Belgien plant E-Scooter-Kennzeichen gegen Drogengewalt 2026

Belgien plant E-Scooter-Kennzeichen, um Schützen nach Schießereien in Brüssel zu identifizieren. Die 2026 vorgeschlagene Maßnahme schließt die Sicherheitslücke.

Belgien plant E-Scooter-Kennzeichen gegen Drogengewalt 2026
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Ausgabe: DE

Belgien plant E-Scooter-Kennzeichen

Belgiens Innenminister Bernard Quintin hat nach einer Welle von Drogenschießereien in Brüssel eine Kennzeichenpflicht für E-Scooter gefordert. Vor dem Innenausschuss der Abgeordnetenkammer erklärte er am 2. September 2026, dass zwei von drei Vorfällen innerhalb von 36 Stunden mit E-Scootern begangen wurden. Da diese Fahrzeuge keine Kennzeichen haben, seien sie „praktisch unmöglich zurückzuverfolgen“ – selbst wenn Überwachungskameras sie aufnehmen.

„Weil diese Roller keine Nummernschilder haben, sind sie nach den Vorfällen praktisch unmöglich zu ermitteln. Selbst wenn sie von Überwachungskameras gefilmt werden. Das ist eine klare Lücke in unserer Sicherheitspolitik“, sagte Quintin.

Was treibt Belgiens Vorstoß an?

Brüssel kämpft mit einem Anstieg drogenbedingter Schusswaffengewalt. Laut Polizeidaten wurden 2025 mehr als 100 Schießereien registriert, seit Jahresbeginn mindestens 65. Verfeindete Netzwerke streiten um mehr als 200 Drogenverkaufspunkte, von denen einige bis zu 50.000 Euro pro Tag einbringen. Viele Schützen – darunter Jugendliche ab 12 Jahren – fliehen auf schnellen E-Scootern und sind schwer zu identifizieren.

Die Behörden verwiesen bereits 2025 auf 25 Schießereien mit E-Scootern, als sie im Juni 2026 ein Verbot gemeinschaftlich genutzter E-Scooter ab 2027 beschlossen. Hintergrund sind die Brüsseler Drogenbanden-Schießereien, die Viertel wie Saint-Gilles zum Brennpunkt gemacht haben.

Wie sollen E-Scooter-Kennzeichen funktionieren?

Der Vorschlag sieht vor, E-Scooter zu registrieren und mit einem sichtbaren Kennzeichen zu versehen – ähnlich wie Mopeds oder Autos. Die Polizei soll Tatfahrzeuge über Kamerabilder und Fahrzeugdatenbanken identifizieren können. Derzeit können E-Scooter in den meisten belgischen Gemeinden ohne Registrierung gekauft und genutzt werden, was Ermittler oft ohne Spur zurücklässt.

Wichtige Fakten zum Vorschlag

  • 2 von 3 Drogenvorfällen in 36 Stunden betrafen E-Scooter.
  • 45 Soldaten patrouillieren derzeit mit der Polizei an Bahn- und U-Bahn-Stationen.
  • 666 E-Scooter-Verletzungen wurden 2025 gemeldet, 26 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • 25 Schießereien mit E-Scootern registrierte Brüssel im vergangenen Jahr.
  • Mehr als 200 Drogenverkaufspunkte gibt es in der Stadt, einige mit 50.000 Euro Tagesumsatz.

Quintin prüft zudem, ob die Armee stärker unterstützen kann. „Wir schauen, ob das Militär der Polizei öfter im Kampf gegen Drogengewalt helfen kann“, sagte er dem Ausschuss. Die Maßnahme folgt auf den Brüsseler Beschluss vom Juni 2026, Leih-E-Scooter in Brüssel ab Januar 2027 zu verbieten.

Welche Wirkung könnten Kennzeichen entfalten?

Befürworter sagen, die Registrierung erleichtere die Identifizierung von Schützen und wirke abschreckend; auch Versicherer und Verkehrssicherheit profitierten. Kritiker warnen vor manipulierten oder entfernten Kennzeichen und hohem Vollzugsaufwand. Die Polizei hält jede bessere Rückverfolgbarkeit für hilfreich, weil E-Scooter inzwischen das bevorzugte Fluchtmittel junger Schützen sind.

Der Vorstoß ist Teil eines Pakets gegen organisierte Kriminalität. Die Gewalt hängt laut Behörden mit Kokainimporten über Häfen wie den Kokainhandel im Hafen von Antwerpen zusammen, wo Bundesanwälte 2025 rund 160 Verfahren wegen organisierten Kokainhandels eröffneten. Anwohner sagen Medien, sie zählten Schießereien längst nicht mehr.

FAQ: E-Scooter-Kennzeichen in Belgien

Warum will Belgien Kennzeichen für E-Scooter?

Damit E-Scooter nach Schießereien und Straftaten zurückverfolgt werden können. Die Lücke erlaubt Tätern bislang die unerkannte Flucht.

Wann könnten die Kennzeichen Pflicht werden?

Noch ist kein Datum gesetzt. Der Vorschlag wurde am 2. September 2026 angekündigt und muss das belgische Gesetzgebungsverfahren durchlaufen.

Sind Leih-E-Scooter in Brüssel schon verboten?

Ja. Die Regierung stimmte im Juni 2026 für ein Verbot ab 1. Januar 2027 – wegen Verletzungen und kriminellem Missbrauch.

Wie viele Schießereien betrafen E-Scooter?

Laut The Bulletin registrierten die Behörden 2025 in Brüssel 25 Schießereien mit E-Scootern.

Wird die Armee stärker eingebunden?

Vielleicht. Minister Quintin prüft, ob mehr als die derzeit 45 Soldaten an Bahnhöfen und U-Bahnen patrouillieren können.

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