Die globale Stromnachfrage durch KI-Rechenzentren stieg zwischen 2023 und 2024 um 75 % und wird laut Internationaler Energieagentur bis 2030 über 20 % des Nachfragewachstums in fortgeschrittenen Volkswirtschaften ausmachen. Dieser beispiellose Hunger nach rund um die Uhr verfügbarer, kohlenstofffreier Energie hat Technologiegiganten und Regierungen dazu gezwungen, die Kernenergie in einem seit Jahrzehnten nicht gesehenen Ausmaß zu verfolgen. Kleine modulare Reaktoren (SMR) sind zum Eckpfeiler dieses Wandels geworden, wobei Google den weltweit ersten firmeneigenen SMR-Kaufvertrag unterzeichnete und die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) argumentiert, dass nur Kernenergie den Bedarf von KI an zuverlässiger Grundlast decken kann.
Die KI-Energiekrise: Ein struktureller Marktwandel
Der Morgan Stanley-Ausblick 2026 identifiziert KI-getriebene Energienachfrage als strukturelle Kraft. Der Stromverbrauch von Rechenzentren erreichte 2024 rund 415 TWh – etwa 1,5 % der globalen Nachfrage – und soll sich bis 2030 auf etwa 945 TWh verdoppeln. Ein einziges großes KI-Rechenzentrum verbraucht heute so viel Strom wie 100.000 Haushalte. Der Global Risks Report 2026 des Weltwirtschaftsforums warnt vor Engpässen bereits 2027-2028. Die globale Energiewende kollidiert mit der KI-Revolution und schafft einen „Leistungsengpass“, den traditionelle Erneuerbare allein nicht lösen können.
Warum Kernenergie? Das Grundlastgebot
Solar- und Windenergie können nicht die 24/7-Zuverlässigkeit bieten, die KI-Rechenzentren benötigen. Kernenergie bietet Kapazitätsfaktoren von über 90 % bei null CO₂-Emissionen. Die IAEO betont in ihrem SMR-Plattform-Jahresbericht 2025, dass fortschrittliche Kernenergietechnologien große Industrielasten mit fester, verfügbarer Energie versorgen können. Kleine modulare Reaktoren (unter 300 MWe pro Modul) versprechen niedrigere Kapitalkosten, kürzere Bauzeiten und verbesserte Sicherheit. Die US-Atomaufsichtsbehörde (NRC) wird voraussichtlich 2026 Lizenzentscheidungen für die ersten beiden kommerziellen SMR-Baugenehmigungen treffen.
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Google und Kairos Power: Erster firmeneigener SMR-Vertrag
Im Oktober 2024 unterzeichnete Google eine Master-Plant-Development-Vereinbarung mit Kairos Power – der erste firmeneigene Vertrag dieser Art. Ziel sind 500 MW kohlenstofffreier Strom aus sechs bis sieben Reaktoren, der erste soll bis 2030 online gehen. Kairos Power nutzt einen Flüssigsalz-gekühlten Hochtemperaturreaktor mit keramischen Kugelbrennstoffen.
Amazon, Microsoft und Meta steigen ein
Amazon investierte 500 Millionen Dollar in X-energy für die Entwicklung von bis zu 12 SMRs. X-energy erzielte im April 2026 einen Börsengang mit 3,1 Milliarden Dollar Bewertung. Microsoft unterzeichnete einen 20-Jahres-Stromabnahmevertrag mit Constellation Energy zur Wiederinbetriebnahme von Three Mile Island Unit 1 (835 MW) bis 2027. Meta arbeitet mit TerraPower an bis zu acht Natrium-Reaktoren. Oracle plant ein Rechenzentrum im Gigawatt-Maßstab mit drei SMRs. Diese Unternehmensstrategien für erneuerbare Energiebeschaffung haben sich von Wind- und Solar-PPAs zu direkten Kernenergieinvestitionen entwickelt.
Regulatorische und finanzielle Hürden
Trotz des Schwungs steht die SMR-Einführung vor Herausforderungen. Die Absage von NuScales Vorzeigeprojekt in Idaho 2023 aufgrund von Kostenüberschreitungen ist eine Warnung. Hohe Vorabkapitalkosten, ungelöste Atommüllfragen und Verzögerungen bedrohen den Zeitplan bis 2030. Die OECD-Kernenergieagentur startete im Februar 2025 das RegLab zur Regulierungsoptimierung. Das US-Energieministerium vergab 800 Millionen Dollar an die Tennessee Valley Authority und Holtec. Die Trends bei Energieinfrastrukturinvestitionen
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