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Ex-RAF-Terroristin Klette zu 13 Jahren Haft verurteilt

Ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette am 27. Mai 2026 in Verden zu 13 Jahren Haft verurteilt wegen Raubüberfällen im Untergrund. Lesen Sie mehr.

Ex-RAF-Terroristin Klette zu 13 Jahren Haft verurteilt
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Former Red Army Faction member Daniela Klette convicted for robberies spanning 1999-2016

Die 67-jährige ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette wurde am 27. Mai 2026 vom Landgericht Verden zu 13 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht befand sie schuldig mehrerer Raubüberfälle und Verstöße gegen das Waffengesetz, die zwischen 1999 und 2016 begangen wurden, während sie unter falscher Identität untergetaucht war. Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre gefordert. Das Urteil ist ein Meilenstein in der jahrzehntelangen Verfolgung ehemaliger RAF-Mitglieder. Klette wurde im Februar 2024 in Berlin nach einem Bürgerhinweis festgenommen.

Hintergrund: Die RAF und ihre dritte Generation

Die Rote Armee Fraktion (RAF), auch Baader-Meinhof-Gruppe genannt, war von 1970 bis 1998 aktiv und verantwortlich für 34 Tote. Die Gruppe durchlief drei Generationen; die dritte Generation der RAF, aktiv in den 1980er und 1990er Jahren, umfasste Klette, Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg. Am 20. April 1998 löste sich die RAF auf, doch Klette und ihre Komplizen setzten ihre Aktivitäten fort.

Die Verbrechen: Vom Terrorismus zur gewöhnlichen Kriminalität

Raubüberfälle zur Finanzierung des Untergrunds

Nach der Auflösung der RAF verübte das Trio – von der Presse als 'RAF-Rentner' bezeichnet – bewaffnete Raubüberfälle auf Geldtransporter und Supermärkte. Das Gericht sah folgende Überfälle als erwiesen an:

  • Duisburg (1999): Beute 1 Million DM
  • Bochum-Wattenscheid (27.12.2006)
  • Bremen (6.6.2015)
  • Wolfsburg (28.12.2015)
  • Cremlingen (25.6.2016)

Bei den Taten kamen Schusswaffen zum Einsatz, es gab jedoch keine Toten. Der Vorwurf des versuchten Mordes wurde mangels Beweisen fallen gelassen. Ein separates Verfahren zu einem Scharfschützenangriff auf die US-Botschaft in Bonn 1991 ist noch anhängig.

Festnahme und Prozess: Wie Klette endlich gefasst wurde

Klette lebte jahrelang offen im Berliner Stadtteil Kreuzberg unter dem falschen italienischen Namen 'Claudia Ivone' und nutzte Facebook. Im November 2023 führte ein Bürgerhinweis die Polizei zu ihr. Am 26. Februar 2024 wurde sie festgenommen. Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung wurden Waffen, Munition, gefälschte Dokumente, Gold und 240.000 Euro Bargeld sichergestellt. Der Prozess begann am 25. März 2025 in Celle und wurde später aus Sicherheitsgründen nach Verden verlegt. Klette äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Das Urteil am 27. Mai 2026 lautete auf 13 Jahre, unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Aufgrund von Verjährungsfristen wurde sie nicht für ihre Taten aus RAF-Zeiten angeklagt.

Weiterhin auf der Flucht: Staub und Garweg noch nicht gefasst

Die Komplizen Ernst-Volker Staub (71) und Burkhard Garweg (57) sind weiterhin flüchtig. Die deutschen Behörden setzen eine Belohnung von 150.000 Euro für Hinweise aus, die zu ihrer Ergreifung führen. Die laufende Suche nach RAF-Flüchtigen zeigt die Herausforderungen für die Strafverfolgung.

Auswirkungen und Bedeutung

Das Urteil gegen Daniela Klette ist ein bedeutender Schritt in der deutschen Rechtsgeschichte. Es zeigt, dass selbst jahrzehntealte Straftaten verfolgt werden können, wenn Beweise und rechtliche Rahmenbedingungen dies zulassen. Der Fall hat die Aufmerksamkeit auf Deutschlands Umgang mit ehemaligen RAF-Mitgliedern gelenkt. Für die Opfer der Raubüberfälle bringt das Urteil eine gewisse Gerechtigkeit. Ein Sprecher der Opfervereinigung sagte: 'Nach so vielen Jahren haben wir endlich ein Urteil. Es macht die Angst nicht ungeschehen, aber es zeigt, dass der Staat immer noch zur Rechenschaft ziehen kann.' Das Urteil könnte erneut Forderungen nach einer Reform der Verjährungsfristen für schwere Straftaten, insbesondere im Zusammenhang mit Terrorismus, auslösen.

Häufig gestellte Fragen

Was wurde Daniela Klette vorgeworfen?

Sie wurde wegen mehrerer bewaffneter Raubüberfälle und Verstöße gegen das Waffengesetz zwischen 1999 und 2016 verurteilt.

Warum wurde sie nicht für RAF-Taten angeklagt?

Die Verjährungsfristen für ihre mutmaßliche Beteiligung an RAF-Anschlägen in den 1990er Jahren waren abgelaufen. Ein separates Verfahren zu einem Angriff von 1991 ist noch anhängig.

Sind Staub und Garweg noch auf der Flucht?

Ja, beide werden noch gesucht. Die Polizei bietet eine Belohnung von 150.000 Euro.

Wie wurde Klette nach 30 Jahren gefasst?

Sie wurde im Februar 2024 in Berlin nach einem Bürgerhinweis festgenommen. Sie lebte unter falschem Namen und nutzte soziale Medien.

Was war die RAF?

Die RAF war eine linksextremistische terroristische Vereinigung in Westdeutschland, die von 1970 bis 1998 aktiv war und für 34 Todesfälle verantwortlich ist. Sie löste sich 1998 offiziell auf.

Quellen

  • Wikipedia: Daniela Klette
  • Wikipedia: Rote Armee Fraktion
  • NOS News Bericht, 27. Mai 2026

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