilten der New York Times mit, dass die USA aufgrund eines kritischen Mangels an speziellen Munitionen nicht in der Lage waren, alle iranischen Raketenbasen zu zerstören. Der 39-tägige Feldzug – Operation Epic Fury – verbrauchte über 1.000 Tomahawk-Marschflugkörper und andere Präzisionsmunition, die teilweise die jährliche Produktionskapazität überstieg. Die USA hatten zu Beginn des Konflikts schätzungsweise 4.000 Tomahawks, aber Hunderte wurden gegen IRGC-Kommandozentren und Luftabwehrsysteme eingesetzt. Die jährliche Produktion lag historisch bei etwa 90 Raketen; obwohl RTX eine Ausweitung auf über 1.000 Raketen pro Jahr angekündigt hat, dauert der Herstellungszyklus bis zu zwei Jahre. Ein CSIS-Bericht warnt, dass der Wiederaufbau der Vorräte ein bis vier Jahre dauern wird.

Diese US-Raketenknappheitskrise hat Auswirkungen über den Iran-Konflikt hinaus. Verminderte Bestände beeinträchtigen die Fähigkeit, Verbündete wie die Ukraine zu beliefern, und könnten die USA in einem möglichen zukünftigen Konflikt im Westpazifik verwundbar machen.

Widerspruch zu den Behauptungen des Weißen Hauses

Die Geheimdiensterkenntnisse stehen in krassem Gegensatz zu öffentlichen Aussagen der Trump-Administration. Trump hat wiederholt behauptet, Irans Militär sei 'vernichtet' und die USA kontrollierten die Straße von Hormus. Hegseth sagte dem Kongress, dass 'nichts hineingeht, was wir nicht erlauben'. Ein Sprecher des Weißen Hauses wies den NYT-Bericht zurück. Doch die Einschätzung der Geheimdienste deutet auf etwas anderes hin. 'Die Diskrepanz zwischen öffentlichen Behauptungen und der Realität vor Ort ist eklatant', sagte ein hochrangiger Militärbeamter anonym.

Auswirkungen auf die globale Energieversorgungssicherheit

Die Straße von Hormus bleibt ein neuralgischer Punkt mit globalen Konsequenzen. Da Iran die Fähigkeit behält, Schifffahrtswege zu bedrohen, bleibt das Risiko von Störungen bei Öl- und LNG-Lieferungen hoch. Norwegen meldet 25 gestrandete Schiffe aufgrund der anhaltenden Blockade. Die Benzinpreise in den USA sind gestiegen und haben zu einem Inflationsanstieg von 3,8 Prozent beigetragen. Die Kriegskosten des Pentagons belaufen sich auf fast 29 Milliarden Dollar, und der Waffenstillstand ist das einzige, was eine Rückkehr zu groß angelegten Kämpfen verhindert. Experten der Nahostsicherheitsanalyse warnen, dass die aktuelle Situation unhaltbar ist.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele iranische Raketenbasen sind noch betriebsbereit?

Laut US-Geheimdiensten, zitiert von der New York Times, sind 30 von 33 iranischen Raketenbasen entlang der Straße von Hormus betriebsbereit.

Wie viel Prozent des iranischen Raketenarsenals ist intakt?

Iran behält etwa 70 Prozent seiner mobilen Abschussrampen und seines ballistischen und Marschflugkörperbestands aus der Vorkriegszeit sowie Zugang zu 90 Prozent der unterirdischen Lager- und Starteinrichtungen.

Warum hat Iran nicht alle Raketenbasen zerstört?

US-Militärbeamte nennen einen Mangel an Spezialmunition, darunter Tomahawk-Marschflugkörper, die während des 39-tägigen Feldzugs in Raten verbraucht wurden, die die jährliche Produktionskapazität überstiegen.

Bedroht Iran weiterhin die Schifffahrt in der Straße von Hormus?

Ja. Mit 30 einsatzbereiten Raketenbasen entlang der Straße kann Iran weiterhin US-Kriegsschiffe und Handelstanker bedrohen.

Wie hat die USA auf die Geheimdiensterkenntnisse reagiert?

Das Weiße Haus hat den Bericht zurückgewiesen und bekräftigt, Irans Militär sei 'vernichtet'. Die Einschätzung der Geheimdienste widerspricht dieser Position jedoch.

Quellen

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