Sohn des Schahs schürt Proteste in Iran: 'Menschen klammern sich fest'

Exilkronprinz Reza Pahlavi schürt von den USA aus Proteste im Iran, gewinnt als Oppositionsführer an Unterstützung, trotz einer gespaltenen Opposition und Fragen zu seinem demokratischen Engagement.

Exilkronprinz Reza Pahlavi wird zur Protestfigur gegen die Islamische Republik

Von seinem Zuhause in einem Vorort von Washington D.C. aus schürt Reza Pahlavi, der 65-jährige Sohn des letzten Schahs des Iran, aktiv die Proteste gegen die Islamische Republik. In jüngsten Videobotschaften ruft der verbannte Kronprinz zu landesweiten Streiks auf und ermutigt Demonstranten, Stadtzentren zu besetzen, wobei er sich selbst als möglichen Führer für Irans Zukunft positioniert. 'Ich werde nicht ruhen, bis der Iran eine vom Volk gewählte demokratische Regierung hat,' erklärte Pahlavi in einer aktuellen Erklärung in den sozialen Medien.

Komplexes Erbe und gespaltene Unterstützung

Pahlavis Einfluss rührt von seinem bekannten Namen und der Nostalgie her, die einige Iraner für die vorrevolutionäre Ära empfinden. Umfragen der Gamaan-Stiftung zufolge vertrauen etwa ein Drittel der Iraner Pahlavi, was ihn zur beliebtesten Oppositionsfigur in aktuellen Untersuchungen macht. Der Politikwissenschaftler Ammar Maleki von der Universität Tilburg warnt jedoch davor, seinen direkten Einfluss zu überschätzen. 'Es scheint, dass vor allem mehr Menschen zu demonstrieren begonnen haben, weil sie die Wahrnehmung haben, dass das Regime nach dem zwölftägigen Krieg mit Israel geschwächt ist, und wegen Trumps Drohung, er würde eingreifen, wenn Demonstranten getötet würden,' erklärt Maleki.

Die Proteste selbst sind tödlich geworden. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch berichten von mindestens 28 Toten seit Ende Dezember 2025, wobei Sicherheitskräfte tödliche Gewalt gegen größtenteils friedliche Demonstranten angewandt haben.

Zersplitterte Opposition und demokratische Zweifel

Die iranische Opposition bleibt tief gespalten, wobei Monarchisten, Republikaner und linke Gruppen oft direkt gegeneinander stehen. Pahlavi präsentiert sich als verbindende Figur für eine Übergangsregierung, aber Experten zweifeln an seinem Engagement für demokratische Prinzipien. 'Die Menschen klammern sich an Pahlavi, weil er ein Gegengewicht zur Islamischen Republik darstellt,' sagt Sanam Vakil, Nahost-Expertin beim Think Tank Chatham House in London. 'Er ist eine wichtige Stimme innerhalb der Opposition, aber diese ist zersplittert.'

Vakil weist auf beunruhigende Signale hin: 'Es ist sehr einfach, über Referenden und Demokratie zu sprechen, aber es gibt noch wenig Beweise, die seine Worte untermauern.' Sie verweist auf Angriffe von Pahlavi-Anhängern auf andere Oppositionsgruppen und fragt sich, ob seine aggressive Anhängerschaft demokratische Werte widerspiegelt.

Umstrittene Schritte und internationale Reaktionen

Pahlavis Besuch in Israel im Jahr 2023, wo er mit Premierminister Benjamin Netanyahu sprach, bleibt besonders umstritten. Während einige Iraner bessere Beziehungen zu Israel befürworten, sehen andere dies als Verrat. Unterdessen hat der ehemalige US-Präsident Donald Trump ihn zur Kenntnis genommen. 'Er scheint mir ein netter Mensch zu sein,' sagte Trump kürzlich über Pahlavi, obwohl er andeutete, dass es derzeit unangemessen wäre, ihn offen zu treffen.

Während die Proteste in iranischen Städten andauern, bei denen Demonstranten manchmal 'Es lebe der Schah' skandieren, bleibt die Frage, ob Pahlavis symbolische Führerschaft in bedeutungsvollen politischen Wandel umgesetzt werden kann. Da das Regime keine Anzeichen von Nachgeben zeigt und die Oppositionskräfte gespalten bleiben, hängt Irans politische Zukunft in der Schwebe. Die Situation erinnert an frühere Protestwellen, wie die Grüne Bewegung 2009 oder die landesweiten Unruhen 2022, bei denen die Forderungen nach grundlegenden politischen Reformen und Menschenrechten ähnlich laut waren. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung mit Sorge, da ein weiterer destabilisierender Konflikt in der strategisch wichtigen Region weitreichende Folgen hätte.

Evelyn Nakamura

Evelyn Nakamura ist eine preisgekrönte Journalistin, die sich auf Technologieinnovationen und Startup-Ökosysteme spezialisiert hat. Ihre aufschlussreichen Berichte beleuchten die sich wandelnde Technologielandschaft Japans.

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