Königlicher Skandal vertieft sich mit neuen Anklagen
Marius Borg Høiby, der 29-jährige Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, ist nur einen Tag vor seinem geplanten Prozess wegen 38 Straftaten, darunter mehrere Vergewaltigungsvorwürfe, unter neuen Verdächtigungen festgenommen worden. Die Verhaftung fand am Sonntagabend statt, wobei die Polizei vier Wochen Untersuchungshaft beantragt hat, da sie eine Wiederholungstätergefahr sieht.
Neueste Vorwürfe und Verhaftungsdetails
Norwegischen Behörden zufolge wird Høiby nun verdächtigt, Körperverletzung, Bedrohung mit einem Messer und Verstoß gegen ein Kontaktverbot begangen zu haben. Die neuen Vergehen sollen an diesem Wochenende stattgefunden haben und stehen laut norwegischen Medien im Zusammenhang mit seiner Ex-Freundin, obwohl keine spezifischen Details veröffentlicht wurden. 'Die Polizei möchte Høiby wegen des Wiederholungsrisikos vier Wochen in Untersuchungshaft nehmen,' bestätigte ein Gerichtsbeamter gegenüber norwegischen Medien.
Diese Verhaftung erfolgt genau zwei Jahre, nachdem Høiby zugab, unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain eine ehemalige Freundin misshandelt und ihre Wohnung im Osloer Stadtteil Frogner verwüstet zu haben. Trotz eines bestehenden Kontaktverbots berichten norwegische Medien, dass das Paar sich kürzlich getroffen habe, wobei die Anwältin der Frau zuvor angegeben hatte, dass sie das Verbot aufheben lassen wolle. Die Polizei beharrt jedoch darauf, dass es zu ihrem Schutz in Kraft bleibt.
Der bevorstehende Prozess: 38 Straftaten
Die Festnahme erfolgt am Vorabend dessen, was norwegische Medien als den größten königlichen Skandal in der 120-jährigen Monarchie des Landes bezeichnen. Høiby steht wegen 38 Anklagepunkten vor Gericht, darunter vier mutmaßliche Vergewaltigungen zwischen 2018 und November 2024, häusliche Gewalt gegen frühere Partnerinnen, Morddrohungen und Drogenhandel mit 3,5 Kilogramm Marihuana.
Gerichtsdokumenten zufolge, die von CBS News eingesehen wurden, sollen einige der mutmaßlichen Vergewaltigungen Frauen betroffen haben, die im Schlaf angegriffen oder durch Alkohol bewusstlos waren, wobei einige Vorfälle angeblich gefilmt wurden. Høiby hat einige kleinere Anklagepunkte und ein Drogendelikt aus dem Jahr 2020 gestanden, bestreitet jedoch alle Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und die meisten Gewaltvorwürfe.
Position des Königshauses und öffentliche Reaktion
Kronprinz Haakon, Høibys Stiefvater, hat betont, dass Høiby kein Teil des norwegischen Königshauses sei und wie jeder andere norwegische Bürger vor Gericht stehen werde. 'Er ist kein Teil des Königshauses und hat die gleichen Rechte und Pflichten wie jeder norwegische Bürger,' erklärte Haakon in einem kürzlichen Interview. Weder er noch Kronprinzessin Mette-Marit planen, dem Prozess beizuwohnen.
Der Fall hat dem norwegischen Königshaus, das traditionell hoch im öffentlichen Ansehen steht, eine beispiellose Aufmerksamkeit beschert. Laut BBC News stellt der Prozess den bedeutendsten Skandal in der norwegischen Königshausgeschichte dar, der stattfindet, während Kronprinzessin Mette-Marit mit schweren Gesundheitsproblemen durch Lungenfibrose kämpft.
Hintergrund und rechtliches Verfahren
Marius Borg Høiby wurde am 13. Januar 1997 geboren, bevor seine Mutter 2001 Kronprinz Haakon heiratete. Seiner Wikipedia-Seite zufolge ist er verfassungsrechtlich davon ausgeschlossen, König von Norwegen zu werden, und übt keine öffentliche königliche Rolle aus. Sein biologischer Vater, Morten Borg, war einer der ersten verurteilten Kokainhändler Norwegens und verbüßte mehrere Gefängnisstrafen.
Der Prozess beginnt heute am Osloer Gericht und wird voraussichtlich bis Mitte März dauern. Staatsanwälte haben angegeben, dass Høiby bei einer Verurteilung in allen Anklagepunkten bis zu 16 Jahre Haft drohen. Eine gerichtliche Entscheidung darüber, ob Høiby bis zum Prozess in Haft bleibt, wird für später heute erwartet.
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