14-Jähriger stellt sich nach Brandanschlag auf Teenager in Brüssel

Ein 14-Jähriger hat sich bei der Polizei gemeldet, nachdem ein 15-Jähriger in Brüssel in Brand gesteckt wurde. Zwei Minderjährige wurden festgenommen, Bandenbeteiligung wird bei eskalierendem Jugendgewalt vermutet.

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Dramatische Wendung im Fall von Jugendgewalt in Brüssel

Ein 14-jähriger Junge hat sich freiwillig bei der Polizei gemeldet, im Zusammenhang mit dem schockierenden Fall eines 15-jährigen Teenagers, der letzte Woche in Brüssel in Brand gesteckt wurde. Der Vorfall, der sich in der Nähe der Biestebroekkaai in der Brüsseler Teilgemeinde Anderlecht ereignete, hat Schockwellen durch Belgien gesendet und ernsthafte Sorgen über Jugendbandenverhalten in der Hauptstadt geweckt.

Der grausame Angriff

Polizeiberichten und lokalen Medien zufolge fand der Angriff am Freitagabend statt, als etwa 15 Jugendliche in eine Schlägerei verwickelt waren. Das 15-jährige Opfer wurde mit einer brennbaren Flüssigkeit, vermutlich Benzin, übergossen und anschließend vorsätzlich in Brand gesteckt. In einem verzweifelten Versuch, sich selbst zu retten, sprang der Teenager von einer Brücke in das Kanal Brüssel-Charleroi.

Das Opfer erlitt schwere Verletzungen, ist aber nach letzten Berichten außer Lebensgefahr. 'Das junge Alter des Opfers sowie die außergewöhnliche Schwere der Tat – das Opfer wurde von mehreren Personen mit Benzin übergossen und dann in Brand gesteckt – machen diesen Vorfall besonders schockierend,' sagte Anderlechts Bürgermeister Fabian Cumps, der zusammen mit dem Polizeichef das Opfer und dessen Familie besuchte.

Ermittlungen und Festnahmen

Der 14-Jährige, der sich selbst gestellt hat, stammt aus der Region Halle-Vilvoorde. Dies ist die zweite Festnahme in dem Fall, nach der früheren Inhaftierung eines 16-Jährigen aus Dendermonde, der vor einem Jugendrichter erschien und in das Jugendgefängniszentrum Everberg gebracht wurde. Laut VRT Nieuws glauben die Behörden, dass mehrere Banden an dem Vorfall beteiligt waren, obwohl die genauen Umstände, die zu dem Angriff führten, noch unklar sind.

Quellen, die mit Het Nieuwsblad sprachen, geben an, dass die Polizei noch nach mindestens einem weiteren minderjährigen Verdächtigen sucht. Die Brüsseler Staatsanwaltschaft leitet die Ermittlungen zu einem Fall, der wie eine besonders brutale Tat von Jugendgewalt erscheint.

Breiterer Kontext von Bandenkriminalität in Brüssel

Dieser Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund eskalierenden Bandenverhaltens in Brüssel, insbesondere im Zusammenhang mit Drogenhandel. Die belgische Drogenkommissarin Ine Van Wymersch warnte kürzlich, dass enorme Kokaingewinne – bis zu 50.000 Euro pro Tag an einigen Hotspots – eine Welle von Bandenkriminalität angeheizt hätten, mit vier Schießereien in nur drei Tagen in Brüssel. 'Seit der Pandemie ist Kokain das primäre Produkt geworden, was deutlich mehr Geld einbringt, das es Banden ermöglicht, mehr Leute zu rekrutieren und fortschrittliche Waffen zu kaufen,' erklärte Van Wymersch in einem kürzlichen Interview.

Laut Kriminalstatistiken hat Brüssel die zweithöchste Mordrate in der Europäischen Union und verzeichnete 2025 eine Rekordzahl an Schießereien. Der Hafen von Antwerpen fungiert als wichtiger europäischer Drehpunkt für den Drogenhandel, was zu Befürchtungen geführt hat, dass Belgien zu einem 'Narkostaat' geworden ist.

Reaktion der Gemeinschaft und zukünftige Sorgen

Die Anderlechter Gemeinschaft ist von diesem Vorfall tief getroffen. Das Gebiet des Kanals Brüssel-Charleroi, wo der Angriff stattfand, ist eine wichtige Wasserstraße, die Brüssel mit Charleroi verbindet und Teil der belgischen Industrieinfrastruktur ist. Die Tatsache, dass solch extreme Gewalt an diesem Ort stattfinden konnte, hat Fragen zur öffentlichen Sicherheit und zu Jugendschutzmaßnahmen aufgeworfen.

Lokale Behörden stehen vor erheblichen Herausforderungen bei der Bekämpfung von Jugendbandenkriminalität, insbesondere angesichts der komplexen Verwaltungsstruktur Brüssels mit 19 verschiedenen Gemeindebehörden. Die jüngste Welle der Gewalt hat Brüsseler Bürgermeister veranlasst, Polizeikräfte vorübergehend zu vereinen, um die Reaktionen besser zu koordinieren.

Während die Ermittlungen andauern, unterstreicht dieser Fall den dringenden Bedarf an umfassenden Strategien, um Jugendgewalt, Bandenrekrutierung und die breiteren sozialen Faktoren anzugehen, die zu solch extremem kriminellem Verhalten unter Minderjährigen in der belgischen Hauptstadt beitragen.

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