Russlands Öl- und Gaseinnahmen halbieren sich trotz Rabatten

Russlands Öl- und Gaseinnahmen halbierten sich im Januar 2026 aufgrund niedriger Preise, hoher Rabatte auf Urals-Öl und eines starken Rubels und erreichten den niedrigsten Betrag seit Juli 2020. Sanktionen und Marktverschiebungen belasten die kriegsabhängige Wirtschaft.

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Russlands Energieeinnahmen brechen weiter ein

Russlands Öl- und Gaseinnahmen sind im Januar 2026 um 50 % gesunken und erreichten damit den niedrigsten Monatsbetrag seit Juli 2020. Laut Daten des russischen Finanzministeriums erzielte Moskau im Januar nur 393,3 Milliarden Rubel (etwa 4,3 Milliarden Euro) mit dem Verkauf fossiler Brennstoffe, verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dieser dramatische Rückgang stellt einen schweren Schlag für die russische Kriegswirtschaft dar, die zunehmend von Energieexporten abhängig geworden ist, um Militäroperationen in der Ukraine zu finanzieren.

Dreifache Bedrohung: Preise, Rabatte und Währung

Der Einnahmerückgang ist auf drei zusammenhängende Faktoren zurückzuführen: niedrigere globale Ölpreise, tiefere Rabatte auf russisches Urals-Öl und einen überraschend starken Rubel. Brent-Crude-Futures sind im Vergleich zum Vorjahr um 15 % gefallen, während Russlands Flaggschiff-Öl Urals mit einem verblüffenden Abschlag von 26 US-Dollar gegenüber dem internationalen Referenzpreis gehandelt wird – mehr als doppelt so hoch wie der Abschlag vor einem Jahr. 'Dies ist der perfekte Sturm für Russlands Energiesektor,' sagt Energieanalystin Maria Petrova. 'Sie bekommen weniger Geld pro Barrel, während sie an weniger Kunden verkaufen, und all das, während ihre Währung gegen sie arbeitet.'

Die Situation wurde durch US-Sanktionen verschärft, die im Oktober 2025 Russlands zwei größte Ölproduzenten, Rosneft und Lukoil, auf die schwarze Liste setzten. Diese Maßnahmen haben große Käufer in China und Indien gezwungen, nach Alternativen zu suchen, was die Nachfrage nach russischem Öl weiter unter Druck setzt. Laut Analysen des US-Finanzministeriums werden verschiedene wichtige russische Ölsorten zu den niedrigsten Preisen seit Jahren verkauft, wobei der Urals-Referenzpreis im November 45,35 US-Dollar pro Barrel erreichte – das niedrigste Niveau seit März 2023.

Budgetauswirkungen und wirtschaftlicher Druck

Russlands Abhängigkeit von Öl- und Gaseinnahmen hat einen Rekordtiefstand erreicht, wobei diese 2025 nur noch 23 % des föderalen Budgets ausmachten – die schwächste Rohstoffabhängigkeit seit mindestens zwei Jahrzehnten. Dies stellt eine signifikante Verschiebung gegenüber der Mitte der 2010er Jahre dar, als Energie bis zu 50 % der Budgeteinnahmen ausmachte. 'Der Kreml versucht verzweifelt, dies auszugleichen,' bemerkt Ökonom Dmitri Volkov. 'Sie erhöhen die Steuern für Haushalte und Unternehmen, einschließlich einer Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 22 %, um ihre Kriegsmaschinerie zu finanzieren.'

Das Haushaltsdefizit für 2025 erreichte 5,6 Billionen Rubel (73,4 Milliarden US-Dollar), wobei Militärausgaben erstaunliche 40,3 % des Budgets verschlangen. Trotz wirtschaftlicher Stagnation – das BIP-Wachstum sank auf nur 0,6 % – zeigt Russland keine Anzeichen einer Bewegung in Richtung Frieden. Das Finanzministerium berechnete die Öleinnahmen auf Basis eines Urals-Preises, der im Dezember durchschnittlich 39,18 US-Dollar pro Barrel kostete, ein jährlicher Rückgang von 38 % und deutlich unter der Budgetannahme der Regierung für 2026 von 59 US-Dollar pro Barrel.

Verschiebungen auf dem globalen Energiemarkt

Der Rückgang der russischen Energieeinnahmen spiegelt breitere Verschiebungen auf den globalen Energiemärkten wider. Ein weltweites Überangebot an Rohöl, kombiniert mit erhöhter Produktion aus anderen ölproduzierenden Ländern und der wachsenden Nutzung erneuerbarer Energien, hat die Preise unter Druck gesetzt. In der Zwischenzeit haben westliche Sanktionen erfolgreich das geschaffen, was Energieexperten eine 'Schattenflotte' von Tankern nennen, die russisches Öl zu erheblichen Rabatten transportieren.

'Russlands Energiesektor wird zunehmend isolierter,' sagt Professorin für Internationale Beziehungen, Elena Sokolova. 'Die Kombination aus Preisobergrenzen, sekundären Sanktionen und sich änderndem Kaufverhalten schafft strukturelle Herausforderungen, die auch nach einem möglichen Kriegsende bestehen bleiben werden.' Die Situation ist besonders besorgniserregend für Russland, da Öl und Gas traditionell etwa ein Viertel der Staatseinnahmen beitragen, auch wenn dieser Anteil stetig abnimmt.

Während Russland mit reduzierten Energieeinnahmen und wachsendem wirtschaftlichem Druck in das Jahr 2026 startet, fragen sich Analysten, wie lange das Land seine derzeitigen Militärausgaben aufrechterhalten kann. Bei anhaltend hoher Inflation und schwindender ziviler Produktion scheinen die wirtschaftlichen Grundlagen der russischen Kriegsanstrengungen zunehmend brüchiger zu werden.

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