Ukraine-Krieg: Warum Verlust 'Ende für Europa' bedeutet | 2026

Der litauische Oberst Linas Idzelis warnt, dass der Verlust der Ukraine 'das Ende für Europa' bedeutet, da Russland als nächstes die Baltischen Staaten ins Visier nimmt. Die europäischen Verteidigungsausgaben sind auf 381 Milliarden Euro gestiegen, aber es fehlt an ukrainischer Gefechtserfahrung.

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Was ist die Auswirkung des Ukraine-Krieges auf die europäische Sicherheit?

Der litauische Oberst Linas Idzelis, Kommandeur des Litauischen Schützenbundes, warnt, dass der Verlust der Ukraine 'das Ende für Europa' bedeuten würde. In einem exklusiven Interview mit Ukrinform beschreibt er den Krieg als 'heiligen Krieg, einen Überlebenskampf'. Die europäische Sicherheitsarchitektur steht vor der größten Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Verteidigungsausgaben sind von 218 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf geschätzte 381 Milliarden Euro im Jahr 2025 gestiegen, doch strategische Lücken bleiben.

Russlands Langzeitstrategie vs. Europas kurzfristiges Denken

Idzelis skizziert Russlands systematische Expansionsstrategie, die mit Tschetschenien begann, über Georgien führte, die Ukraine als drittes Ziel hatte und nun die Baltischen Staaten als viertes Ziel ins Visier nimmt. Er kritisiert Europa für das Fehlen einer kohärenten Langzeitstrategie, während Russland und China klare Ziele verfolgen.

Vier Szenarien für eine Invasion der Baltischen Staaten

  1. Hybride Kriegführung: Fortsetzung mit Desinformation, Cyberangriffen und Stellvertreterkräften wie den Operationen der Wagner-Gruppe.
  2. Bevölkerungsmanipulation: Nutzung von sozialen Medien und Propaganda zur Destabilisierung.
  3. Energieblockade: Abschneiden von Lieferungen, obwohl Litauen energieunabhängig ist.
  4. Direkte Militärinvasion: Tausende Soldaten in Zivilkleidung, unterstützt von Drohnen und Raketen.

Warum Europa die militärische Erfahrung der Ukraine braucht

Idzelis betont, dass Europa dringend die Gefechtserfahrung der Ukraine benötigt. Nur die ukrainische Armee weiß, wie man effektiv gegen die Russen kämpft. Er kontrastiert Russlands 'Mosfilm'-Stil mit dem 'Hollywood'-Ansatz, den die Ukraine mit Technologie und Drohnen beherrscht.

Die Drohnenrevolution im modernen Krieg

Zukünftige Kriegführung liegt in Robotisierung und drohnengestützten Operationen. Ukrainische Kräfte fliegen täglich etwa 11.000 Drohnenmissionen. Westliche Länder haben finanzielle Kapazität, aber mangelnde industrielle Kapazität.

Herausforderungen der europäischen Verteidigungstransformation

Trotz steigender Ausgaben fehlt es an industrieller Kapazität für Drohnen und Munition, Personalreserven durch abgeschaffte Wehrpflicht und strategischer Integration ukrainischer Expertise. Polen führt mit 4,48% des BIP, gefolgt von Litauen (4,00%), Lettland (3,73%) und Estland (3,38%).

Implikationen für die europäische Sicherheitsarchitektur

Die NATO-Verteidigungsausgabenziele wurden auf 5% des BIP bis 2035 erhöht. Die EU hat Initiativen wie die Europäische Verteidigungsindustriestrategie (EDIS) gestartet. Ohne ukrainische Integration wäre die europäische Verteidigung eine enorme Herausforderung. Idzelis befürwortet Fähigkeiten zum Angriff auf russische Raffinerien und Depots.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Litauische Schützenbund?

Der Litauische Schützenbund (LRU) ist eine paramilitärische Organisation, die Zivilisten und Streitkräfte verbindet und auf bewaffnete Verteidigung und zivilen Widerstand vorbereitet.

Warum ist die ukrainische Verteidigung laut Oberst Idzelis entscheidend für Europa?

Idzelis glaubt, dass bei einem russischen Sieg in Ukraine verbliebene Ukrainer in die russische Armee gezwungen und gegen Europa eingesetzt würden, was zu katastrophalen Szenarien führt.

Was sind Europas Hauptverteidigungsschwächen laut dem Oberst?

Europa mangelt es an ausreichender verteidigungsindustrieller Kapazität, Personalreserven aufgrund abgeschaffter Wehrpflicht und der Integration ukrainischer Gefechtserfahrung.

Wie haben sich die europäischen Verteidigungsausgaben seit 2021 verändert?

Die Verteidigungshaushalte der EU-Mitgliedstaaten sind von 218 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf geschätzte 381 Milliarden Euro im Jahr 2025 gestiegen, wobei alle EU-NATO-Mitglieder jetzt das 2%-Ziel erreichen.

Was ist Russlands Langzeitstrategie laut Idzelis?

Russland verfolgt eine systematische Expansionsstrategie, die mit Tschetschenien begann, über Georgien führte, die Ukraine als drittes Ziel hatte und nun die Baltischen Staaten als viertes Ziel ins Visier nimmt.

Quellen

Ukrinform-Interview mit Oberst Linas Idzelis
Foreign Policy: Europas Frontstaaten bereiten sich auf russische Aggression vor
Bericht zu Verteidigungshaushalten der EU-Mitgliedstaaten 2026
Litauische Außenpolitik-Rezension Interview mit Oberst Idzelis

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