KLM fliegt wieder nach Saudi-Arabien, Dubai und Tel Aviv noch nicht

KLM nimmt Flüge nach Saudi-Arabien nach einer Sicherheitsbewertung wieder auf, aber Dubai und Tel Aviv bleiben aufgrund von Nahost-Spannungen mit Iran-Protesten und US-Militärbewegungen ausgesetzt.

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KLM nimmt teilweise Nahost-Flüge trotz Spannungen wieder auf

Die niederländische Fluggesellschaft KLM hat angekündigt, dass sie morgen, den 27. Januar 2026, wieder nach Saudi-Arabien fliegen wird, während die Flüge nach Dubai und Tel Aviv weiterhin ausgesetzt bleiben. Die Gesellschaft nimmt die Dienste nach Dammam und Riad nach einer kurzen Unterbrechung wieder auf, prüft aber weiterhin Optionen für die beiden anderen wichtigen Nahost-Ziele.

Sicherheitsanalyse führt zu selektiver Wiederaufnahme

Die Entscheidung kommt nur wenige Tage, nachdem KLM eine vorübergehende Aussetzung aller Nahost-Flüge am Freitag angekündigt hatte und dabei "die geopolitische Situation" als Grund nannte. Laut der neuesten Erklärung von KLM basiert die Wiederaufnahme der Saudi-Arabien-Routen auf "der aktuellsten Sicherheitsanalyse".

"Wir beobachten die Situation kontinuierlich und treffen Entscheidungen auf Grundlage der neuesten Sicherheitsbewertungen," sagte ein KLM-Sprecher gegenüber Reportern. "Die Sicherheit der Passagiere bleibt unsere absolute Priorität."

Geopolitischer Kontext: Iran-Proteste und US-Militärbewegungen

Die ursprüngliche Aussetzung scheint mit eskalierenden Spannungen in der Region zusammenzuhängen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Iran. Obwohl KLM keine genauen Gründe genannt hat, verweisen Branchenanalysten auf weit verbreitete Proteste im Iran und die Möglichkeit eines US-Militäreingriffs als wahrscheinliche Faktoren.

Präsident Donald Trump bestätigte kürzlich die Entsendung einer "Armada" von Schiffen in die Region, wobei die Flugzeugträgerkampfgruppe USS Abraham Lincoln in Richtung Persischer Golf unterwegs ist. "Wir beobachten den Iran," erklärte Trump. "Wir haben eine große Macht, die in Richtung Iran geht."

Der Kommandeur der Iranischen Revolutionsgarden, General Mohammad Pakpour, reagierte mit Warnungen, dass seine Truppen "mehr denn je bereit sind, Finger am Abzug" seien, während sich amerikanische Kriegsschiffe nähern.

Andere Fluggesellschaften folgen ähnlichen Mustern

KLM ist nicht allein bei der Anpassung ihrer Nahost-Operationen. Transavia, die niederländische Billigfluggesellschaft, hat ihre Dubai-Aussetzung bis mindestens Mittwoch verlängert. Air France pausierte zunächst Paris-Dubai-Flüge, nahm sie aber am Wochenende wieder auf.

Große europäische Fluggesellschaften wie British Airways und Lufthansa haben ebenfalls Flüge in die Region gestrichen oder angepasst. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit hat Empfehlungen für Fluggesellschaften herausgegeben, den iranischen Luftraum aufgrund erhöhter Risiken von Fehlidentifikation zu meiden.

Auswirkungen auf Passagiere und Betrieb

Betroffene Passagiere wurden automatisch auf alternative Flüge umgebucht, wobei diejenigen, die lieber nicht reisen möchten, für eine Rückerstattung in Frage kommen. KLM, die 1919 als älteste noch unter ihrem ursprünglichen Namen operierende Fluggesellschaft der Welt gegründet wurde, meidet weiterhin vorsorglich den Luftraum über dem Iran, Irak, Israel und verschiedenen Golfstaaten.

Die selektive Wiederaufnahme unterstreicht, wie Fluggesellschaften komplexe Sicherheitslandschaften in Echtzeit navigieren. Während die Saudi-Arabien-Routen als sicher genug für eine Wiederaufnahme eingestuft werden, bleiben Dubai und Tel Aviv unter Beobachtung, während sich die geopolitische Lage weiterentwickelt.

Branchenexperten weisen darauf hin, dass solche Störungen bis ins Frühjahr 2026 andauern könnten, abhängig von den Sicherheitsentwicklungen in der Region, wobei der Persische Golf eine kritische Korridor für Langstreckenflüge bleibt, die Europa mit Asien, Afrika und Australien verbinden.

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