Drei Karikaturisten in der Türkei wegen umstrittener Darstellung des Propheten Mohammed festgenommen

Türkische Behörden haben drei Karikaturisten des Satiremagazins LeMan wegen einer Karikatur mit religiösen Figuren über einer bombardierten Stadt festgenommen. Die Regierung bezeichnet dies als Blasphemie, während das Magazin behauptet, es stelle palästinensisches Leid dar und sei falsch interpretiert worden.

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Festnahmen von Karikaturisten in Istanbul

Türkische Polizei hat drei Karikaturisten des Satiremagazins LeMan nach der Veröffentlichung einer Karikatur mit religiösen Figuren festgenommen. Die Festgenommenen werden beschuldigt, durch ihr Kunstwerk „Hass geschürt“ zu haben.

Die umstrittene Darstellung

Die Karikatur zeigt zwei Figuren, die sich über einer bombardierten Stadt die Hände schütteln. Behörden identifizierten diese Figuren als den Propheten Mohammed und Moses, zentrale Gestalten des Islam und Judentums.

Innenminister Ali Yerlikaya verurteilte die Zeichnung als „widerliches Bild“ und erklärte: „Ich verfluche diejenigen, die durch Karikaturen unseres Propheten Mohammed Spaltung säen wollen.“

Verteidigung des Magazins

Der Chefredakteur von LeMan entgegnete, das Bild sei falsch interpretiert worden: „Der Name Mohammed wird häufig von Muslimen zur Ehrung des Propheten verwendet. Diese Darstellung zeigt nicht den Propheten Mohammed und verspottet keine religiösen Werte. Wir würden nie ein solches Risiko eingehen.“

Das Magazin behauptet, das Werk stelle tatsächlich einen muslimischen Zivilisten dar, der unter israelischen Militäraktionen in Gaza leidet. Der Chefredakteur spricht von einer Verleumdungskampagne und fordert den Schutz der Pressefreiheit.

Historischer Kontext von Mohammed-Darstellungen

Die islamische Tradition verbietet generell bildliche Darstellungen des Propheten Mohammed, um Götzenanbetung zu verhindern. Dieses Verbot stammt aus koranischen Geboten gegen die Abbildung göttlicher Figuren. Historisch haben Darstellungen zu internationalen Vorfällen geführt.

Spagat der Türkei

Die Türkei als mehrheitlich muslimisches Land mit säkularen Verfassungsgrundlagen balanciert häufig zwischen religiösen Empfindlichkeiten und Meinungsfreiheit. Frühere Verfolgungen von Künstlern unter Blasphemiegesetzen sind keine Seltenheit.

Internationale Menschenrechtsorganisationen äußern Bedenken über abnehmende Pressefreiheit in der Türkei, wo Journalisten zunehmend juristische Probleme wegen Inhalte haben, die Behörden als anstößig betrachten.

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