Schießerei in Montreal: Drei Tote, Verbindung zur Incel-Bewegung
Eine verheerende Schießerei im Montrealer Stadtteil Côte-des-Neiges am 22. Juni 2026 forderte drei Todesopfer – darunter einen Polizisten und einen Zivilisten – und zwei Verletzte. Der Vorfall gegen 11:35 Uhr nahe einer belebten Geschäftsstraße erschütterte die Stadt und entfachte erneut Debatten über die Incel-Subkultur in Kanada.
Der mutmaßliche Täter, der von der Polizei erschossen wurde, handelte allein und hinterließ ein 100-seitiges Manifest mit frauenfeindlichen und kapitalismuskritischen Ansichten. Die Behörden bestätigten, dass die Tat nicht als Terrorismus eingestuft wurde, doch die Ermittlungen dauern an. Die Schießerei 2026 in Côte-des-Neiges ist der erste Tod eines Montrealer Polizisten im Dienst seit 24 Jahren.
Was geschah bei der Schießerei in Montreal?
Die Polizei erhielt gegen 11:35 Uhr einen Notruf von einem Zeugen, der eine Waffe aus einem Fenster in der Nähe der Kreuzung Décarie Boulevard und Côte-des-Neiges Road sah. Als die Beamten am Tatort eintrafen, wurden sie sofort unter Beschuss genommen. Der Verdächtige, getarnt und bewaffnet mit einem SKS-Selbstladegewehr, überfiel die Einsatzkräfte.
Zeugen berichteten von 10 bis 30 Schüssen in schneller Folge. Videomaterial zeigt, wie der Schütze auf die Beamten zustürmte und feuerte, bevor er neutralisiert wurde. Dabei starb Constable Mohamed Lamine Benredouane (34). Eine Beamtin wurde schwer verletzt, später aber stabilisiert. Auch der Zivilist Michael Moshe Mizrahi (68), ein jüdisch-kanadischer Vater von drei Kindern, wurde tödlich getroffen. Ein weiterer Zivilist erlitt leichte Verletzungen.
Die Polizei gab eine Notwarnung heraus und forderte die Bewohner auf, in ihren Häusern zu bleiben. Der Highway 15 und die Orange Line der Montreal Metro wurden vorübergehend gesperrt. Die Warnung wurde gegen 15:00 Uhr aufgehoben.
Wer waren die Opfer?
Der gefallene Polizist Constable Mohamed Lamine Benredouane diente seit 2021 bei der SPVM. Polizeichef Fady Dagher beschrieb ihn als „großartigen Polizisten“ und nannte seinen Tod eine „Tragödie, ein Albtraum“. Benredouane ist der erste SPVM-Beamte, der seit 2002 im Dienst getötet wurde.
Der zivile Tote, Michael Moshe Mizrahi, war ein beliebtes Mitglied der örtlichen jüdischen Gemeinschaft. Ursprünglich aus dem Libanon stammend, lebte er in Montreal und arbeitete als Anzugverkäufer. Rabbi Mendel Raskin sagte: „Jeder liebte ihn. Er war ein großzügiger Mann, der dir das letzte Hemd geben würde.“ Mizrahi hinterlässt einen Sohn in Montreal und zwei Töchter in Israel.
Was war das Motiv des Verdächtigen?
Der Verdächtige, von kanadischen Medien als Seth Hatfield (27) aus Alberta identifiziert, soll stundenlang nach Montreal gefahren sein, um die Tat zu begehen. In einem Hotelzimmer nahe der Zentrale von Aylo (der Muttergesellschaft von Pornhub) fanden die Ermittler ein 104-seitiges Manifest mit frauenfeindlichen Aussagen, Angriffen auf die Pornografieindustrie, Kapitalismuskritik und Aufrufen zu einer „gewaltsamen Revolution“. Es zeigte deutliche Überschneidungen mit der Incel-Subkultur.
Polizeichef Dagher sagte, der Verdächtige habe allein gehandelt. Die BEI (Quebecs Polizeiaufsichtsbehörde) leitete eine Untersuchung des Polizeieinsatzes ein. Minister Ian Lafrenière bestätigte, dass die Tat nicht als Terrorismus eingestuft wurde, obwohl das Manifest laut Jerusalem Post auch antisemitische Elemente enthielt.
Wie vergleicht sich dies mit früheren Incel-Angriffen in Kanada?
Dies ist nicht das erste Mal, dass Kanada von Incel-Gewalt erschüttert wird. Im April 2018 fuhr Alek Minassian in Toronto mit einem Lieferwagen auf einen Gehweg und tötete zehn Menschen (acht davon Frauen). Vor der Tat postete Minassian auf Facebook: „Die Incel-Rebellion hat begonnen!“ Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
Der Angriff von 2018 und die Schießerei in Montreal 2026 weisen beunruhigende Parallelen auf: Beide Täter beriefen sich auf die Incel-Ideologie, zielten auf belebte Gebiete und hinterließen Manifeste voller Wut auf Frauen und die Gesellschaft. Die 2018 Toronto van attack (Van-Angriff 2018 in Toronto) und die incel violence and radicalization (Incel-Gewalt und Radikalisierung) werden von Experten als wachsende Bedrohung gesehen.
Reaktion der Gemeinde und der Regierung
Premierminister Mark Carney zeigte sich „zutiefst schockiert“ und sprach den Opfern, Angehörigen und der Gemeinde sein Mitgefühl aus. In Montreal und der Provinz Quebec wurden die Flaggen auf halbmast gesetzt. Premierminister François Legault verurteilte die Gewalt. Der Stadtteil Côte-des-Neiges ist bekannt für seine jüdische Gemeinschaft, was Bedenken hinsichtlich antisemitischer Motive aufkommen ließ.
FAQ: Schießerei Montreal 2026
Wie viele Menschen starben bei der Schießerei in Montreal?
Drei: Constable Benredouane, der Zivilist Mizrahi und der mutmaßliche Täter.
War die Schießerei mit Terrorismus verbunden?
Nein. Das Motiv war Incel-Ideologie, nicht Terrorismus.
Was ist die Incel-Bewegung?
Eine Online-Subkultur von Männern, die Frauen für ihre gescheiterten Beziehungen verantwortlich machen und Gewalt befürworten.
Gab es das schon früher in Kanada?
Ja, der Van-Angriff in Toronto 2018 forderte zehn Todesopfer und wurde ebenfalls von einem Incel-Täter verübt.
Was ist die BEI-Untersuchung?
Die BEI prüft, ob die Polizei bei der Schießerei angemessen reagiert hat.
Quellen
Dieser Artikel basiert auf Berichten von CBC News, Radio-Canada, CTV News, The Canadian Press, The Jerusalem Post, The New York Times und Wikipedia.
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