Walmart verfehlt Nachhaltigkeitsziele für Verpackungen
In einer ernüchternden Ankündigung, die breitere Branchenprobleme widerspiegelt, hat Walmart bestätigt, dass es seine ambitionierten Nachhaltigkeitsziele für Verpackungen bis 2025 nicht erreichen wird. Der Einzelhandelsriese, der sich verpflichtet hatte, 100 % seiner Eigenmarkenverpackungen bis 2025 recycelbar, wiederverwendbar oder kompostierbar zu machen, hat bis 2023 nur 68 % erreicht. Ebenso erreichte sein Ziel, 20 % Post-Consumer-Recycled (PCR)-Material in nordamerikanischen Kunststoffverpackungen zu verwenden, lediglich 8 %. Statt der geplanten Reduktion um 15 % meldete das Unternehmen weltweit einen Anstieg des Einsatzes von Neuplastik um 6 %.
'Viele Faktoren außerhalb unserer Kontrolle haben unseren Fortschritt beeinflusst', erklärte ein Walmart-Sprecher im Nachhaltigkeitsupdate des Unternehmens vom Februar 2025. 'Wir sehen uns Herausforderungen gegenüber, darunter gesetzgeberische Defizite, unzureichende Recyclinginfrastruktur, begrenzte Verfügbarkeit von hochwertigen PCR-Materialien und Verhaltenslücken bei Verbrauchern.'
Lieferkettenumbau und Recyclingpartnerschaften
Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem Einzelhändler weltweit aufgrund neuer Gesetze zur Erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) gezwungen sind, ihre Verpackungen und Lieferketten zu überdenken. Das kalifornische Gesetz SB 54 (Plastic Pollution Prevention and Packaging Producer Responsibility Act) zusammen mit der SB 343 'Truth in Labeling'-Gesetzgebung setzen neue Standards, die eine Recyclingquote von 65 % für Verpackungen vorschreiben. Laut Keefe Harrison, CEO von The Recycling Partnership, 'werden Einzelhändler mit Eigenmarken unter dieser neuen Regulierung für das Sammeln, Wiederverwenden und Recyceln ihrer Produkte verantwortlich sein.'
Die Probleme von Walmart spiegeln die anderer großer Konsumgüterunternehmen wider. Unilever, Coca-Cola, Colgate-Palmolive und PepsiCo haben alle kürzlich ihre Nachhaltigkeitszeitpläne und -ziele überarbeitet. Die Branche steht vor einem erwarteten Defizit von 5 Millionen Tonnen PCR bis 2030, was laut Branchenanalysten schätzungsweise 17 Milliarden US-Dollar an Infrastrukturinvestitionen erfordert.
Verbraucherauswirkungen und Verhaltenslücken
Die Beteiligung der Verbraucher bleibt ein kritischer Faktor für das Erreichen von Recyclingzielen. Eine globale Verpackungsumfrage von McKinsey aus dem Jahr 2025 zeigt, dass zwar 72 % der US-Verbraucher glauben, dass Recycling sich lohnt, aber die Hälfte der recycelbaren Materialien aufgrund von Verhaltenslücken immer noch auf Deponien landet. Die Studie zeigte auch, dass Preis und Qualität die wichtigsten Faktoren bei Kaufentscheidungen bleiben, während Umweltaspekte deutlich niedriger gewichtet werden.
'Verbraucher sehen Verpackungshersteller und Markeninhaber – und nicht sich selbst, Einzelhändler oder Regulierungsbehörden – als primär verantwortlich für die Förderung von Nachhaltigkeit', stellt der McKinsey-Bericht fest. Dennoch geben die meisten Befragten an, bereit zu sein, mehr für nachhaltige Verpackungen zu zahlen, wobei jüngere Verbraucher (Gen Z und Millennials) und Verbraucher mit höherem Einkommen die größte Bereitschaft zeigen, Aufpreise zu zahlen.
Branchenreaktion und Zukunftsperspektive
Während Walmart und andere ihre Ziele verfehlen, verfolgen einige Einzelhändler weiterhin ambitionierte neue Strategien. Die Schwarz Gruppe, ein großer europäischer Einzelhändler, hat seine 'REset Resources'-Strategie gestartet, die 65 % recyceltes Material in allen Eigenmarkenverpackungen bis 2030 vorschreibt, zusammen mit einer absoluten Reduktion von 15 % bei Primärrohstoffen für Einwegverpackungen.
Die Herausforderungen sind vielfältig. Begrenzte Verfügbarkeit von lebensmittelsicherem PCR, hohe Kosten im Vergleich zu Neuware, inkonsistente Qualität und unzureichende Recyclinginfrastruktur schaffen erhebliche Barrieren. Wie ein Branchenexperte anmerkte, 'sehen wir eine grundlegende Spannung zwischen Wachstumszielen und Nachhaltigkeitszielen, besonders in Lebensmittelkategorien, wo Verpackung für Sicherheit und Haltbarkeit essenziell ist.'
Trotz der Rückschläge macht Walmart in bestimmten Bereichen Fortschritte. Das Unternehmen berichtete, dass 82 % seiner weltweiten Eigenmarken-Kunststoffverpackungen recyclingfähig gestaltet sind, und hat Initiativen wie den Ersatz von Plastikversandtüten durch Papieralternativen umgesetzt. Target, ein weiterer großer Einzelhändler, der kürzlich einräumte, seine Verpackungsziele für 2025 nicht zu erreichen, hat einige Nachhaltigkeitserfolge gemeldet, darunter verpackungsreduzierende Innovationen und mehr als 280 nachfüllbare Artikel.
Die breitere Bewegung hin zu Zero-Waste-Prinzipien gewinnt weiter an Schwung, wobei Befürworter einen Wechsel von linearen Cradle-to-Grave-Modellen zu zirkulären Cradle-to-Cradle-Systemen fordern, in denen Materialien in geschlossenen Kreisläufen fließen. Während der regulatorische Druck zunimmt und die Verbrauchererwartungen sich weiterentwickeln, müssen Einzelhändler in den kommenden Jahren ambitionierte Nachhaltigkeitsziele mit praktischen Lieferkettenrealitäten in Einklang bringen.